Masterarbeit, 2016
114 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Besondere Voraussetzungen der Arbeit
3. Theoretisches Fundament
3.1 Verortung und Anknüpfungspunkte der Arbeit
3.2 Konzeptualisierung von Fremdheit und Geschlecht
3.2.1 Fremdheit
3.2.2 Geschlecht
4. Forschungsdesign und methodisches Vorgehen
4.1 Verfahren der strukturierenden Inhaltsanalyse
4.1.1 Strukturierende Inhaltsanalyse
4.2 Auswahl- und Analyseeinheit
4.2.1 Untersuchungsgegenstand
4.2.2 Zeitraum und Diskursstrang der Untersuchung
4.3 Datenerhebung und Kategoriensystem
4.3.1 Datenerhebung
4.3.2 Kategoriensystem und Kodierprozess
5. Analyseergebnisse- und Auswertung
5.1 Ereignishintergrund und quantitative Besonderheiten
5.2 Wer spricht? Auf welcher Ebene wird berichtet?
5.3 Wie wird gewertet? Wie wird argumentiert?
5.4 Darstellung und Attribuierung geflüchteter Menschen
5.4.1 Bezeichnung der Geflüchteten: Die „Ankommenden“ und der „nicht abreißende Zustrom“
5.4.2 Attribuierungen: „Abertausende Flüchtlinge“ und ihr Wille zur Integration
5.4.3 Strukturkategorien: „gebildete syrische Flüchtlinge“ als „Motor für die Wirtschaft“
5.4.4 Geschlechterthemen: Die „stille Frau“ und westliche Grundsätze
6. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die mediale Darstellung und Konstruktion von geflüchteten Menschen in der deutschen Tagespresse während der sogenannten „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie geflüchtete Menschen medial gerahmt werden, welche Rolle geschlechterspezifische Zuschreibungen in diesem Diskurs spielen und wie die Grenzziehung zwischen der autochthonen Gesellschaft und den Geflüchteten sprachlich manifestiert wird.
1. Einleitung
„Was wir über unsere Gesellschaft wissen, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 1996: 9) schrieb der Soziologe Niklas Luhmann und lässt damit die bedeutsame Rolle von Medien bei der Vermittlung und Gestaltung unserer sozialen Wirklichkeit sehr deutlich werden. Zugleich beschreibt diese Aussage die Relevanz der vorliegenden Untersuchung. Mediale Berichterstattungen beeinflussen unsere individuelle Konstruktion von Wirklichkeit, indem sie uns Bilder und Geschichten liefern, die uns Deutungs- und Orientierungsmuster anbieten. Sie bilden die Welt nicht eins-zu-eins ab, sondern haben Anteil an der Gestaltung dieser Welt. Sie prägen somit unser Wissen über und unser Verständnis von jenen Ereignissen in der Welt, die wir selbst nicht persönlich erfahren können.
Gerade bei der Erzeugung und Darstellung des Fremden spielt die Berichterstattung durch Massenmedien folglich eine bedeutsame Rolle. Denn Fremdheit entsteht nur selten dort, wo Menschen persönlich zusammentreffen. Begegnung allein führt im besten Falle schon zu etwas Gemeinsamen. Als „prototypischer Fall des Fremden“ (Scherr 1999: 50) wird in der Soziologie vornehmlich der*die Migrant*in beschrieben.
Hier setzt die vorliegende Arbeit an. Untersucht wird die mediale Darstellung bzw. Konstruktion der im Jahr 2015 nach Deutschland flüchtenden Menschen. Über die Hintergründe von Migrationsbewegungen und über die Situation der Geflüchteten an den Grenzen der Festung Europa wüssten wir – wie schon angedeutet – kaum etwas, würden die Medien nicht darüber berichten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Massenmedien bei der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit und führt in das Forschungsanliegen ein, die mediale Darstellung von Geflüchteten im Jahr 2015 kritisch zu hinterfragen.
