Examensarbeit, 2015
57 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
I. Einleitungsfragen
1. Gattungsfrage
2. Verfasserfrage
3. Abfassungszeit und –ort
4. Das Adressenproblem
5. Anlass und Zweck
II. Das Gegenüber von Juden und Heiden im Imperium Romanum
1. Die Hellenisierung des Judentums
2. Die „Unbeschnittenheit“ – jüdische Sicht auf ihre heidnische Umwelt
3. Die jüdische Sonderstellung im Imperium Romanum
4. Die Etablierung des Christentums – von der innerjüdischen Erneuerungsbewegung zur hellenistischen Kultbewegung
III. Die Kirchenkonzeption in Eph 2,11-22
1. Kontext- und Strukturanalyse
2. Motivanalyse
A. τῆς πολιτείας τοῦ Ἰσραήλ
B. Μακράν καὶ ἐγγύς
C. Καινὸν ἄνθρωπον
D. Εἰρήνη
3. Exegese
A. Vers 11 – 13: Einst und jetzt – fern und nahe
B. Vers 14 – 18: Christus der Friedensbringer
C. Vers 19 – 22: Miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geiste
4. Parallelstellen
A. Das Ende des Gesetzes
B. Das Ende des Unterschieds
IV. Die Kirche im Epheserbrief – ein Gegenentwurf zum Imperium Romanum
1. Der Leib des Imperiums
2. Pax Christi und Pax Gentium
Fazit
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die Kirchenvision des Epheserbriefes, indem sie die theologischen Leitlinien aus jüdischer Tradition und christlichem Selbstverständnis im Kontext des Imperium Romanum analysiert. Das primäre Ziel ist die Untersuchung der Perikope Eph 2,11-22, um aufzuzeigen, wie der Autor die Kirche als universale Einheit aus ehemaligen Juden und Heiden konzipiert und diese als theologischen Gegenentwurf zum römischen Herrschaftsanspruch positioniert.
III. Die Kirchenkonzeption in Eph 2,11-22
Der Aufbau des Epheserbriefs orientiert sich sehr stark am Vorbild der Paulusbriefe sowie am Kolosserbrief. So orientiert sich die Zweiteilung des Briefkorpus in Narratio (Eph 2,1-3,21) und Exhortatio (Eph 4,1-6,9) deutlich an Römerbrief, 1. Thessalonicherbrief und Kolosserbrief. Eine klassische Einleitung in den Briefkorpus, wie sie für paulinische Briefe typisch ist, findet sich weder in 2,1 noch in 2,11. Doch das Gebet in 3,14-21, welches als Abschluss der Narratio und Hinführung zur Exhortatio dient und als dreifache Bitte um eine Vertiefung der Glaubenserkenntnis der Adressaten formuliert ist, stellt einen Rückverweis auf die dreifache Fürbitte in 1,15-23 dar, welche das Exordium abschließt und bereits auf die Narratio hinausweist. Auch dieses Exordium, bestehend aus Präskript, Eulogie und Proömium sowie die als Briefschluss fungierende Peroratio haben ihr Vorbild erneut in den paulinischen Briefen.
Obwohl die Parallelität von Eph 2,11-22 mit Eph 2,1-10 augenfällig ist, so ist es doch deutlich, dass mit V.11 ein neuer Abschnitt beginnt – der „theologische Hauptteil“ des Epheserbriefes. Denn erst mit den V.11 und V.13 kommt das ποτὲ … νῦν Schema, das bereits in V.2 angeklungen war, voll zur Entfaltung. Dieses Schema ist das maßgebliche Strukturelement, das der Dualität dieses Abschnitts Ausdruck verleiht. Auch die veränderte Semantik – die Adressaten werden nun ausdrücklich als Heiden in der 2. Pers. Pl. angesprochen und der Gemeinde Israels gegenübergestellt – ist Ausdruck des Neuansatzes, der mit V.11 beginnt. Obwohl der Modus der Anrede dadurch beibehalten wird, greift nun offenkundiger eine theologische Argumentation, die den Blick auf Christus den Friedensstifter (V.14-18), der den neuen Menschen schafft (V.15) und die zum heiligen Tempel des Herrn wachsende Kirche (V.20-22) richtet.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Niedergang des Judenchristentums und verortet den Epheserbrief als theologisches Dokument, das trotz seiner Entstehung in der postpaulinischen Zeit Relevanz für ökumenische und interreligiöse Diskurse behält.
