Bachelorarbeit, 2017
52 Seiten, Note: 1,3
Einleitung und Problemstellung
1 Historische Entwicklung der Sozialen Arbeit und die Herausbildung spezifischer Strukturmerkmale
1.1 Historische Entwicklung
1.2 Strukturmerkmale Sozialer Arbeit
1.2.1 Doppeltes Mandat
1.2.2 Strukturelles Technologiedefizit
1.2.3 Dienstleistungsgedanke und Koproduktion
1.3 Ökonomisierung der Sozialen Arbeit
2 Profession und Merkmale professionellen Handelns
2.1 Soziale Arbeit und der allgemeine Professionsdiskurs
2.2 Der interaktionistische Professionsansatz nach Schütze
3 Verfahren professioneller Reflexion
3.1 Supervision
3.1.1 Einzelsupervision
3.1.2 Gruppensupervision
3.1.3 Teamsupervision
3.2 Kollegiale Beratung
3.3 Evaluation
3.4 Coaching
4 Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Verfahren der professionellen Reflexion zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit beitragen, insbesondere vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Strukturmerkmale. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen den unaufhebbaren Paradoxien professionellen Handelns und der Notwendigkeit einer reflexiven Bearbeitung durch Methoden wie Supervision, kollegiale Beratung und Evaluation.
1.2.1 Doppeltes Mandat
Die Ausführungen zur Entwicklung der Sozialen Arbeit zeigen, dass sich diese seit ca. Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend professionalisierte und gleichzeitig immer stärker in institutionelle Strukturen eingebunden wurde. Diese Einbindung sorgt bis heute für eine fachlich-organisatorische Ausrichtung in Form von institutionsbezogenen Handlungsfeldern, gleichzeitig stellt diese Einbindung aber auch die Verflechtung in rechtliche, finanzielle, organisatorische und sozialpolitische Strukturen dar.
Diese fordern von der Sozialen Arbeit spezifische Handlungslogiken, die in ihrer formallogischen Ausrichtung dem eigenen Handlungsverständnis und den spezifischen Handlungslogiken der Sozialen Arbeit entgegen stehen. Diese widersprüchlichen Handlungslogiken symbolisieren die strukturelle Polarität, die das doppelte Mandat einerseits kennzeichnet. „Die Rede vom Doppelten Mandat verweist 1. auf die konstitutive Verortung öffentlich-rechtlicher erbrachter Formen Sozialer Arbeit in einem nicht auflösbaren Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle und 2. auf die Aufgabe Sozialer Arbeit, zwischen lebensweltlichen Bedürfnissen ihrer AdressatInnen und den Imperativen und Anforderungen des (wohlfahrts-) staatlichen Systems zu vermitteln.“ Dieser Vermittlungsauftrag, den auch Heiner skizziert, basiert auf rechtlichen und sozialpolitischen Grundlagen. Somit ist der Klient nur nachrangig direkter Auftraggeber der Sozialen Arbeit. Das Bild, das durch den Begriff der doppelten Mandatsstellung erzeugt wird, entspricht also nur ungenau den tatsächlichen Verhältnissen.
Einleitung und Problemstellung: Hinführung zum Thema und Herleitung der These, dass professionelle Reflexionsverfahren zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Strukturmerkmale beitragen.
1 Historische Entwicklung der Sozialen Arbeit und die Herausbildung spezifischer Strukturmerkmale: Analyse der historischen Grundlagen sowie der zentralen Strukturmerkmale (Doppeltes Mandat, Technologiedefizit, Koproduktion) und der Auswirkungen der Ökonomisierung.
2 Profession und Merkmale professionellen Handelns: Diskussion des allgemeinen Professionsdiskurses und detaillierte Erläuterung des interaktionistischen Professionsansatzes nach Schütze inklusive der unaufhebbaren Handlungsparadoxien.
3 Verfahren professioneller Reflexion: Darstellung und Analyse gängiger Reflexionsinstrumente wie Supervision (in ihren verschiedenen Settings), kollegiale Beratung, Evaluation und Coaching hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten und Grenzen.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung von Reflexionsverfahren für die Wahrung der Professionalität und kritische Reflexion der Gefährdungen durch ökonomische Anforderungen.
Soziale Arbeit, Professionalisierung, Strukturmerkmale, Doppeltes Mandat, Technologiedefizit, Koproduktion, Profession, Supervision, Kollegiale Beratung, Evaluation, Coaching, Handlungsparadoxien, Reflexion, Ökonomisierung, Handlungslogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit definiert werden kann und welche Rolle Reflexionsverfahren spielen, um den strukturellen Anforderungen und Paradoxien des Berufsfeldes gerecht zu werden.
Die zentralen Themen sind die historische Genese der Sozialen Arbeit, die Identifizierung ihrer spezifischen Strukturmerkmale, die professionstheoretische Verortung sowie die detaillierte Vorstellung von Reflexionsmethoden zur Qualitätssicherung.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Verfahren der professionellen Reflexion essenziell für die Professionalisierung sind, da sie den Fachkräften helfen, mit den strukturell bedingten Handlungsparadoxien professionell umzugehen.
Die Arbeit nutzt primär die Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu Strukturmerkmalen und Reflexionsverfahren zusammenzuführen und theoriegeleitet zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Strukturmerkmale und des Professionsbegriffs sowie eine praxisorientierte Analyse von Supervision, kollegialer Beratung, Evaluation und Coaching.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Strukturmerkmale“, „Doppeltes Mandat“, „Technologiedefizit“, „Reflexion“ und „Professionalisierung“ charakterisiert.
Es erzeugt eine unaufhebbare strukturelle Polarität, da Fachkräfte gleichzeitig Hilfe für Klienten leisten und den Kontrollauftrag des staatlichen Systems erfüllen müssen, was oft zu Rollenkonflikten führt.
Sie ist ein strukturiertes, selbstgesteuertes Format, das ohne einen externen Supervisor auskommt und stattdessen auf die gleichberechtigte Expertise der teilnehmenden Fachkräfte setzt.
Wenn ökonomische Anforderungen wie Effizienz und Leistungskontrolle zur Dominante werden, können die pädagogischen Prinzipien und die Notwendigkeit zur individuellen Fallreflexion untergraben werden, was den interaktionistischen Professionsansatz schwächt.
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