Examensarbeit, 2018
133 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretische Hintergründe
2.1 Die Mensch-Tier Beziehung
2.1.1 Die Biophilie-Hypothese
2.1.2 Die „Du-Evidenz“
2.1.3 Bindungstheoretische Überlegungen
2.1.4 Spiegelneuronen
2.2 Die tiergestützte Arbeit
2.2.1 Die historische Entwicklung der Arbeit mit Tieren
2.2.2 Begriffserläuterung- Verschiedene Arbeitsmöglichkeiten mit Tieren im sozialen Bereich
2.3 Die hundegestützte Pädagogik
2.3.1 Die drei Einsatzarten von Hunden in der Schule
2.3.2 Die drei grundlegenden Wirkungen von Schulhunden
2.3.3 Theorien zu den Wirkungen von Hunden auf Menschen
2.3.4 Studien zu den Effekten von Schulhunden
2.4 Voraussetzungen für den Einsatz von Hunden in der Schule
2.4.1 Die Ausbildung des Hund-Mensch-Teams
2.4.2 Organisatorische Bedingungen
2.4.3 Gesundheits- und Hygienebedingungen
2.3.5 Räumliche, zeitliche und situative Bedingungen
3 Fragestellung und Hypothesen
3.1 Forschungsfrage
3.2 Hypothesen
4 Methode
4.1 Schulhund Chaplin
4.2 Material
4.2 Design
4.3 Kodierung
5 Durchführung
5.1 Testpersonen an zwei Münchner Gymnasien
5.2 Durchführung am Privatgymnasium DFÜ
5.3 Durchführung am Städt. Bertolt-Brecht-Gymnasium
6. Ergebnisse
6.1 Ergebnisse der konfirmativen Haupthypothesen
6.2 Explorative Subhypothesen
7. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung eines ausgebildeten Schulhundes als „Präsenzhund“ auf das Sozial- und Lernverhalten sowie die Emotionen von Schülern an Gymnasien. Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Datenlage in einem Bereich zu ergänzen, der bisher primär auf den Kindergarten- und Grundschulbereich fokussiert war, und die Potenziale tiergestützter Pädagogik in der Sekundarstufe aufzuzeigen.
2.1.2 Die „Du-Evidenz“
Der Begriff Evidenz ist lateinischen Ursprungs und bedeutet „Klarheit, Schlüssigkeit, vollständige Gewissheit und Deutlichkeit“ (Duden online: Evidenz). Evident ist ein Sachverhalt, wenn kein weiterer Beweis nötig ist, um seine Richtigkeit zu untermauern (Vernooij & Schneider 2010: 7).
Geprägt wurde der Begriff der „Du-Evidenz“ erstmals 1922 von dem deutschen Psychologen Karl Bühler. Er bezog diesen Begriff aber zunächst nur auf Beziehungen der Menschen untereinander. Geiger erweiterte den Begriff 1931 auf die Mensch-Tier-Beziehung (Agsten 2009: 30). Hinter dem Konzept steht die Vorstellung, dass man andere Menschen als Individuen wahrnimmt, wodurch man sie erst respektieren kann. Für das Entstehen der „Du-Evidenz“ ist weniger die kognitive Ebene verantwortlich, sondern vielmehr die sozio-emotionale Ebene. Persönliche Erlebnisse mit dem lebendigen Gegenüber, die subjektive Einstellung dazu, sowie authentische Gefühle sind maßgebend und tragen dazu bei, dass Empathie oder Mitgefühl für ein anderes Lebewesen empfunden werden kann (Vernooij & Schneider 2010: 8). Greiffenhagen (1991: 26) fasst die Überlegungen von Bühler und Geiger folgendermaßen zusammen:
Mit Du-Evidenz bezeichnet man die Tatsache, dass zwischen Menschen und höheren Tieren Beziehungen möglich sind, die denen entsprechen, die Menschen unter sich bzw. Tiere unter sich kennen.