I. Einleitungsfragen: Dieses Kapitel behandelt die Gattungsfrage, die Verfasserfrage, sowie Abfassungszeit, Adressaten und den Zweck des Epheserbriefes, wobei die Pseudepigraphie und die Rolle der „Paulusschule“ im Vordergrund stehen.
II. Das Gegenüber von Juden und Heiden im Imperium Romanum: Hier wird der historische Kontext der Diasporajuden und die soziopolitische Spannungssituation zwischen Juden und Heiden unter römischer Herrschaft analysiert.
III. Die Kirchenkonzeption in Eph 2,11-22: Der Hauptteil der Arbeit bietet eine umfassende Analyse der zentralen Perikope, unterteilt in Struktur-, Motiv- und Exegese-Abschnitte, inklusive eines Vergleichs mit relevanten Parallelstellen.
IV. Die Kirche im Epheserbrief – ein Gegenentwurf zum Imperium Romanum: Das Kapitel vergleicht die ekklesiologischen Begriffe des Briefes, wie Leib Christi und Frieden, mit römischen Konzepten wie corpus rei publica und Pax Gentium.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Epheserbrief die Kirche als metaphysische und universale Größe entwirft, die als Ersatz für den zerstörten Jerusalemer Tempel fungiert und den römischen Machtanspruch religiös unterwandert.
Epheserbrief, Judenchristentum, Heidenchristentum, Ekklesiologie, Imperium Romanum, Einheit, Christus, Friedensstifter, Pseudepigraphie, Tora, Versöhnung, Leib Christi, Tempel, Diaspora, Pax Gentium.
Die Arbeit untersucht die Kirchenkonzeption des Epheserbriefes, insbesondere wie dieser Text die Einheit von Juden und Heiden als göttlich gewollte neue Gemeinschaft darstellt.
Zentral sind die historische Einordnung des Schreibens, das Spannungsfeld zwischen Judentum und Heidentum im ersten Jahrhundert sowie das ekklesiologische Verständnis des Autors.
Das Ziel ist es, die Kirchenvision des Epheserbriefes zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit die dort entworfene Vorstellung von Kirche als bewusster Gegenentwurf zum römischen Imperium zu verstehen ist.
Es wird eine historisch-kritische Exegese der Perikope Eph 2,11-22 angewandt, kombiniert mit einer motivgeschichtlichen Analyse und einer vergleichenden Untersuchung politisch-sozialer Metaphorik der Antike.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auslegung von Eph 2,11-22, eine Untersuchung der jüdisch-heidnischen Beziehungen im Imperium sowie eine Analyse der politischen Metaphorik, die Christus als Haupt und Friedensstifter den römischen Herrschaftsstrukturen gegenüberstellt.
Wichtige Begriffe sind Ekklesiologie, Universalität, Frieden (Pax Christi), die Aufhebung der Tora-Trennwand sowie die Metaphern von Leib und Tempel.
Der Verfasser des Epheserbriefes betrachtet das Gesetz als eine Trennmauer zwischen Juden und Heiden, die durch das Wirken Christi „vernichtet“ wurde, um eine übergeordnete Einheit zu ermöglichen.
Der Epheserbrief nutzt Begriffe, die an kaiserliche Lobschriften erinnern (z.B. Friedensbringer), überträgt diese jedoch auf Christus. Damit wird die Kirche als eine universale, metaphysische Gemeinschaft definiert, die nicht auf staatlicher Gewalt, sondern auf der Versöhnung in Christus gründet.
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