Magisterarbeit, 2007
105 Seiten
Einleitung
1. Der Heimatbegriff
1.1 Definition
1.2 Wenn Heimat fremd wird
1.3 Inklusion oder Exklusion in der neuen Heimat?
1.4 Identität
1.5 Heimat und Identität in Migrationsliteratur
1.6 Das Schreiben im dritten Raum
2. Migrationsliteratur – Definition
3. Rafik Schami
3.1 Heimat bei Rafik Schami
3.1.1 Sehnsucht nach der Heimat
3.1.2 Ideologisierung der Heimat
3.1.3 Sprachliche Merkmale und typische Bilder
3.1.4 Sprache als Heimat
3.1.5 Das „perfekte“ Zusammenleben: Die Zirkusmetapher
3.2 Die Fremde bei Rafik Schami
3.2.1 Fremde als Bedrückung
3.2.2 Fremde als Bereicherung
3.2.3 Der Wandel von Fremde zu Heimat
3.3 Zwischenbilanz
4. Feridun Zaimoglu
4.1 Heimat der Zweiten Generation
4.2 Heimat bei Feridun Zaimoglu
4.2.1 Heimatlosigkeit
4.2.2 Doppelte Heimat
4.2.3 Heimat als Ort der Sehnsucht
4.2.4 Sprache als Ausdruck der doppelten Nichtzugehörigkeit?
4.3 Fremde bei Feridun Zaimoglu
4.3.1 Fremdes Vaterland
4.3.2 Fremdes Deutschland
4.3.3 Fremde als Chance
4.3.4 Anpassung
4.4 Leben zwischen Diesseits und Jenseits
4.5 Zwischenbilanz
5. Das Fremde in Deutschland
5.1 Faszination Fremde: Rafik Schamis Literatur
5.2 Fremdsein bedeutet beobachtet werden: die Zweite Generation
5.3 Textverstehen
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Heimat und Fremde in der deutschsprachigen Migrationsliteratur am Beispiel der Autoren Rafik Schami (Erste Generation) und Feridun Zaimoglu (Zweite Generation). Ziel ist es, die Unterschiede in der Identitätswahrnehmung, der Sprache als Identitätsmerkmal und dem Umgang mit dem Fremdsein zwischen den beiden Generationen herauszuarbeiten und zu analysieren.
3.1.1 Sehnsucht nach der Heimat
Schamis Sicht der Heimat änderte sich im Laufe der Jahre, was sich auch in seinen Werken deutlich erkennen lässt. Das Grundmuster ist zwar gleich geblieben, doch die Tatsache des Heimatverlusts erfährt eine Modifikation vom Negativen ins Positive. In seinen realistischen Werken, vor allem im Band „Die Sehnsucht fährt schwarz“, wird der Verlust der Heimat beklagt, das Heimweh erscheint als tiefer Schmerz, der nicht überwindbar scheint. Hier impliziert die Existenz in der Fremde auch immer die Sehnsucht nach der Heimat. In fantastischen Werken allerdings erscheint das Heimatbild als ein glückliches, positives Bild, von dem es sich lohnt, die Handlung der Geschichten dort hin zu verlagern. Er hat den Heimatverlust also positiv und kreativ genutzt, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass das Existieren in der Fremde mit den Jahren vielleicht angenehmer wurde und er sich durch soziale Bindungen und gesellschaftliche Integration mehr und mehr eine zweite Heimat aufbauen konnte.
Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Migrationsliteratur ein und erläutert die Auswahl der Autoren Rafik Schami und Feridun Zaimoglu als Repräsentanten der Ersten und Zweiten Generation.
1. Der Heimatbegriff: Dieses Kapitel definiert Heimat als komplexes Zusammenspiel aus räumlichen, sozialen und emotionalen Faktoren und thematisiert das Gefühl des Heimatverlusts sowie die Identitätsbildung.
2. Migrationsliteratur – Definition: Hier wird der Begriff der Migrationsliteratur kritisch beleuchtet und die Problematik einer rein thematischen oder biografischen Kategorisierung diskutiert.
3. Rafik Schami: Eine tiefgehende Analyse von Schamis Werken, die seine ideologisierte Heimatwahrnehmung, die Sprache als Heimat und die Zirkusmetapher für das Zusammenleben thematisiert.
4. Feridun Zaimoglu: Dieses Kapitel widmet sich der Zweiten Generation und untersucht, wie Zaimoglu durch eine hybride Sprache ("Kanak Sprak") Identität neu konstruiert und Heimat als utopischen Ort behandelt.
5. Das Fremde in Deutschland: Abschließend wird die Wahrnehmung des Fremden in der deutschen Gesellschaft sowie die Rolle der Faszination des Fremden für den literarischen Erfolg und die Rezeption analysiert.
Migrationsliteratur, Heimat, Fremde, Identität, Rafik Schami, Feridun Zaimoglu, Erste Generation, Zweite Generation, Exil, Kanak Sprak, Integration, Kulturvermittlung, Heimatverlust, Akkulturation, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit analysiert, wie Autoren mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation das Thema "Heimat und Fremde" in ihren literarischen Werken verarbeiten.
Zu den Schwerpunkten zählen der Heimatbegriff, Identitätskrisen, die Rolle der Sprache als Identitätsmerkmal und die unterschiedliche Perspektive auf Integration und Exil.
Das Hauptziel ist der Vergleich der unterschiedlichen Heimatverständnisse der ersten und zweiten Generation und die Frage, ob diese literarisch positiv oder negativ besetzt sind.
Die Autorin nutzt vorrangig literaturwissenschaftliche Methoden, insbesondere die Literatursoziologie, um die Werke in ihrem sozialen und gesellschaftlichen Kontext zu betrachten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Autoren Rafik Schami und Feridun Zaimoglu, wobei jeweils ihre spezifische Sicht auf Heimat, Fremde, Identität und Sprache analysiert wird.
Kernbegriffe sind Migrationsliteratur, Identitätsbildung, Heimatverlust, Kanak Sprak und Bikulturalität.
Während die erste Generation stark vom Heimweh und dem Verlust des Herkunftslandes geprägt ist, sucht die zweite Generation nach einer Identität im "dritten Raum", der zwischen den Kulturen der Eltern und der Aufnahmegesellschaft liegt.
Zaimoglu nutzt eine hybride Literatursprache ("Kanak Sprak"), um sich von der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen und gleichzeitig eine eigenständige Identität der zweiten Generation zu konstruieren.
Die Zirkusmetapher dient Schami als Bild für ein multikulturelles, gleichberechtigtes Zusammenleben, in dem jeder Akteur individuell bleibt, aber Teil eines harmonischen Kollektivs ist.
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