Examensarbeit, 2003
115 Seiten, Note: sehr gut - 14
1. Einleitung
2. Kinder- und Jugendliteratur
2.1 Definitionen von Kinder- und Jugendliteratur
2.2 Der Kinder- und Jugendbuchautor
2.3 Volksüberlieferung und Jugendliteratur
2.4 Phantastische Kinder- und Jugendliteratur
2.4.1 Phantastische Literatur
2.4.2 Abgrenzung verwandter Gattungen
2.4.3 Motive im phantastischen Kinder- und Jugendbuch
3. Die Literaturgattung der Sage
3.1 Sagengattungen
3.2 Sorbische Volkssagen
3.3 Die Krabat-Sage
3.3.1 Frühe Fassungen der Sage
3.3.2 Vergleich der frühen Fassungen
3.3.3 Die Entwicklung des Stoffes unter dem Einfluss der Volkskunde
3.3.4 Die literarischen Fassungen und das Fortleben der Sage
3.3.4.1 Martin Nowak-Neumann „Meister Krabat“ (1954)
3.3.4.2 Jurij Brežan „Die Schwarze Mühle“ (1968)
3.3.4.3 Otfried Preußler „Krabat“ (1971)
4. Die Krabat-Sage als phantastisches Jugendbuch
4.1 Inhaltsangabe
4.2 Personen im „Krabat“
4.2.1 Krabat
4.2.2 Kantorka
4.2.3 Die Müllerburschen
4.2.4 Tonda
4.2.5 Juro
4.2.6 Pumphutt oder die Sagengestalt in der Sage
4.2.7 Der Meister
4.2.8 Der Teufel
4.3 Magische Welten
4.3.1 Der Ring aus Haar
4.3.2 Die Wurzel
4.3.3 Die Salbe
4.3.4 Das Messer
4.3.5 Die Mühle als unheimlicher Ort
4.3.6 Die Schwarze Kammer
4.3.7 Freitagsgeschehen
4.3.8 Der magische Kreis
4.3.9 Das Ritual der „Geheimen Bruderschaft“
4.3.10 Ochsenhandel
4.3.11 Pferdehandel
4.3.12 Die Kutschfahrt
4.3.13 Die Werberepisode
4.3.14 Die Erlösung
4.3.15 Parapsychologische Fähigkeiten
4.3.15.1 Handauflegen
4.3.15.2 Aus-sich-Hinausgehen
4.3.15.3 In-Gedanken-sprechen
4.3.16 Die Träume und ihre Bedeutung
4.4 Der geographische und geschichtliche Hintergrund
4.5 Brauchtum und Volkstum
5. Schluss und Ausblick
5.1 Die reale und die phantastische Ebene im „Krabat“
5.2 Projekte rund um die Sagengestalt „Krabat“
Die vorliegende Examensarbeit untersucht die Entstehung und Gestaltung von Otfried Preußlers Jugendbuch "Krabat" und analysiert, wie der Autor einen alten sorbischen Sagenstoff in ein phantastisches Jugendbuch transformiert hat. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie Preußler historische Motive und Brauchtum in sein Werk integriert und durch die Gattung der Phantastik neu interpretiert.
