Examensarbeit, 2015
58 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Bedeutung und Erfassung motivationaler Orientierungen
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Überblick über Motivations-Konstrukte
2.1.1 Das Erwartungs-Wert-Modell der Leistungsmotivation von Eccles, Adler, Futterman, Goff, Kaczala, Meece und Midgley (1983)
2.1.2 Die Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan (1985)
2.2 Motivationale Orientierungen
2.2.1 Die Achievement Goal Theory nach Elliot und McGregor
2.2.2 Lern- und Leistungszielorientierung nach Dweck (1978)
2.2.3 Aufgaben- und Ich-Orientierung nach Nicholls (1984)
2.3 Entwicklung motivationaler Orientierungen im Laufe der Schulzeit
2.3.1 Studie zu Zielorientierungen von Köller, Baumert und Rost (1998)
2.3.2 Studie zur Entwicklung der Zielorientierungen im Fach Mathematik von der 3. Bis 5. Jahrgangsstufe von Schwinger und Wild (2006)
2.4 Messen motivationaler Orientierungen
2.4.1 SELLMO von Spinath, Stiensmeier-Pelster, Schöne und Dickhäuser (2002)
2.4.2 Developing measures of motivational orientation to read and write von Hamilton, Nolen und Abbott (2013)
3. Zielsetzung und Fragestellung
3.1 Zielsetzung der Arbeit
3.2 Formulierung der Forschungsfragen
4. Methode
4.1 Design der Studie und Beschreibung der Stichprobe
4.2 Eingesetztes Erhebungsinstrument Fragebogen
4.2.1 Entwicklung
4.2.2 Struktur
4.3 Ablauf der Befragung
5. Ergebnisse
5.1 Vorgehen bei der Auswertung
5.1.1 Vorgehen bei einer exploratorischen Faktorenanalyse in SPSS
5.1.2 Exploratorische Faktorenanalyse für die motivationalen Orientierungen beim Lesen und Schreiben
5.2 Ergebnisse und Faktorenstruktur
5.2.1 Ergebnis für die erste Fragestellung: die Faktorenstruktur
5.2.2 Ergebnis für die zweite Fragestellung: die Reliabilitäten
5.2.3 Ergebnis für die dritte Fragestellung: Die Ausprägung der Skalenwerte
6. Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Gegenüberstellung des entwickelten Fragebogens mit dem Original-Fragebogen
6.3 Praxisrelevanz
Das Ziel der Arbeit war die Entwicklung und Pilotierung eines deutschsprachigen Messinstruments zur Erfassung motivationaler Orientierungen beim Lesen und Schreiben für Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufe, basierend auf dem US-amerikanischen Fragebogen von Hamilton et al. (2013).
1.1 Bedeutung und Erfassung motivationaler Orientierungen
Heutzutage hat Lesen und Schreiben eine ganz andere Bedeutung als noch vor einigen Jahren. Damals war Lesen und Schreiben für Menschen ein Luxus und es konnten sich nur wenige leisten. Deshalb konnten die Wenigsten lesen und schreiben. Ganz im Gegenteil zu heute. Heutzutage wird Schreiben und vor allem Lesen als Freizeitbeschäftigung angesehen. Schon im ersten Schuljahr werden diese zwei Grundfertigkeiten den Kindern übermittelt. Doch warum lernen die Kinder Lesen und Schreiben? Aus eigenem Antrieb, weil sie es können möchten, oder etwa doch nur weil es von ihnen erwartet wird?
Mit dieser Frage beschäftigten sich viele Forschungen in den letzten Jahren, da motivationale Variablen – neben kognitiven Variablen wie Intelligenz und Vorwissen – zu den wichtigsten Determinanten von Schulleistung gehören (Helmke, 1992; Schrader & Helmke, 2001). Nicht nur die Höhe der Motivation ist entscheidend für den Lernerfolg, sondern auch die Art der Motivation. Dies bedeutet, dass neben der Frage, „wie sehr“ Lernende motiviert sind, auch die Frage „wie“ sie motiviert sind eine wichtige Rolle spielt für die Erklärungen von Lernverhalten und -erfolg.