1 Einleitung: Die Arbeit begründet die Notwendigkeit von Tierkontakten für die menschliche Entwicklung und führt in das Konzept der hundegestützten Pädagogik ein, wobei das Fehlen wissenschaftlicher Studien für den Sekundarschulbereich hervorgehoben wird.
2 Theoretische Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Konzepte hinter der Mensch-Tier-Beziehung, wie die Biophilie-Hypothese, die Du-Evidenz, Bindungstheorien und Spiegelneuronen, und grenzt verschiedene Formen der tiergestützten Intervention voneinander ab.
3 Fragestellung und Hypothesen: Hier werden die Forschungsfrage zur Wirkung eines Schulhundes am Gymnasium sowie die daraus abgeleiteten konfirmativen und explorativen Hypothesen definiert.
4 Methode: Der Autor beschreibt den Schulhund Chaplin, das eingesetzte Material (Fragebögen) sowie das Design der Studie, einschließlich der Kodierung der gewonnenen Daten.
5 Durchführung: Dieser Abschnitt erläutert den praktischen Verlauf der Untersuchung an zwei Münchner Gymnasien, inklusive der situativen Bedingungen während der Testphasen.
6. Ergebnisse: Die statistische Auswertung der Daten wird präsentiert, wobei sowohl die konfirmativen Haupthypothesen zur Wirkung auf Sozial- und Lernverhalten als auch explorative Subgruppenanalysen untersucht werden.
7. Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Limitationen der Kurzzeitstudie und gibt Empfehlungen für zukünftige, fundiertere Langzeitforschung im Bereich der hundegestützten Pädagogik.
Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Sozialverhalten, Lernverhalten, Gymnasium, Sekundarstufe, Bindungstheorie, Mensch-Tier-Beziehung, Präsenzhund, empirische Studie, Schülereinschätzliste, Motivationsförderung, Stressreduktion, Tiergestützte Intervention.
Die Arbeit untersucht die Wirkungsweise eines ausgebildeten Schulhundes auf das Verhalten, die Emotionen und die Motivation von Schülern an weiterführenden Schulen, speziell an Gymnasien.
Die zentralen Felder umfassen die Schulpädagogik und Schulpsychologie im Kontext von Mensch-Tier-Beziehungen, wobei theoretische Grundlagen der tiergestützten Intervention empirisch auf ein gymnasiales Setting übertragen werden.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit sich der Einsatz eines Schulhundes als reiner „Präsenzhund“ bereits nach kurzer Zeit positiv auf das Sozial- und Lernverhalten von Schülern am Gymnasium auswirkt.
Es handelt sich um eine empirische Studie mit Experimental- und Kontrollklassen, bei der mittels standardisierter Fragebögen (SSL) und eines eigenen Hundefragebogens quantitative Daten erhoben und mittels Regressionsanalysen ausgewertet werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe, die methodische Konzeption der Studie (einschließlich der Anforderungen an den Hund und das Setting), die Durchführung an zwei Münchner Gymnasien sowie die detaillierte statistische Ergebnisauswertung.
Schlüsselbegriffe sind Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Gymnasium, Sozialverhalten, Lernverhalten, Bindungstheorie, Stressreduktion und empirische Bildungsforschung.
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede in der Wirkung; insbesondere Schüler mit Aufmerksamkeitsstörungen scheinen unterschiedlich auf den Hundeeinsatz zu reagieren als Schüler ohne Förderbedarf oder mit anderen Diagnosen.
Ja, über die Hälfte der befragten Schüler gab an, dass es durch die Anwesenheit des Hundes ruhiger im Klassenzimmer war, was primär auf Rücksichtnahme und die beruhigende Wirkung des Tieres zurückgeführt wird.
Nein, der Autor betont ausdrücklich, dass es sich um eine Kurzzeitstudie handelt und für wissenschaftlich belastbare, statistisch signifikante Aussagen zukünftig dringend Langzeitstudien in der Sekundarstufe erforderlich sind.
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