Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 2,0
A. Einleitung
I. Ausgangssachverhalt
II. Problematik und Ziel der Bachelorarbeit
B. Prüfung der Funktionsverlagerung
I. Funktionsbegriff bei Übertragung von Vertriebsdienstleistungen in eine Vertriebsgesellschaft in Form des Eigenhändlers
II. Begriff der Verlagerung
C. Bewertung der Funktionsverlagerung des Vertriebs im Sinne des AStG
I. Begriff des Transferpakets
II. Bewertung des Transferpakets
III. Abgrenzung des hypothetischen Fremdvergleichs zum tatsächlichen Fremdvergleich
IV. Gewinnpotenzial
1. Kostenorientiertes Verfahren
2. Marktpreisverfahren
3. Kapitalwertorientiertes Verfahren
V. Kapitalisierungszeitraum
VI. Kapitalisierungszinssatz
VII. Mittelwert des Einigungsbereichs
VIII. Preisanpassungsklausel
IX. Lizensierungsoption der Kundenüberlassung
D. Möglichkeit der Einzelbewertung
I. Kundenstamm als nicht wesentliches immaterielles Wirtschaftsgut
II. Transferpaketäquivalenz
III. Kundenliste als wesentliches immaterielles Wirtschaftsgut
E. Bewertungsmöglichkeit durch § 89b HGB
F. Diskrepanz zwischen Außensteuerrechts und Handelsrecht
I. Widerspruch der Bewertung als Transferpaket zum Grundsatz der Einzelbewertung
II. Abweichung der Bewertung als Transferpaket zum Fortführungsprinzip
III. Verstoß gegen das Realisationsprinzip und Liquiditätsproblematik
G. Diskrepanz zwischen der Transferpaketbesteuerung und Art. 9 OECD-MA
H. Schlussfolgerungen und Fazit
Die Arbeit untersucht die ertragsteuerliche Behandlung der grenzüberschreitenden Funktionsverlagerung von Vertriebsdienstleistungen, insbesondere bei Übertragung einer Kundenliste an eine ausländische Tochtergesellschaft, unter Anwendung des hypothetischen Fremdvergleichs und der Transferpaketbewertung.
III. Abgrenzung des hypothetischen Fremdvergleichs zum tatsächlichen Fremdvergleich
Da im vorliegenden Fall weder uneingeschränkt noch eingeschränkt vergleichbare Werte ermittelt werden können, ist auf der dritten Stufe der sogenannte hypothetische Fremdvergleich durchzuführen. Dies ist speziell deshalb gewählt, da in der Praxis für die Bewertung „mangels vergleichbarer Transaktionen mit fremden Dritten meist auf den hypothetischen Fremdvergleich abgestellt“ wird. Der hypothetische Fremdvergleich ist eine Methode der Preisbestimmung, welche als Grundlage ein Rechtsgeschäft unter fiktiven Vertragspartnern hat, welche alle wesentlichen Umstände der Geschäftsbeziehung kennen und nach den Grundsätzen ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter gemäß § 1 Absatz 1 Satz 3 AStG handeln. Diese vom Gesetz fingierte Transparenz ist jedoch kritisch zu betrachten. Ein Blick auf die Verhandlungslehre zeigt, dass es bei Preisverhandlungen immer zu einem Auftreten von Informationsasymmetrien kommt. Die Frage, ob der Preis für die Funktionsverlagerung bei Vertragsabschluss gerechtfertigt war, würde sich bei fremden Dritten erst nach Vertragsabschluss ergeben. Somit widerspricht die Annahme des Gesetzes der betriebswirtschaftlichen Praxis. Bei näherer Betrachtung ist anzunehmen, dass die Formulierung des Gesetzestextes so gewählt ist, dass ein fiktiver fairer Preis für beide Seiten ausgehandelt wurde, der infolge steuerlich betrachtet wird.