In der Motivationsforschung nimmt einen großen Teil der Theoriekomplex „Zielorientierungstheorien“ ein. Unter unterschiedlichen Begriffspaaren, wie zum Beispiel Lern- und Leistungszielorientierung (Dweck & Legett, 1988; Elliot & McGregor, 2001) oder Aufgaben- und Ich-Orientierung (Nicholls, 1984), die alle beide Ähnliches meinen, werden zwei Bereiche von Zielen zusammengefasst. Die motivationalen Orientierungen von Lernenden im Lernprozess sind gekennzeichnet durch das Streben nach diesen Zielen und wirken sich quantitativ ebenso gut wie qualitativ auf den Lernerfolg aus. Während sich die einen danach bemühen, ihre vorhandenen Kompetenzen zur Schau zu stellen bzw. mangelnde Kompetenzen zu verbergen, wenden sich andere einer Aufgabe zu, um ihre Kompetenzen zu steigern. Diese Unterschiede in den motivationalen Orientierungen von Lernenden ziehen Unterschiede im Erleben und Lernverhalten nach sich, diese wiederum rufen Konsequenzen für Lernerfolg und Leistungsentwicklung hervor (Nicholls, 1984; Dweck & Leggett, 1988).
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die zunehmende Bedeutung von Lese- und Schreibkompetenzen und begründet das Fehlen eines geeigneten, deutschsprachigen Instruments zur Erfassung der motivationalen Orientierungen bei Mittelschülern.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden grundlegende Motivationsmodelle wie das Erwartungs-Wert-Modell und die Selbstbestimmungstheorie vorgestellt sowie der aktuelle Forschungsstand zu Zielorientierungen im schulischen Kontext dargelegt.
3. Zielsetzung und Fragestellung: Die explorative Zielsetzung zur Entwicklung eines Fragebogens wird formuliert und in drei spezifische Forschungsfragen zur Faktorenstruktur, Reliabilität und Ausprägung der Skalenwerte unterteilt.
4. Methode: Das Design als Querschnittstudie, die Stichprobenzusammensetzung der Mittelschüler sowie die detaillierte Entwicklung und Struktur des eingesetzten Fragebogens werden beschrieben.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse der exploratorischen Faktorenanalyse werden präsentiert, wobei die Faktoren Lernziel-Orientierung, Arbeitsvermeidung und Vermeidungs-Leistungsziel für beide Domänen identifiziert und hinsichtlich ihrer Reliabilität geprüft wurden.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden mit der amerikanischen Originalstudie verglichen, wobei insbesondere Unterschiede in der Arbeitsvermeidung aufgezeigt und die praktische Relevanz des Instruments für die individuelle Förderung im Unterricht erörtert werden.
motivationale Orientierungen, Lese-Motivation, Schreib-Motivation, exploratorische Faktorenanalyse, Lernziel-Orientierung, Arbeitsvermeidung, Vermeidungs-Leistungsziel, Schulleistung, Zielorientierungstheorien, pädagogische Diagnostik, Mittelschule, Instrumententwicklung, Reliabilität, Cronbachs Alpha, Kompetenzerwerb
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der motivationalen Orientierungen von Mittelschülern beim Lesen und Schreiben.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie, insbesondere die Zielorientierungstheorien, sowie deren praktische Anwendung im Bereich der Lese- und Schreibförderung.
Ziel ist es, ein psychometrisch valides deutschsprachiges Instrument zu pilotieren, das auf einer US-amerikanischen Vorlage basiert, um spezifische Motivationsmuster bei Schülern der 5. und 6. Klasse zu identifizieren.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Querschnittstudie und wendet eine exploratorische Faktorenanalyse an, um die Struktur der motivationalen Orientierungen der befragten Schüler zu bestimmen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Herleitung der Konstrukte, die methodische Konstruktion des Fragebogens, die statistische Auswertung mittels SPSS und die Interpretation der Faktorenstrukturen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie motivationale Orientierungen, Lese-/Schreibmotivation, exploratorische Faktorenanalyse und pädagogische Diagnostik kennzeichnen.
Die deutsche Stichprobe zeigte im Vergleich zu den amerikanischen Ergebnissen eine stärkere Tendenz zur Arbeitsvermeidung, was auf eine unterschiedliche Ausprägung der Lernmotivation hindeutet.
Die Faktorenstruktur bildet die Basis für die Einzelskalen; nur durch eine empirisch belegte Reduktion auf stabile Faktoren kann eine zuverlässige interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) gewährleistet werden.
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