Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
1.1. ERÖRTERUNG DER FRAGESTELLUNG
1.2. QUELLEN- UND LITERATURLAGE
2. ZU DEN MERKMALEN EINES SÖLDNERS – WAS MACHT EINEN SÖLDNER AUS
2.1. LEXIKALISCHE ANNÄHERUNG
2.2. DIE LITERARISCHE DEFINITION – MERKMALE DES SÖLDNERTUMS
2.2.1. DER URSPRUNG DER SÖLDNERKRITIK
2.2.2. DIE ZEITGENÖSSISCHE DARSTELLUNG DER SÖLDNER – FROMMER LANDSKNECHT ODER GEWALTTÄTIGER TRINKER? DAS VERHÄLTNIS DES SÖLDNERTUMS ZUR ZIVILEN LEBENSWELT
2.2.3. DER PROZESS DER ANWERBUNG
2.3. KRITISCHE HINTERFRAGUNG DER MERKMALE EINES SÖLDNERS
2.4. KURZE ZUSAMMENFASSUNG DER ENTWICKLUNG DES SÖLDNERTUMS UND ZWISCHENFAZIT
3. DIE DEUTSCHEN SUBSIDIENTRUPPEN IM AMERIKANISCHEM UNABHÄNGIGKEITSKRIEG
3.1. ÜBERLEITUNG „SOLDATENHANDEL“
3.2. DIE SUBSIDIENVERTRÄGE
3.3. DIE TRUPPEN DER DEUTSCHE FÜRSTENTÜMER
3.3.1. DIE TRUPPEN VON HESSEN-KASSEL
3.3.2. DIE TRUPPEN VON BRAUNSCHWEIG
3.3.3. DIE TRUPPEN VON ANSBACH-BAYREUTH
3.4. KURZES ZWISCHENFAZIT
4. GESAMTFAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Bezeichnung "Söldner" auf die deutschen Subsidientruppen zutreffend ist, die während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges für die britische Krone eingesetzt wurden, und arbeitet dabei die wesentlichen Merkmale des frühneuzeitlichen Söldnertums sowie die spezifischen Bedingungen der Soldatenrekrutierung in ausgewählten deutschen Fürstentümern heraus.
2.2.1. Der Ursprung der Söldnerkritik
Wie bereits erwähnt, hätten die Söldner, laut den zeitgenössischen Darstellungen, größtenteils niedere Motive für den Eintritt in das Kriegsgeschäft: Der Söldner sei ein Trinker und Spieler, seine Motive für den Krieg seien nur selten ehrenhaft. All diese Vorurteile sollen in ihrem Kern auf den italienischen Philosoph und Politiker Niccolo Machiavelli (1469-1527) zurückgehen. Seine Ansichten wurden im Laufe der Zeit immer wieder übernommen und weiter verbreitet. Jedoch besteht beispielsweise laut Frank Westenfelder ein gewisses Problem bei Machiavelli: Dieser sei zwar ein großer Philosoph gewesen, aber vom Krieg habe er leider wenig verstanden. Vor allem aber zeichne sich Machiavelli leider auch dadurch aus, dass er die historischen Fakten seinen politischen Vorstellungen anpasste und die Tatsachen somit verdrehte.
Demnach kann man in dieser Hinsicht nicht wirklich von einer glaubwürdigen und objektiven Quelle sprechen. Einige der Motive entstammen aus dem Werk „Il Principe/ Der Fürst“. Dabei wird man zudem auch noch in Bezug auf die quellenkritische Analyse mit einem weiteren Problem konfrontiert, da die Umstände, unter denen das Werk verfasst worden ist, nicht ganz klar sind: Machiavelli befand sich zur Zeit der Abfassung in einer kritischen Situation, weil er seiner politischen Ämter enthoben worden war und ohne Arbeit in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Also bot er sich dem damaligen Medici als Berater an. Somit ist es fragwürdig, ob er die Schrift vielleicht nur verfasste, um diesem Medici zu gefallen und sich somit finanziell zu regenerieren. Nichts desto trotz möchte ich die Ansichten Machiavellis kurz schildern, da seine Beschreibungen sozusagen den Grundstein für die zeitgenössischen Ansichten über das Söldnertum bilden, und somit als Spiegel der Ansichten innerhalb der damaligen Bevölkerung dienen können.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Bezeichnung "Hessians" für deutsche Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und Darlegung der Fragestellung hinsichtlich der Söldner-Definition.
2. ZU DEN MERKMALEN EINES SÖLDNERS – WAS MACHT EINEN SÖLDNER AUS: Theoretische Herleitung und kritische Analyse der Merkmale des Söldnertums anhand lexikalischer und historischer Quellen unter Berücksichtigung des variablen Söldnerbegriffs.
3. DIE DEUTSCHEN SUBSIDIENTRUPPEN IM AMERIKANISCHEM UNABHÄNGIGKEITSKRIEG: Konkrete Analyse der Subsidienverträge und der Anwerbungsmechanismen in Hessen-Kassel, Braunschweig und Ansbach-Bayreuth zur Überprüfung der Söldner-These.
4. GESAMTFAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage, in der das Ergebnis dargelegt wird, dass es sich bei den Subsidientruppen primär um verkaufte oder vermietete Truppen und nicht um klassische Söldner handelt.
Söldner, Subsidientruppen, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, Soldatenhandel, Hessen-Kassel, Braunschweig, Ansbach-Bayreuth, Rekrutierung, Subsidienverträge, Militärgeschichte, Frühe Neuzeit, Söldnerkritik, Landesherrscher, Kantonsystem, Dienstpflicht.
Die Arbeit untersucht, ob die deutschen Truppen, die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf britischer Seite kämpften, zutreffenderweise als Söldner bezeichnet werden können oder ob diese Einordnung historisch differenzierter betrachtet werden muss.
Zentrale Themen sind die Definition und Merkmale des Söldnertums in der Frühen Neuzeit, die diplomatischen Verträge zwischen den deutschen Fürsten und der britischen Krone sowie die lokalen Rekrutierungspraktiken.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Bezeichnung "Söldner" für die Mitglieder der deutschen Subsidientruppen zutreffend ist.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von Primärtexten (Subsidienverträge, kantonale Reglements) und einer Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur zur Militär- und Sozialgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Söldnerbegriffs, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Verträge und der Anwerbungspraktiken in Hessen-Kassel, Braunschweig und Ansbach-Bayreuth.
Zu den prägenden Begriffen gehören Söldnertum, Subsidientruppen, Rekrutierung, Soldatenhandel, Kantonsystem und der spezifische historische Kontext des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.
Hessen-Kassel stellte zahlenmäßig das größte Kontingent und verfügte über ein hoch entwickeltes, durch das Kantonsystem strukturiertes Militärwesen, das als Paradebeispiel für die Strategien der Subsidientruppen dient.
Der Autor unterscheidet primär über den Aspekt der Freiwilligkeit: Während Söldnern oft ein höheres Maß an individueller Entscheidung zugeschrieben wird, waren die Soldaten der Subsidientruppen oft durch landesherrliche Verpflichtungen, Überwachung und ein strenges Verbot des eigenmächtigen Verlassens des Landes gebunden.
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