A. Einleitung: Beschreibt den Ausgangssachverhalt einer Funktionsverlagerung ins Ausland und definiert das Ziel der Arbeit, die steuerliche Behandlung und Probleme systematisch zu analysieren.
B. Prüfung der Funktionsverlagerung: Erläutert die notwendigen Voraussetzungen für eine Funktionsverlagerung nach AStG und FVerlV, um den steuerrelevanten Begriff der Funktion und Verlagerung abzugrenzen.
C. Bewertung der Funktionsverlagerung des Vertriebs im Sinne des AStG: Analysiert detailliert die Bewertung als Transferpaket, den hypothetischen Fremdvergleich, die Ermittlung von Gewinnpotenzialen sowie die Problematik der Preisanpassung.
D. Möglichkeit der Einzelbewertung: Untersucht Ausnahmen vom Grundsatz der Gesamtbewertung, bei denen eine Einzelbewertung von Wirtschaftsgütern zulässig oder vorteilhaft sein kann.
E. Bewertungsmöglichkeit durch § 89b HGB: Erörtert die Anwendbarkeit der Grundsätze des Ausgleichsanspruchs für Handelsvertreter bei der Bewertung von Eigenhändlerstrukturen.
F. Diskrepanz zwischen Außensteuerrechts und Handelsrecht: Beleuchtet die Konflikte zwischen der steuerlichen Transferpaketbewertung und den handelsrechtlichen Prinzipien wie Einzelbewertung, Fortführungs- und Realisationsprinzip.
G. Diskrepanz zwischen der Transferpaketbesteuerung und Art. 9 OECD-MA: Diskutiert die Indizien für einen möglichen Verstoß des deutschen Rechts gegen internationales Abkommensrecht hinsichtlich der Miteinbeziehung ausländischer Standortvorteile.
H. Schlussfolgerungen und Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die steuerliche Komplexität sowie die verbleibenden Risiken für international tätige Unternehmen.
Funktionsverlagerung, AStG, Transferpaket, hypothetischer Fremdvergleich, Gewinnpotenzial, Kundenliste, Eigenhändler, Preisanpassungsklausel, FVerlV, Außensteuerrecht, Einzelbewertung, Doppelbesteuerung, Unternehmensbewertung, IDW S 5, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre.
Die Arbeit behandelt die ertragsteuerlichen Implikationen bei einer grenzüberschreitenden Verlagerung von Vertriebsdienstleistungen von einem inländischen Unternehmen auf eine ausländische Tochtergesellschaft.
Die zentralen Themen sind das Außensteuergesetz (AStG), die Funktionsverlagerungsverordnung (FVerlV), Bewertungsmethoden für immaterielle Wirtschaftsgüter und die Abgrenzung zum Handelsrecht.
Ziel ist es, die systematische Vorgehensweise bei der steuerlichen Bewertung einer solchen Funktionsverlagerung aufzuzeigen und die rechtlichen sowie praktischen Herausforderungen kritisch zu würdigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Analyse der aktuellen Gesetzgebung, einschlägiger Rechtsquellen (BMF-Schreiben) und betriebswirtschaftlicher Bewertungsgrundsätze (IDW Standards).
Der Hauptteil widmet sich der Prüfung der Funktionsverlagerung, der komplexen Bewertung des Transferpakets, der Ermittlung des Gewinnpotenzials und der Analyse von Ausnahmeregelungen wie der Einzelbewertung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Transferpaket", "hypothetischer Fremdvergleich", "Preisanpassungsklausel" und "Funktionsverlagerung".
Die Lizensierungsoption wird als Gestaltungsmöglichkeit vorgestellt, um eine steuerliche Einmalbelastung bei einer Funktionsverlagerung zu vermeiden oder abzumildern.
Die Problematik liegt in der gesetzlichen Fiktion, die eine nachträgliche, teilweise über zehn Jahre währende Dokumentations- und Anpassungslast für das Unternehmen schafft, was zu Liquiditätsproblemen führen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

