Masterarbeit, 2017
84 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Master-Thesis
2 Autonomes Fahren
2.1 Geschichtliche Entwicklung des autonomen Fahrens
2.2 Stand der Technik des autonomen Fahrens
2.2.1 Stufen des autonomen Fahrens
2.2.1.1 Stufe 0 – Driver only
2.2.1.2 Stufe 1 – Assistiert
2.2.1.3 Stufe 2 – Teilautomatisiert
2.2.1.4 Stufe 3 – Hochautomatisiert
2.2.1.5 Stufe 4 – Vollautomatisiert
2.2.1.6 Stufe 5 – Fahrerlos
2.2.2 Bisherige Entwicklungen
2.3 Das autonom fahrende Fahrzeug der Zukunft
3 Ethik
3.1 Der kategorische Imperativ nach Immanuel Kant
3.2 Der Utilitarismus nach Jeremy Bentham
3.3 Bereichsethiken
4 Ethische Herausforderungen beim autonomen Fahren
4.1 Ethik-Kommission Automatisiertes und Vernetztes Fahren
4.2 Dilemma-Situation
4.3 Rechtsgrundlagen und die „goldene Regel“
4.3.1 Die Grundrechte
4.3.2 Die Menschenrechte
4.3.3 Die „Goldene Regel“
4.4 Modell zur ethischen Entscheidungsfindung
5 Der Umgang mit Dilemma-Situationen
5.1 Mögliche Dilemma-Situationen beim autonomen Fahren
5.1.1 Dilemma-Situation 1 – Einer oder Viele
5.1.1.1 Erläuterung der Dilemma-Situation
5.1.1.2 Moralische Bewertung anhand des kategorischen Imperativs
5.1.1.3 Moralische Bewertung anhand des Handlungsutilitarismus
5.1.1.4 Bewertung anhand des Modells nach Heinz Eduard Tödt
5.1.1.5 Kritische Beurteilung der Dilemma-Situation 1
5.1.2 Dilemma-Situation 2 – Jung oder Alt
5.1.2.1 Erläuterung der Dilemma-Situation
5.1.2.2 Moralische Bewertung anhand des kategorischen Imperativs
5.1.2.3 Moralische Bewertung anhand des Handlungsutilitarismus
5.1.2.4 Bewertung anhand des Modells nach Heinz Eduard Tödt
5.1.2.5 Kritische Beurteilung der Dilemma-Situation 2
5.1.3 Dilemma-Situation 3 – Fahrer als Opfer
5.1.3.1 Erläuterung der Dilemma-Situation
5.1.3.2 Moralische Bewertung anhand des kategorischen Imperativs
5.1.3.3 Moralische Bewertung anhand des Handlungsutilitarismus
5.1.3.4 Bewertung anhand des Modells nach Heinz Eduard Tödt
5.1.3.5 Kritische Beurteilung der Dilemma-Situation 3
5.1.4 Dilemma-Situation 4 – Falsches Verhalten im Straßenverkehr
5.1.4.1 Erläuterung der Dilemma-Situation
5.1.4.2 Moralische Bewertung anhand des kategorischen Imperativs
5.1.4.3 Moralische Bewertung anhand des Handlungsutilitarismus
5.1.4.4 Bewertung anhand des Modells nach Heinz Eduard Tödt
5.1.4.5 Kritische Beurteilung der Dilemma-Situation 4
5.2 Diskussion und Beurteilung der Ergebnisse
6 Gesellschaftliche Akzeptanz
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Herausforderungen, die sich bei der Programmierung autonom fahrender Fahrzeuge in sogenannten Dilemma-Situationen ergeben. Das primäre Ziel ist es, unter Anwendung ethischer Ansätze (Kategorischer Imperativ, Utilitarismus) und eines Modells zur ethischen Entscheidungsfindung mögliche Lösungsansätze für diese Grenzsituationen zu erarbeiten und zu bewerten.
5.1.1 Dilemma-Situation 1 – Einer oder Viele
Im ersten Gedankenexperiment fährt ein autonom fahrendes Fahrzeug in einer Ortschaft auf einer Einbahnstraße mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit. Auf dem Straßenabschnitt, auf dem das autonom fahrende Fahrzeug fährt, gibt es auf der linken Seite der Straße keinen Fußweg, die Häuser grenzen direkt an die Fahrbahn. An der rechten Seite der Straße gibt es einen Fußweg mit einem davor liegenden Parkstreifen. Es hat ein Kleinbus angehalten, der schräg auf dem Fußweg und halb auf dem Parkstreifen steht. In dem Kleinbus befinden sich Personen, die nach und nach aussteigen. Eine Gruppe von sechs Personen hat sich bereits vor dem Kleinbus auf dem freien Bereich des Parkstreifens platziert um zu warten, bis alle ausgestiegen sind. Die Gruppe der sechs Personen steht zwischen dem Kleinbus und der Straße auf dem Parkstreifen. Das autonom fahrende Fahrzeug könnte ungehindert an dem Kleinbus und den davor wartenden sechs Personen vorbeifahren. In dieser Situation überquert plötzlich ein Fahrradfahrer die Straße, der das autonom fahrende Fahrzeug aufgrund der Lichtverhältnisse nicht kommen sehen konnte. Eine Vollbremsung bis zum Stillstand ist für das autonom fahrende Fahrzeug nicht mehr möglich, da der Bremsweg aufgrund der Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu lang ist. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie das autonom fahrende Fahrzeug reagieren kann. Die erste Möglichkeit ist, zu bremsen, dabei jedoch weiter geradeaus zu fahren und somit den Fahrradfahrer zu schädigen. Die zweite Möglichkeit ist, zu bremsen, dabei jedoch nach rechts auszuweichen und somit in die Gruppe der sechs wartenden Personen hineinzufahren.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des autonomen Fahrens ein, beleuchtet die technische Entwicklung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach ethischen Lösungsansätzen für Dilemma-Situationen.
