Bachelorarbeit, 2017
34 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Von der τέχνη zur modernen Technik – Der Mensch ist ein technisches Wesen
2.1. Die griechische τέχνη – unmittelbares Herstellen und Priorität des Nutzens
2.2. Technik produziert Bedürfnisse – Bedürfnisse produzieren Technik
2.3. Der homo technicus
2.4. Ein anthropologischer Grundzug: Selbsterhaltungs- und Expansionstrieb
2.5. Unterscheidung von τ έ χ ν η und Technik hinsichtlich ihrer Wirkung und ihrer Gerichtetheit
3. Genealogie der Technik
3.1. Griechische Antike
3.2. Frühmittelalter
3.3. Spätmittelalter
3.4 Moderne
4. Die moderne Technik fordert eine neue Ethik
4.1. Der Kategorische Imperativ funktioniert nicht mehr
4.2. Die neue Verantwortung im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft
5. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht diachronisch das Wesen der Technik und deren weitreichende Folgen für das menschliche Leben sowie die ethischen Implikationen in einer technisierten Welt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Inkongruenz zwischen technischer Kompetenz und ethischer Verantwortung angesichts eines unaufhaltsamen Fortschritts.
2.3 Der homo technicus
Der Vorwärtsdrang ist die Tantalusqual des Menschen, die erträglich wird, weil er zuweilen vom Apfel kosten kann, aber die deshalb fortdauert, weil er ewig hungrig bleibt. Dieser Fluch hat seine Ursächlichkeit im Wesen des Menschen selbst. Die logische Entwicklung der τέχνη zur modernen Technik ist aus einem der gattungsspezifischen Merkmale des Menschen ableitbar. Zunächst ist es Aristoteles, der den Menschen vom Tier abzugrenzen versucht, indem er ihm Sozietät und Ratio zugesteht. Insbesondere die Ratio, das naturbedingte Streben und sich Erschließen- Wollen der Welt sei die wesentliche Eigenschaft des Menschen. Dante erweitert Aristoteles Definition des Menschen. Der Mensch sei ein vernunftbegabtes, politisches und auch ein kommunikatives, sprechendes Lebewesen. Die Sprachfähigkeit ermögliche das Schaffen der menschlichen Gesellschaft. In Abgrenzung an scholastische Denker wie etwa Augustin oder Thomas, die auch Tiere und Engel als sprechend verstehen, konstatiert Dante die Fähigkeit des Sprechens als Proprium, das nur dem Menschen eigentümlich ist. Dante entzieht den Menschen dem biologischen Determinismus und schreibt ihm gegenüber den Tieren und Engeln Freiheit zu.
Diesen drei Merkmalen muss ein viertes hinzugefügt werden: die Technik. Der Mensch ist ein technisches Wesen. Ähnlich wie die Sprache der Sozietät dient, dient die Technik der Vernunft. Der Mensch wird ohne besondere Ausstattung, wie sie Tiere besitzen, in die Welt geworfen. Man denke an Krallen, ein scharfes Gebiss, schaufelartige Hände et cetera. Doch solche natürlichen Werkzeuge sind dem Menschen nicht gegeben. Sein Mängelnaturell macht ihn zur leichten Beute. Um diesen Mangel zu kompensieren, konzipiert er Werkzeuge, die eine Orthese seines Verstandes sind. Alsberg spricht vom „Surrogat für mangelnde Organanpassung“, Adler von einer „Überkompensation konstitutioneller Organminderwertigkeit der Menschenart“. Ich betrachte die Technik als verdinglichte Extension des Geistes.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Technik als philosophisches Schlüsselproblem ein und umreißt den diachronischen Aufbau der Untersuchung.
2. Von der τέχνη zur modernen Technik – Der Mensch ist ein technisches Wesen: Dieses Kapitel erläutert den Übergang vom antiken Verständnis des Herstellens hin zur modernen Technik, die Bedürfnisse produziert und das Leben des homo technicus bestimmt.
3. Genealogie der Technik: Hier wird die historische Entwicklung der Technik von der griechischen Antike über das Mittelalter bis zur Moderne analysiert, um die Veränderung im menschlichen Seinsverständnis aufzuzeigen.
4. Die moderne Technik fordert eine neue Ethik: Dieses Kapitel kritisiert das Versagen klassischer ethischer Imperative angesichts globaler technischer Folgen und fordert eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Ethik.
5. Schlusswort: Das Kapitel zieht Bilanz: Der Mensch ist ein technisches Wesen, das aufgrund seines exponentiell wachsenden technischen Einflusses heute eine neue ethische Ausrichtung benötigt.
Technik, homo technicus, Ethik, Verantwortung, τέχνη, anthropologische Grundzüge, Selbsterhaltung, Expansionstrieb, moderne Technik, Zukunftsverantwortung, Natur, Wille zur Macht, Fortschritt, Maschinen, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht das Wesen der Technik aus philosophischer Sicht und beleuchtet, wie der Mensch als "technisches Wesen" die Welt transformiert und dabei zunehmend neue ethische Herausforderungen schafft.
Die zentralen Themen umfassen Anthropologie, Technikphilosophie, die Genealogie technischer Entwicklung sowie die Transformation ethischer Verantwortung in einer industriellen Moderne.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der rasanten technischen Entwicklung und der nachhinkenden ethischen Reflexion aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer neuen, verantwortungsbewussten Zukunftsethik zu begründen.
Es wird eine diachronische Untersuchung durchgeführt, die sich auf theoretische Überlegungen bedeutender Philosophen stützt, um die Entwicklung der Technik und ihre Auswirkungen zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine anthropologische Untersuchung des Menschen als technisches Wesen, eine historische Genealogie der Technik und eine kritische Auseinandersetzung mit den ethischen Problemen der modernen Technik.
Zu den prägenden Begriffen zählen Technik, Verantwortung, das Schicksal des Menschen als homo technicus, Fortschrittskritik und die Notwendigkeit ethischer Komplemente zur Nahethik.
Die Arbeit argumentiert, dass Technik nicht nur Bedürfnisse befriedigt, sondern aktiv neue – oft unnötige – Bedürfnisse produziert, um Massenkonsum und ökonomische Rentabilität zu erzwingen.
Da Kants Imperativ auf unmittelbares, nahes Handeln ausgerichtet ist, erfasst er die kumulativen Fernwirkungen und ökologischen Langzeitfolgen moderner Technik nicht ausreichend.
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