Masterarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Bildung, Bewegung und Schule
2.1 Bildungsbegriff
2.2 Bildung und Bewegung
2.3 Doppelauftrag des erziehenden Sportunterrichts
3. Talent und Talentförderung
3.1 Talentbegriff
3.1.1 Statistischer Talentbegriff
3.1.2 Dynamischer Talentbegriff
3.1.3 Vollständige Talentdefinition
3.2 Talentsuche und Talentauswahl
3.3 Talentförderung
3.3.1 Wachsenlassen
3.3.2 Reduzierung der Freiheitsgrade
3.3.3 Intentionale Vielseitigkeit
4. Training in der Talentförderung
4.1 Training als ganzheitlicher Prozess
4.2 Training als Spezialisierungsprozess
4.3 Bedeutung der Allmählichkeit des Trainings
4.4 Fundamentalcharakter des Trainings
4.5 Trainingshäufigkeit, Trainingsumfang, Trainingsintensität
4.6 Enrichment statt Akzelerierung
4.7 Pädagogische Kritik am klassischen Training und Leistungssport
4.8 Pädagogisches Training
5. Talentförderung und Schule
6. Entwicklung der Fragestellung
7. Forschungsvorhaben
7.1 Vorstellung der Forschungsmethoden
7.1.1 Dokumentenanalyse
7.1.2 (narratives) Leitfadeninterview
7.1.3 Kodierung
7.1.4 Inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse
7.2 Durchführung der Forschung
7.2.1 Deduktiv gebildete Kategorien
7.2.2 Dokumentenanalyse des Schulprogramms
7.2.3 Induktiv gebildete Kategorien aus dem Schulprogramm
7.2.4 Zusammenfassung der Interviews
7.2.4.1 Interview 1
7.2.4.2 Interview 2
7.3 Interpretation und Auswertung
8. Fazit
9. Ausblick
10. Nachbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von schulischem Bildungsauftrag und leistungssportlicher Talentförderung am Beispiel der Basketball-Talentförderung an der IGS Franzsches Feld in Braunschweig. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie diese spezifische Förderung pädagogisch legitimiert ist und ob sie Bildungsprozesse im Sinne des Doppelauftrags des Schulsports ermöglicht.
1 Einleitung
Sportliche Talentförderungen sind an deutschen Schulen keine Seltenheit und auch die Kooperation zwischen Vereinen und Schulen besteht schon etlichen Jahren (vgl. Baur & Brettschneider, 1990). Bundesweit gesehen wurde allerdings lange noch kein einheitliches Konzept für Talentförderungen an Schulen entwickelt (vgl. Kultusministerkonferenz, 1997, S. 16). Daher handelt es sich oft um regionale und örtliche Projekte, wie beispielsweise die Basketball-Talentförderung an der IGS Franzsches Feld in Braunschweig, die in dieser Arbeit untersucht wird.
Dabei existiert folgende Problematik, die die Grundlage dieser Arbeit bildet: die Schule hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen und dementsprechend bestimmte pädagogische Ziele, während die Talentförderung einen leistungssportlichen Fokus hat (vgl. Joch, 1997, Elflein, 2004, S. 191). Dieser war und ist in der Sportpädagogik allerdings einer gewissen Kritik ausgesetzt. Denn die Talentförderung beinhaltet ein leistungsorientiertes Training, eine Spezialisierung und Selektion und ist damit nicht primär als Veranstaltung zu sehen, die pädagogische Ziele verfolgt (vgl. Elflein, 2004, S. 192). Daraus ergibt sich die Frage, warum überhaupt Talentförderungen an Schulen existieren und wie sie legitimiert werden.