2 Autonomes Fahren: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des autonomen Fahrens, beschreibt den historischen Kontext, den aktuellen Stand der Technik sowie die verschiedenen Automatisierungsstufen und gibt einen Ausblick auf das Fahrzeug der Zukunft.
3 Ethik: Hier werden die philosophischen Grundlagen der Ethik, insbesondere der kategorische Imperativ nach Kant und der Utilitarismus nach Bentham, sowie die Bedeutung von Bereichsethiken für technische Innovationen dargelegt.
4 Ethische Herausforderungen beim autonomen Fahren: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Ethik-Kommission, erörtert den Begriff der Dilemma-Situation und verbindet diese mit geltenden Rechts- und Menschenrechten sowie einem Modell zur ethischen Entscheidungsfindung.
5 Der Umgang mit Dilemma-Situationen: Hier findet die praktische Analyse von vier spezifischen Dilemma-Szenarien statt, wobei diese mittels Kant, Bentham und dem Modell nach Tödt auf ihre moralische Vertretbarkeit hin bewertet werden.
6 Gesellschaftliche Akzeptanz: Dieses Kapitel untersucht die für die Implementierung notwendige gesellschaftliche Akzeptanz und diskutiert die Herausforderungen durch das bestehende Sicherheitsrisiko und die öffentliche Wahrnehmung.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein genereller, normativ befriedigender Lösungsansatz für Dilemma-Situationen aufgrund der geltenden Menschenrechte nicht erarbeitet werden kann.
Autonomes Fahren, Ethische Herausforderungen, Dilemma-Situation, Kategorischer Imperativ, Utilitarismus, Maschinenethik, Straßenverkehr, Sicherheit, Menschenrechte, Fahrsysteme, Ethische Entscheidungsfindung, Gesellschaftliche Akzeptanz, Technikethik, Algorithmen, Verkehrssicherheit
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Problematik, vor die autonom fahrende Fahrzeuge gestellt werden, wenn sie in unvorhersehbare Gefahrensituationen (Dilemma-Situationen) geraten.
Die zentralen Felder umfassen die technische Entwicklung des autonomen Fahrens, moralphilosophische Theorien, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Mobilitätstechnologien.
Das Ziel ist es, Lösungsansätze für das Fahrsystem zu finden, wie bei unauflösbaren Dilemma-Situationen unter ethischen Gesichtspunkten reagiert werden kann.
Die Analyse stützt sich auf eine systematische Literaturarbeit sowie die ethische Bewertung von vier fiktiven Gedankenexperimenten mittels des kategorischen Imperativs, des utilitaristischen Prinzips und eines Modells zur sittlichen Urteilsfindung nach Heinz Eduard Tödt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Ethik und deren Anwendung auf das autonome Fahren sowie die konkrete ethische Analyse und Bewertung von vier spezifischen Szenarien, wie z.B. die Abwägung zwischen "Einer oder Viele" oder der Schutz des Fahrers versus anderer Personen.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie autonomes Fahren, Dilemma-Situation, Ethische Entscheidungsfindung, Maschinenethik und utilitaristisches Kosten-Nutzen-Kalkül definieren.
Da jede in der Analyse untersuchte Handlungsalternative in Konflikt mit den Grund- und Menschenrechten steht und somit keine moralisch zweifelsfreie Entscheidung getroffen werden kann, ist eine standardisierte Lösung nicht möglich.
Die Goldene Regel wird als sozial relevante Norm herangezogen, um zu verdeutlichen, dass das Handeln von Maschinen nicht gegen die menschliche Vorstellung von Gleichbehandlung und Würde verstoßen sollte.
Es bedeutet, dass keine Maxime formuliert werden konnte, die sich widerspruchsfrei verallgemeinern lässt, ohne dabei die Würde einzelner Personen (Selbstzweckformel) zu verletzen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein vorsätzliches aktives Lenken durch ein Fahrsystem, um Leben gegeneinander aufzurechnen, einen rechtswidrigen Eingriff in das Recht auf Leben darstellt und daher nicht erfolgen darf.
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