2. Besondere Voraussetzungen der Arbeit: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begrifflichkeiten, insbesondere den Umgang mit dem Begriff der „Flüchtlingskrise“ sowie die Wahl der Bezeichnungen für geflüchtete Menschen unter ethischen Gesichtspunkten.
3. Theoretisches Fundament: Hier werden die Arbeit in das Schnittfeld von Gender Studies und Migrationsforschung verortet sowie die theoretischen Ansätze zur Konzeptualisierung von Fremdheit und Geschlecht dargelegt.
4. Forschungsdesign und methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die strukturierende Inhaltsanalyse als methodisches Instrument, die Auswahl der Printmedien sowie die Festlegung der Analysekategorien und des Kodierprozesses.
5. Analyseergebnisse- und Auswertung: Die Auswertung präsentiert die Ergebnisse der Medienanalyse, unterteilt in quantitative Aspekte, Sprecher*innen-Ebenen, Argumentationsmuster sowie qualitative Analysen der Bezeichnung und Attribuierung von Geflüchteten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der Forschungsfrage und weist auf Grenzen sowie weiterführende Forschungsmöglichkeiten hin.
Medienberichterstattung, Flüchtlingskrise, Gender Studies, Migrationsforschung, Fremdheit, Konstruktivismus, strukturierende Inhaltsanalyse, Geschlechterrollen, Diskursanalyse, Integration, Argumentationsmuster, Othering, Printmedien, Repräsentation.
Die Arbeit analysiert die mediale Darstellung geflüchteter Menschen in der deutschen Tagespresse während der Ereignisse des Jahres 2015, um zu verstehen, wie Bilder und Diskurse über Flucht und Migration konstruiert werden.
Die Themen umfassen die mediale Konstruktion von Fremdheit, die Rolle von Geschlechtervorstellungen bei der Darstellung von Geflüchteten, die Verknüpfung von Medien- und Politikdiskursen sowie die Analyse von Argumentationsmustern.
Das Ziel ist es, die dominanten medialen Narrative und Zuschreibungen zu identifizieren, die zur Grenzziehung zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und Geflüchteten beitragen, und dabei insbesondere die geschlechtsspezifische Dimension zu beleuchten.
Es wird eine standardisierte qualitative Inhaltsanalyse nach Werner Früh und Patrick Rössler durchgeführt, die durch Elemente der Diskursforschung ergänzt wird, um wiederkehrende Aussagemuster zu identifizieren.
Der Hauptteil analysiert die Berichterstattung in vier ausgewählten überregionalen Zeitungen (SZ, FAZ, B.Z., Abendzeitung) und untersucht Aspekte wie Ereignishintergründe, die Ebene der Berichterstattung, vorherrschende Argumentationsmuster und die sprachliche Benennung geflüchteter Menschen.
Wichtige Begriffe sind Medienberichterstattung, Fremdheitskonstruktion, Gender Studies, Othering, Migrationsdiskurs und strukturierende Inhaltsanalyse.
Die Studie stellt fest, dass Boulevardmedien oft eine emotionalere und personalisiertere Berichterstattung wählen, während die Qualitätsmedien stärker auf Hintergrundberichte, Expertenmeinungen und die Einbettung in politische Debatten fokussieren, wobei sich die ideologischen Ausrichtungen der Zeitungen in der Tonalität widerspiegeln.
Die Arbeit zeigt, dass geflüchtete Frauen in der Berichterstattung weitgehend unsichtbar bleiben, während männliche Geflüchtete häufiger im Kontext von Arbeitsmarktintegration oder – insbesondere im Nachgang der Silvesterereignisse – im Kontext von Kriminalität thematisiert werden, wobei patriarchale Strukturen oft als „fremdes“ Merkmal kontrastiert werden.
Die Untersuchung ergibt, dass die sexuellen Übergriffe in Köln zwar zu einer Zunahme geschlechterspezifischer Thematisierungen führten, diese jedoch in den untersuchten Zeitungen insgesamt differenzierter behandelt wurden, als es die teils hysterische Stimmung in der öffentlichen Diskussion vermuten ließ.
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