Möglicherweise können sportliche Talentförderungen an Schulen einen Beitrag zur Bildung leisten und sich somit rechtfertigen. Ziel dieser Arbeit ist es, am Beispiel der IGS Franzsches Feld herauszufinden, wie sich die Basketball-Talentförderung dort pädagogisch gesehen legitimiert und inwiefern damit die Ziele der Schule verfolgt und Bildungsprozesse ermöglicht werden. Es geht also um die Vereinbarkeit der Ansprüche einer sportlichen Talentförderung mit dem schulischen Bildungsauftrag. Aus den Ergebnissen der Untersuchung können im Idealfall sowohl die Schule als auch die kooperierenden Vereine profitieren, indem Vorschläge für eine Anpassung oder gegebenenfalls Verbesserung der Zusammenarbeit gemacht werden. Es wäre außerdem wünschenswert, die Untersuchung von Talentförderkonzepten an Schulen in Deutschland weiterzuzutreiben, da auf diesem Gebiet sicherlich noch viele Möglichkeiten zur Optimierung bestehen, die bisher noch nicht untersucht wurden. Möglicherweise kann diese Arbeit zu weiteren Untersuchungen anregen und motivieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, warum Talentförderung an Schulen trotz der potenziellen Diskrepanz zum Bildungsauftrag existiert und untersucht wird.
2. Bildung, Bewegung und Schule: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Definition des Bildungsbegriffs und dessen Zusammenhang mit Bewegung sowie den Doppelauftrag des Schulsports aufgespannt.
3. Talent und Talentförderung: In diesem Kapitel werden unterschiedliche Definitionen von Talent (statisch vs. dynamisch) sowie die Konzepte zur Identifizierung und Förderung junger Talente theoretisch fundiert.
4. Training in der Talentförderung: Es wird erörtert, was unter Training im Kontext der Talentförderung zu verstehen ist und welche pädagogischen Kriterien ein solches Training erfüllen sollte.
5. Talentförderung und Schule: Dieses Kapitel thematisiert die institutionelle Verflechtung von Schule und Sport sowie die Herausforderungen bei deren Kooperation.
6. Entwicklung der Fragestellung: Auf Basis der theoretischen Grundlagen wird die konkrete Forschungsfrage zur Vereinbarkeit von Basketball-Talentförderung und schulischem Bildungsauftrag formuliert.
7. Forschungsvorhaben: Hier werden das qualitative Vorgehen, die Datenerhebung durch Dokumentenanalyse und Interviews sowie die Auswertungsmethode beschrieben.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage im Kontext der IGS Franzsches Feld.
9. Ausblick: Der Ausblick diskutiert zukünftige Entwicklungen und Forschungsmöglichkeiten im Bereich der schulischen Talentförderung in Niedersachsen.
10. Nachbetrachtung: In der Nachbetrachtung reflektiert die Autorin den Forschungsprozess und die eigene Rolle als angehende Lehrkraft.
Talentförderung, Schule, Sportunterricht, Basketball, Bildungsauftrag, Pädagogisches Training, Talentbegriff, Kooperation, Schulsport, Qualitative Inhaltsanalyse, Individuelle Förderung, Leistungssport, Sportpädagogik, Schulentwicklung, Doppelauftrag.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration sportlicher Talentförderung in den schulischen Alltag und untersucht kritisch, wie sich diese mit dem gesetzlichen Bildungsauftrag der Schule in Einklang bringen lässt.
Zentrale Themen sind der Bildungsbegriff, die Konzepte der Talentförderung (statisch vs. dynamisch), Anforderungen an ein pädagogisch reflektiertes Training und die Kooperationsbeziehung zwischen Schule und Sportverein.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern gelingt mit der vorliegenden Basketball-Talentförderung eine Verbindung der Ansprüche eines Talentfördertrainings mit dem Bildungsauftrag und dem pädagogischen Konzept der Schule?“
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, bestehend aus einer Dokumentenanalyse (z. B. Schulprogramm) und narrativen Leitfadeninterviews mit Experten der Schule.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Definitionen, Trainingslehre, Schulkontext) und einen empirischen Teil, in dem die Daten der IGS Franzsches Feld in Braunschweig ausgewertet und interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind Talentförderung, Bildungsauftrag, Sportpädagogik, schulische Kooperation, pädagogisches Training und qualitative Inhaltsanalyse.
Die Arbeit differenziert zwischen einem rein „statischen“ Talentbegriff (Fokus auf Status quo) und einem „dynamischen“ Ansatz, der den Menschen als aktives, sich entwickelndes Subjekt betrachtet, was pädagogisch wertvoller ist.
Die Talentförderung bietet eine gute individuelle Unterstützung, allerdings erfolgt das Training selbst noch zu klassisch und zu wenig pädagogisch-selbstbestimmt, was zu einer Diskrepanz zwischen dem Schulkonzept und dem sportlichen Training führt.
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