Bachelorarbeit, 2018
49 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN – SOZIOLOGISCHER NEO-INSTITUTIONALISMUS
2.1 Entstehung und Argumentation
2.1.1 Institution und Institutionalisierung
2.1.2 Technische und institutionelle Umwelten
2.1.3 Legitimität
2.1.4 Entkopplung
2.1.5 Rationalitätsmythen
2.1.6 Institutioneller Isomorphismus
2.1.6.1 Organisationale Felder
2.1.6.2 Institutioneller Isomorphismus
2.1.6.2.1 Isomorphismus durch Zwang
2.1.6.2.2 Isomorphismus durch Druck
2.1.6.2.3 Isomorphismus durch Nachahmung
2.2 Kritik
3 QUALITÄTSMANAGEMENT
3.1 Definition Qualität
3.2 Qualitätsmanagement und seine Geschichte
3.3 Die DIN EN ISO 9000ff. Normenreihe
3.3.1 Entstehungskontext
3.3.2 Zielsetzung und Inhalt
3.3.3 Aufbau
3.3.4 Zertifizierungsprozess
3.3.5 Verbreitung
3.3.6 Vorteile und Kritik
4 DAS KRANKENHAUSWESEN ALS TEIL DES DEUTSCHEN GESUNDHEITSWESENS
4.1 Das deutsche Gesundheitswesen
4.2 Das deutsche Krankenhauswesen
4.3 Gesetzliche Verpflichtung zum Aufbau eines internen Qualitätsmanagements
5 THEORIEGELEITETE ANALYSE
5.1 Die DIN EN ISO 9001 als Rationalitätsmythos
5.2 Verbreitung der DIN EN ISO 9001 im Krankenhaussektor durch institutionellen Isomorphismus
5.2.1 Der Krankenhaussektor als organisationales Feld
5.2.1.1 Institutioneller Isomorphismus durch Zwang
5.2.1.2 Institutioneller Isomorphismus durch Druck
5.2.1.3 Institutioneller Isomorphismus durch Nachahmung
6 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die rasche Verbreitung von DIN EN ISO 9001-Zertifikaten im deutschen Krankenhaussektor während der 2000er Jahre. Das zentrale Ziel ist es, diese Entwicklung nicht primär über Effizienzargumente, sondern mittels des soziologischen Neoinstitutionalismus und dessen Konzept des institutionellen Isomorphismus zu erklären, um die Wechselwirkung zwischen Organisationen und ihrer institutionellen Umwelt zu beleuchten.
2.1.6 Institutioneller Isomorphismus
Für Institutionalisten findet Institutionalisierung in erster Linie auf Ebene der organisationalen Felder statt und ist damit ein interorganisationaler Prozess (vgl. Walgenbach 2000, S. 37). In ihrem Aufsatz „The Iron Cage Revisited: Institional Isomorphism And Collective Rationality in Organizational Fields“ gehen DiMaggio und Powell (1983) der Frage nach, weshalb sich Organisationen innerhalb des gleichen organisationalen Feldes bezüglich ihrer formalen Strukturen so ähneln. Ursächlich sehen sie hier einen strukturellen Anpassungsprozess an die Erwartungen der Umwelt, den sie, angelehnt an Hawley (1969), als „Isomorphie“ bezeichnen (vgl. Kühl 2002, S. 158).
DiMaggio und Powell (1983, S. 149) unterscheiden, angelehnt an Meyer (1979) und Fennell (1980), zwei Arten von Isomorphismus: Kompetitiven und Institutionellen Isomorphismus. Kompetitiver Isomorphismus eignet sich dazu Angleichungsprozesse der formalen Strukturen von Organisationen in perfekten Wettbewerbssituationen zu erklären. Da dieser jedoch nur für Organisationen in komplett freien und offenen Märkten, die losgelöst von ihrer institutionellen Umwelt agieren, hinreichende Erklärungen liefert, halten DiMaggio und Powell den institutionellen Isomorphismus für aufschlussreicher.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Problematik der verpflichtenden Einführung von Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern ein und wirft die Forschungsfrage nach der raschen Verbreitung der ISO 9000ff. Normenreihe auf.