4.2.7 Der Meister
Die Stimme des Meisters nimmt Krabat bereits in einem Traum wahr: „Die Stimme klang heiser, sie schien aus den Lüften zu kommen, von fernher, und rief ihn bei seinem Namen. [...] ‚Krabat!‘ [...] ‚Komm nach Schwarzkollm in die Mühle, es wird nicht zu deinem Schaden sein!‘ “ Krabat folgt der geheimnisvollen Stimme und kommt nachts auf die Mühle im Koselbruch. Als er eintritt, ist fast alles dunkel, außer die Kammer des Meisters, der dort auf den Jungen wartet: „Hinter dem Tisch saß ein massiger dunkelgekleideter Mann, sehr bleich im Gesicht, wie mit Kalk bestrichen; ein schwarzes Pflaster bedeckte sein linkes Auge.“ Der Müller wird also als unheimlich und hässlich beschrieben. Die Einäugigkeit ist zwar für gewöhnlich Zeichen einer gewissen Beschränkung. Es kann aber auch wie hier symbolisch als Ausdruck für Fähigkeiten besonderer Art stehen. Den Einfluss, den der Meister auf andere ausübt, wird bereits kurz nach dem Kennenlernen deutlich: „ ‚Ich bin hier der Meister. Du kannst bei mir Lehrjunge werden, ich brauche einen. Du magst doch?‘ ‚Ich mag‘, hörte Krabat sich antworten. Seine Stimme klang fremd, als gehörte sie gar nicht ihm.“ Krabat befindet sich also von Anfang an im magischen Bann des Meisters, wovon er sich erst im weiteren Handlungsverlauf losmachen kann. Der Meister ist in seiner Funktion als Teufelsbündner der Auslöser des numinosen Geschehens im „Krabat“ und stellt als Personifizierung des Bösen eine negative Kraft dar. Seine Hauptgegenspielerin findet er in der Kantorka, die wie bereits erwähnt, dem Müller als Gutes Prinzip gegenübersteht. Der Name des Müllers wird nicht genannt. Sein negatives äußeres Erscheinungsbild korrespondiert mit seinem düsteren Innern. Er ist wortkarg und verkörpert eine Reihe von negativen Eigenschaften, die durch seine Zaubermacht noch verstärkt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der sorbischen Sagengestalt Krabat ein und erläutert die Absicht, die literarische Adaption durch Otfried Preußler in den Kontext der phantastischen Jugendliteratur zu stellen.
2. Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel definiert die Gattung der Kinder- und Jugendliteratur und untersucht die Bedeutung der phantastischen Literatur sowie deren Motive.
3. Die Literaturgattung der Sage: Hier werden Definitionen, Gattungsmerkmale und die geschichtliche Entwicklung der Sage sowie die spezifische Krabat-Sage und ihre Adaptionen durch verschiedene Autoren analysiert.
4. Die Krabat-Sage als phantastisches Jugendbuch: Der Hauptteil bietet eine Inhaltsangabe und eine tiefgehende Analyse der Figuren, magischen Elemente, der Handlung und der Motive innerhalb von Preußlers Roman sowie dessen historischem Kontext.
5. Schluss und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert den literarischen Wert des Werkes "Krabat" und gibt einen Überblick über verschiedene Projekte und Rezeptionen rund um die Sagengestalt.
Krabat, Otfried Preußler, Sorbische Sage, Phantastische Jugendliteratur, Zaubermühle, Teufelsbündner, Magie, Volkssage, Mythen, Symbolik, Literaturwissenschaft, Literaturadaption, Schwarze Kunst, Brauchtum, Lausitz.
Die Examensarbeit analysiert, wie Otfried Preußler eine alte sorbische Volkssage in sein berühmtes Jugendbuch "Krabat" transformierte und welche erzählerischen sowie inhaltlichen Mittel er dabei verwendete.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kinder- und Jugendliteratur, die wissenschaftliche Einordnung von Sagen, die Analyse der Romanfiguren sowie die symbolische Bedeutung magischer Welten und parapsychologischer Fähigkeiten im Buch.
Ziel ist es, das "Aufleben" einer alten Sage im modernen Jugendbuch nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie Preußler den ursprünglichen Stoff durch eigene Kompositionen zu einem phantastischen Meisterwerk weiterentwickelte.
Es erfolgt eine strukturierte textkritische Analyse des Romans im Vergleich zu historischen Sagenfassungen sowie eine Untersuchung der im Buch enthaltenen Motive und Symbolik unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher und kulturhistorischer Quellen.
Der Hauptteil widmet sich der Inhaltsangabe, einer ausführlichen Charakterisierung der Protagonisten (wie Krabat, Kantorka und der Meister) sowie der Untersuchung magischer Gegenstände und ritueller Praktiken in der "Schwarzen Schule".
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Krabat, Preußler, Sorbische Sage, Phantastik, Teufelsbündner und literarische Adaption treffend beschreiben.
Preußler reduziert die Erzählung auf die Lehrjahre des Jungen und fokussiert sich stärker auf psychologische Reifungsprozesse, Freundschaft und Liebe, anstatt Krabat lediglich als einen "strahlenden Helden" darzustellen.
Der Teufelspakt dient als düsterer Rahmen der Handlung, wobei der Müller als Teufelsbündner fungiert, dessen Macht jedoch durch menschliche Tugenden wie Liebe und Opferbereitschaft, personifiziert durch die Kantorka, überwunden werden kann.
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