Bachelorarbeit, 2017
55 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Einleitung
I Theoretischer Hintergrund
1. Das Störungsbild der Hypochondrie
1.1 Historische Entwicklung
1.2 Klassifikation und Diagnosekriterien
1.3 Differentialdiagnosen
1.4 Theoretische Erklärungsmodelle
2. Das Medium Internet
2.1 E-Health
2.2 Qualitätssicherung gesundheitsbezogener Webinformationen
2.3. Informationsquellen im Internet
3. Fragestellungen
II Methodenteil
4. Vorgehensweise
III Ergebnisteil
5. Ergebnis: Untersuchung von Effekten webbasierter Einfluss-faktoren auf hypochondrische Patienten
5.1 Verarbeitung gesundheitsrelevanter Informationen
5.2 Phänomen „Cyberchondrie“
5.3 Studie zur Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet: Wer sucht was, wann und wie?
5.4 Studie zur Nutzung gesundheitsbezogener Internetdienste bei psychischen Problemen
5.5 Längsschnittstudie zur wechselseitigen Beziehung von Gesundheitsangst und der gesundheitsbezogenen Recherche im Internet
5.6 Studie zur Nutzung gesundheitsbezogener Internetdienste bei hypochondrischen und nicht hypochondrischen Nutzern
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Internets als Informationsquelle auf die Entstehung, Aufrechterhaltung und Verstärkung hypochondrischer Störungen. Dabei steht die Frage im Fokus, ob die Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen, etwa durch Symptomchecker oder exzessive Recherche, bei den Nutzern Ängste schürt oder auslöst.
Einseitige Verarbeitung von Informationen
Wenn Menschen Informationen zu einem Thema zusammentragen wollen, zu dem sie bereits eine bestimmte Meinung oder Einstellung verfestigt oder eine Annahme haben, so erscheinen ihnen die Angaben wichtiger, relevanter und treffender, die ihre Annahme bestätigen als solche, die sie anzweifeln (Jonas, Schulz-Hardt, Frey & Thelen, 2001). Zweifelt eine Person an der Gesundheitsverträglichkeit eines Stoffes (z. B. Aluminium), wird sie Angaben, die dies bestätigen, mit höherer Wahrscheinlichkeit als relevant und wahr betrachten als Aussagen, die dem Produkt eine Gesundheitsverträglichkeit zuschreiben. Vor allem wird die Person nach beständiger Information suchen. Diese Vorgehensweise beschreibt die Tendenz zur Selbstbestätigung (engl.: confirmation bias) und wurde unter anderem auch für die Informationssuche im Internet empirisch belegt (Bientzle, Cress & Kimmerle, 2015; Cress, Held & Kimmerle, 2013). Darüber hinaus gilt die Tatsache, dass eine negativ vorherrschende Einstellung zu neuen Technologien dazu führt, dass positive wissenschaftliche Erkenntnisse als vorläufig und fragwürdig bewertet werden (Kimmerle, Flemming, Feinkohl & Cress, 2014).
Deswegen beeinflussen nicht nur konkrete Annahmen die Informationsrezeption, auch abstraktere Zugänge spielen eine Rolle. So wurde bewiesen, dass Individuen mehr Information aus Texten, die bezüglich ihrem Zugang zur Thematik geschrieben sind, rezipieren als aus solchen, die einen anderen Zugang auswählen. Zum Beispiel registrieren Menschen mit einem biopsychosozialen Gesundheitskonzept mehr Information aus relevanten Internetseiten und sind mehr von der darin aufgezeigten Ansicht beeinflusst als von Webseiten, die einen naturwissenschaftlichen Standpunkt fokussieren (Bientzle, Cress & Kimmerle, 2013, 2015).
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Internets als zentrale Gesundheitsinformationsquelle und führt in die gesundheitspsychologische Problematik der Hypochondrie ein.
I Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Störungsbild der Hypochondrie, dessen Geschichte, Klassifikation sowie das Internet als neues Medium für E-Health-Angebote.
II Methodenteil: Der Methodenteil beschreibt die systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken sowie die Kriterien für die Auswahl der verwendeten Studien.
III Ergebnisteil: Der Ergebnisteil präsentiert empirische Studien zur Informationsverarbeitung, zum Phänomen Cyberchondrie sowie zum spezifischen Such- und Nutzungsverhalten hypochondrischer Personen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung durch medizinisches Personal, um den Risiken der Internetrecherche zu begegnen.
Hypochondrie, Cyberchondrie, E-Health, Gesundheitsangst, Internetrecherche, Informationsverarbeitung, Somatoforme Störungen, Symptomchecker, Patienteninformation, Gesundheitskommunikation, Digitale Medizin, Internetnutzung, Krankheitsangststörung, Psychologie, Patientenbeteiligung.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Internets als Informationsquelle für Gesundheitsfragen und untersucht, wie dieses Medium die hypochondrische Störung beeinflussen kann.
Die zentralen Felder sind die psychologischen Grundlagen der Hypochondrie, die Digitalisierung des Gesundheitswesens (E-Health) und die Auswirkungen der Online-Informationssuche auf die Gesundheitssorge.
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Internetnutzung dazu beiträgt, hypochondrische Ängste auszulösen, aufrechtzuerhalten oder zu verstärken.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturarbeit und der Analyse bestehender empirischer Studien sowie repräsentativer Befragungsdaten.
Der Hauptteil analysiert die Verarbeitung gesundheitsbezogener Informationen, das Phänomen Cyberchondrie sowie spezifische Längsschnittstudien zum Zusammenhang von Gesundheitsangst und Internetrecherche.
Zu den prägenden Begriffen zählen Hypochondrie, Cyberchondrie, Gesundheitsangst, E-Health, Internetrecherche und der sogenannte Confirmation Bias (Tendenz zur Selbstbestätigung).
Cyberchondrie beschreibt den Prozess, bei dem Internetnutzer bei der Recherche von Krankheitssymptomen vermehrt negative Informationen fokussieren, was zu einer Zunahme von Angst vor ernsten Krankheiten führt.
Ja, da viele Symptomchecker bei trivialen Beschwerden häufig auch schwerwiegende Diagnosen vorschlagen, was bei Menschen mit einer Tendenz zur Gesundheitsangst starke Unsicherheit auslösen kann.
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