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN – SOZIOLOGISCHER NEO-INSTITUTIONALISMUS: Das Kapitel erläutert die Grundannahmen des soziologischen Neoinstitutionalismus, insbesondere die Konzepte der Institution, Legitimität, Entkopplung, Rationalitätsmythen und den institutionellen Isomorphismus.
3 QUALITÄTSMANAGEMENT: Hier werden Definitionen von Qualität sowie die historische Entwicklung des Qualitätsmanagements und die spezifische Entstehung sowie Verbreitung der DIN EN ISO 9000ff. Normenreihe detailliert beschrieben.
4 DAS KRANKENHAUSWESEN ALS TEIL DES DEUTSCHEN GESUNDHEITSWESENS: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das deutsche Gesundheitssystem, das Krankenhauswesen als Teilsystem und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Qualitätsmanagement in Krankenhäusern.
5 THEORIEGELEITETE ANALYSE: Im Hauptteil wird die ISO 9001 als Rationalitätsmythos eingeordnet und die Verbreitung der Norm im Krankenhaussektor durch die Mechanismen des institutionellen Isomorphismus analysiert.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, die verdeutlichen, dass soziologische Erklärungsansätze die Verbreitung der ISO-Normen im Krankenhaussektor besser plausibilisieren können als rein wirtschaftswissenschaftliche Effizienzargumente.
Neoinstitutionalismus, Qualitätsmanagement, Krankenhaussektor, DIN EN ISO 9001, Institutioneller Isomorphismus, Rationalitätsmythen, Legitimität, Krankenhausmanager, Zertifizierung, Organisationsstrukturen, Professionalisierung, Gesundheitssystem, Prozessorientierung, soziale Regeln, Organisationsfeld.
Die Arbeit untersucht, warum sich Qualitätsmanagementsysteme, speziell die DIN EN ISO 9001, trotz Kritik an deren Effizienz und hoher Kosten so rasch in deutschen Krankenhäusern verbreitet haben.
Die zentralen Themen sind der soziologische Neoinstitutionalismus, das Qualitätsmanagement, die institutionellen Rahmenbedingungen des deutschen Krankenhauswesens und die theoretische Analyse von Verbreitungsprozessen.
Das Ziel ist es, die weite Verbreitung der DIN-Qualitätsnorm im Krankenhaussektor der 2000er Jahre aus der Perspektive des soziologischen Neoinstitutionalismus zu erklären.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, bei der soziologische Theorieansätze (Neoinstitutionalismus) auf empirische Daten und Entwicklungen im Krankenhaussektor angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Darstellung der Entwicklung des Qualitätsmanagements, die Analyse des deutschen Gesundheits- und Krankenhauswesens sowie die konkrete theoriegeleitete Analyse der Isomorphismus-Mechanismen.
Wichtige Begriffe sind Neoinstitutionalismus, DIN EN ISO 9001, Krankenhaussektor, Institutioneller Isomorphismus, Rationalitätsmythen und Professionalisierung.
Während ökonomische Theorien auf Zweckrationalität und Effizienzmaximierung fokussieren, erklärt der Neoinstitutionalismus die Strukturierung von Organisationen über das Streben nach Legitimität und Konformität gegenüber der institutionellen Umwelt.
Die Norm wird als Mythos bezeichnet, weil sie von der Umwelt als "richtiges" Mittel zur Erfolgssteigerung wahrgenommen wird, obwohl ihre tatsächliche Effizienz im Krankenhaussektor wissenschaftlich kaum belegbar ist.
Der Krankenhausmanager fungiert als Akteur, der durch eine betriebswirtschaftliche Ausbildung und Berufserfahrung neue Denkweisen in die Klinik trägt und so die Einführung betriebswirtschaftlich geprägter QM-Systeme forciert.
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