Examensarbeit, 2012
101 Seiten, Note: 1,0
I. Konzeption der Unterrichtseinheit
1. „Ein ganzes Buch?!“ – Begründung der Lektüre eines Jugendbuchs als Ganzschrift
2. Lerngruppenanalyse und Unterrichtssituation
3. Sachanalyse
4. Didaktisch-methodische Analyse
5. Leitziele
6. Gliederung der Unterrichtseinheit
6.1 Übersicht über die Unterrichtseinheit
6.2 Tabellarische Übersicht
7. Weitere Betrachtungsmöglichkeiten
II. Durchführung, Dokumentation und Reflexion
1. „Am meisten erwarte ich, dass das Buch mich irgendwie bewegt.“ – Vorüberlegungen (Stunde 1)
2. Pierre Anthon verlässt die Schule – wieso tut ihr dies nicht? (Stunde 2)
3. Wir müssen etwas unternehmen. (Stunde 3)
4. Der zweite Berg der Bedeutung im Unterschied zum ersten (Stunde 4)
5. Der Berg der Bedeutung wächst – und mit ihm das Gefühl der Rache (Stunde 5)
6. Ausgrabung des kleinen Bruders von Elise (Stunde 6)
7. Weitere Forderungen: Gewalt + Irreparabilität = Bedeutung? (Stunde 7)
8. Jesus am Kreuz und Aschenputtel als Opfer der Suche nach Bedeutung (Stunde 8)
9. „Es wurde alles noch krasser, als wir gedacht haben.“ – Die Forderung nach dem Finger Jan-Johans (Stunde 9)
10. Die Eskalation: Jan-Johans Finger
11. Was ist Bedeutung? Hat der Berg der Bedeutung Bedeutung? (Stunde 11)
12. Zweifel (Stunde 12)
13. Das Ende (Stunde 13)
14. „Das war das erste Buch, das ich freiwillig zu Ende gelesen habe!“ – Die Frage nach dem „Warum?“ (Stunde 14)
15. Klassenarbeit (Stunde 15)
III. Fazit
Die Unterrichtseinheit verfolgt das Ziel, Schülern der 7. Klasse anhand der Ganzschrift „NICHTS Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller einen Zugang zu existentiellen Sinnfragen zu ermöglichen, ihre Sprachkompetenz zu fördern und sie zur Reflexion über ihre eigene Lebenswelt sowie zu argumentativen Diskursen zu befähigen.
3. Sachanalyse
NICHTS Was im Leben wichtig ist von Janne Teller wird bereits seit dem Erscheinen der dänischen Ausgabe im Jahr 2000 kontrovers diskutiert. In dänischen Schulen war das Buch zunächst zeitweise sogar verboten, wurde jedoch 2001 mit dem Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministeriums ausgezeichnet, 2008 in Frankreich zum besten Jugendroman gewählt und mit weiteren Preisen, u. a. dem renommierten Prix Libbylit, bedacht. Mittlerweile ist das Buch in 13 Sprachen übersetzt. Allein diese Rezensionsgeschichte deutet schon darauf hin, dass das Buch Stoff für Diskussionen liefern kann.
Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. (S. 9). Mit diesen Worten verlässt Pierre Anthon eines Tages die Schule. Seine Mitschüler reagieren hierauf mit Bestürzung, eigenen Zweifeln und schließlich Aktionismus. Sie möchten Pierre Anthon, aber in erster Linie auch sich selbst, von der Bedeutungshaltigkeit des Lebens überzeugen: Wir wollten nicht in der Welt leben, von der uns Pierre Anthon erzählte. (S. 10). Da sie ihn weder mit Argumenten noch mit Gewalt umstimmen können, wollen sie ihm durch die Errichtung eines „Bergs der Bedeutung“ etwas Bedeutungshaltiges zeigen. Da die ersten Dinge, die auf dem Berg landen, ihnen nur wenig bedeutsam erscheinen, weil ihre vorherigen Besitzer sie leichthin abgegeben hatten, beginnen die Schüler, von jemandem aus ihrem Kreis die Abgabe einer bestimmten Sache zu fordern, deren Herausgabe schmerzlich sein soll, was mit Bedeutungshaftigkeit gleichgesetzt wird – frei nach Nietzsche: „Nur was nicht aufhört, w e h z u t u n , bleibt im Gedächtnis.“
Und treffsicher fordern die Schüler Gegenstände, deren Herausgabe schmerzt. Nebst Boxhandschuhen, einem Teleskop, einer gestohlenen Schlange aus dem Biologiesaal der Schule, Lieblingsbüchern und einem Rennrad werden auch ein Hamster, der Sarg eines verstorbenen Bruders, ein Gebetsteppich, die Jesusskultur der örtlichen Kirche und schließlich der Kopf eines zu diesem Zweck ermordeten Hundes sowie die Jungfräulichkeit einer Schülerin für den Berg der Bedeutung geopfert.
I. Konzeption der Unterrichtseinheit: Erläutert die didaktische Begründung für den Einsatz einer Ganzschrift in der 7. Klasse und analysiert die Lernvoraussetzungen sowie die Leitziele der Unterrichtseinheit.
II. Durchführung, Dokumentation und Reflexion: Detaillierte Darstellung des Unterrichtsverlaufs über 15 Stunden, inklusive Stundenzielen, methodischen Hinweisen und Reflexionen der Lehrkraft zu jeder Phase.
III. Fazit: Zusammenfassende Evaluation der Unterrichtseinheit, die den Erfolg der Methodenwahl sowie die persönliche Entwicklung der Schüler reflektiert.
Ethikunterricht, Ganzschrift, Janne Teller, NICHTS Was im Leben wichtig ist, Sinnsuche, Nihilismus, Existentialismus, Bedeutung, Jugendbuch, Sprachkompetenz, Gruppendynamik, Gewalteskalation, Reflexion, Identität, Unterrichtsdokumentation.
Die Arbeit dokumentiert eine 15-stündige Unterrichtseinheit im Fach Ethik für die 7. Klasse, in der der Jugendroman „NICHTS Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller behandelt wird.
Die zentralen Themen umfassen die Sinnsuche im Jugendalter, die Auseinandersetzung mit Nihilismus, die Entstehung von Gewaltspiralen durch Gruppenzwang und die Frage nach Bedeutung im eigenen Leben.
Das Hauptziel ist es, Schülern mit teils schwacher Sprachkompetenz durch handlungsorientierte Methoden einen Zugang zu tiefgründigen philosophischen Fragen zu verschaffen und sie zu eigener Meinungsbildung anzuregen.
Es handelt sich um eine unterrichtspraktische Dokumentation, die auf einem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht nach Kaspar H. Spinner basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Planung, die Dokumentation der einzelnen Unterrichtsstunden inklusive der Reflexion der Lehrkraft sowie die Darstellung von Ergebnissen der Schülerarbeit.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ethikunterricht, Sinnsuche, Jugendbuch, existenzielle Reflexion, Gruppendynamik und produktive Literaturarbeit definieren.
Das Werk stellt existenzielle Sinnfragen so radikal, dass es aufgrund der drastischen Handlung (u.a. Opferungen für einen „Berg der Bedeutung“) in der Vergangenheit Anlass für Diskussionen gab.
Die Schüler zeigen sich stark betroffen und identifizieren sich emotional mit den Figuren; sie entwickeln eine hohe Diskussionsbereitschaft, auch wenn die Lehrkraft aufgrund religiöser Tabus Fingerspitzengefühl wahren muss.
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