Bachelorarbeit, 2017
34 Seiten, Note: 6
1 Einleitung
2 Die westliche Zivilgesellschaft
2.1 Ideen eines westlichen Zivilgesellschaftskonzeptes
2.2 Geschichtliche Entwicklung der westlichen Zivilgesellschaftskonzepte
3 Zivilgesellschaft im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit
3.1 Bedeutungen der Zivilgesellschaft in der Entwicklungszusammenarbeit
3.2 Problematik einer unkritischen Übertragung des Zivilgesellschafskonzeptes in nicht-westliche Kontexte
3.3 Fallstudie: Zivilgesellschaftskonzept in Ostafrika
3.3.1 Zivilgesellschaftsförderung im ostafrikanischen Kontext
3.3.2 Geschichtliche Entwicklung einer afrikanischen Zivilgesellschaft
3.3.3 Ziele und Forderungen der Zivilgesellschaftskonzepte
3.3.4 Problematiken der Übertragung des Zivilgesellschaftskonzeptes
3.3.5 Lösungsansätze
4 Diskussion
5 Schlussfolgerung
6 Literaturverzeichnis
Diese Bachelorarbeit untersucht die Problematiken, die sich aus der unkritischen Übertragung westlich geprägter Zivilgesellschaftskonzepte auf den ostafrikanischen Kontext im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit ergeben, mit dem Ziel, die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung lokaler soziopolitischer Gegebenheiten aufzuzeigen.
3.3.4 Problematiken der Übertragung des Zivilgesellschaftskonzeptes
„(…) problems arising when donors implement civil society projects and programs in particular contexts with diverse histories, cultures, colonial legacies, state structures, and economic potential.” (Howell & Pearce 2002: 223-224).
Die Förderung der Zivilgesellschaft in Ostafrika, mit ihrem klar westlichen Ursprung, ihren liberalen Ansätzen und normativen Sichtweise, erweist sich als ein Problem, wenn die ostafrikanischen historischen Hintergründe und deren soziopolitischen Rahmenbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Wie das obige Zitat besagt, besitzt das Zivilgesellschaftskonzept einen eigenen kulturellen und geschichtlichen Kontext, welcher sich von den in Ostafrika vorherrschenden Strukturen gänzlich unterscheidet. Da die meisten Geber sich von ihren eigenen Vorstellungen leiten lassen, ist dies sehr oft der Fall und eine erfolgreiche Umsetzung der geförderten Entwicklungsagenda wird dadurch verhindert (Howell & Pearce 2002: 89ff.). Dies kann dazu führen, dass der ideologische Ansatz der Zivilgesellschaftsförderung, das Potenzial einer Zivilgesellschaft politischen Wandel zu etablieren, limitiert wird (Hearn 2001: 52).
Trotzdem gilt für die Geber und anderen intervenierenden Parteien die Zivilgesellschaft als der potenzielle Motor der Demokratisierung schlechthin (Eberlei 2008: 316). Dabei wird nicht berücksichtigt, dass in Ostafrika undemokratische Werte der Hierarchie und Autoritäten massiv verstärkt sind. Deshalb kann eine Zivilgesellschaftsförderung den Prozess der Demokratisierung stören (Okuku 2003: 53). Weiter zu beachten ist, dass die westlichen Regierungssysteme, die meist auf einem Mehrheitsprinzip basieren, in Ostafrika zu weiteren Problemen führen könnten. Die afrikanischen Nationen bestehen meist aus mehreren multiethnischen Gesellschaften, und ein signifikanter Teil würde durch eine nur auf dem Mehrheitsprinzip basierenden Entscheidung ausgeschlossen werden (Mule 2001: 75).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Zivilgesellschaftsförderung in der Entwicklungszusammenarbeit ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
2 Die westliche Zivilgesellschaft: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und die geschichtliche Entstehung des westlichen Zivilgesellschaftskonzepts.
3 Zivilgesellschaft im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit: Dieser Hauptteil analysiert die Implementierung des Konzepts in Ostafrika sowie die damit verbundenen Herausforderungen und theoretischen Fehlannahmen.
4 Diskussion: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Realität der Entwicklungszusammenarbeit und hinterfragt die ideologische Ausrichtung der Akteure.
5 Schlussfolgerung: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Notwendigkeit einer Abkehr von rein westlich geprägten Förderstrategien zugunsten lokaler Kontextualisierung bekräftigt.
6 Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.
Zivilgesellschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Ostafrika, Good Governance, Demokratisierung, Westliches Konzept, Soziopolitische Kontexte, Lokale Partizipation, Empowerment, Geber-Empfänger-Beziehung, Kultur, Geschichte, Neoliberalismus, Ethnische Gruppen, Soziales Kapital.
Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Förderung der Zivilgesellschaft durch internationale Geber im ostafrikanischen Kontext und den daraus resultierenden Problemen bei der Umsetzung westlicher Konzepte.
Die Themen umfassen die Definition von Zivilgesellschaft, die Geschichte ihrer Förderung, das Konzept von Good Governance und die Bedeutung soziokultureller lokaler Gegebenheiten.
Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die unkritische Übertragung westlicher Entwicklungsmodelle oft scheitert und zu einer Verzerrung der lokalen Realitäten führt.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit Diskursen zur Entwicklungszusammenarbeit basiert.
Der Hauptteil analysiert die Fallbeispiele in Ostafrika (Tansania, Kenia, Uganda) und die Problematik einer "Top-Down"-Förderung, die informelle Strukturen wie Ethnien oft ignoriert.
Wichtige Schlagworte sind Zivilgesellschaft, Ostafrika, Entwicklungszusammenarbeit, Good Governance, eurozentrische Sichtweisen und lokale Partizipation.
Weil das Modell auf historisch gewachsenen westlichen Rahmenbedingungen basiert und die in Ostafrika prägenden informellen, verwandtschaftlichen oder ethnischen Strukturen als "nicht-zivil" ausblendet.
Sie dienen oft als strategisches Instrument der Geber, um liberale Reformen durchzusetzen, übersehen dabei aber häufig die systemischen Ursachen für politische oder ökonomische Probleme vor Ort.
Eine Lösung liegt laut Autorin in der Transparenz der Geber-Vorstellungen und vor allem in der verpflichtenden Berücksichtigung lokaler, soziokultureller Kontexte anstatt eines rein technischen Exports.
Sie stellt fest, dass die bisherige Förderung kaum zu einer nachhaltigen Verbesserung geführt hat, da die Geber die lokalen Bedürfnisse und politischen Rahmenbedingungen der ostafrikanischen Staaten weiterhin unzureichend einbeziehen.
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