Masterarbeit, 2018
54 Seiten, Note: 1,85
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs der Einfühlung nach Edith Stein
3. Definition des christlichen Mitgefühls
4. Hauptteil: Vergleich des Werkes von Edith Stein mit christlich-theologischen Lehren
4.1. Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt vom eigenen Erleben
4.2. Die Konstruktion des Einfühlungsaktes
4.3. Theorien nach Theodor Lipps und gesonderte Varianten der Einfühlung
4.4. Das Individuum und seine Beschaffenheit / Leib, Seele und Individualität
4.5. Eigener und fremder Leib
4.6. Einfühlungstäuschung und gesonderte Verläufe von Mitgefühl und Mitleid
4.7. Die Rolle des Geistes und der Begriff des Wertes
5. Schlusswort
Diese Arbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem philosophischen Begriff der Einfühlung nach Edith Stein und den christlich-theologischen Konzepten von Mitgefühl, Mitleid und Barmherzigkeit. Ziel ist es, zu ergründen, ob Einfühlung als Synonym für die christlichen Tugenden betrachtet werden kann oder ob sie in ihrer Wesensbestimmung grundlegend differieren.
4.2. Die Konstruktion des Einfühlungsaktes
Bislang scheinen die Einfühlung und die drei christlichen Begriffe ihrem Wesen nach eher Unterschiede als Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Die Tatsache, dass sie einander jedoch auch durchaus ähnlich sind, zeigt sich im Aufbau und im Ablauf des Einfühlungsvorgangs und der von mir als Stufenmodell bezeichneten Entwicklung vom ausschlaggebenden Mitgefühl hin zu der zum Handeln auffordernden Barmherzigkeit.
Im Problem der Einfühlung wird der Einfühlungsakt durch den Impuls eines Sichtbaren ausgelöst, beispielsweise durch das Sehen einer ernsthaften oder erfreuten Miene bei einer anderen Person. Auf diese Weise entsteht auch das Mitgefühl, indem Sichtbares wahrgenommen wird. Allerdings muss hier aber nicht zwangsläufig die Mimik den Impuls zum Mitfühlen darstellen. Mitgefühl oder Einfühlung entwickeln sich auch dann, wenn die Miene des Gegenübers neutral ist und man deshalb keine Stimmungslage ablesen kann. Fehlt dem Gegenüber aber beispielsweise ein wärmendes Kleidungsstück, obwohl niedrige Temperaturen vorherrschen, kann ich dennoch die Kälte, der er erleben muss, nachvollziehen und möchte barmherzig handeln, damit er nicht mehr friert. Sowohl die Einfühlung als auch die christlichen Tugenden vollziehen sich nicht aus sich selbst heraus. Liegt kein sichtbarer 'Anstoß' vor, der diese jeweiligen Prozesse in Bewegung setzt, können diese Vorgänge gar nicht erst ausgelöst werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Sich-Hineinversetzens in andere Personen ein und stellt das Werk Edith Steins sowie die Motivation zur Untersuchung des Verhältnisses von Einfühlung und christlicher Barmherzigkeit dar.
2. Definition des Begriffs der Einfühlung nach Edith Stein: Dieses Kapitel erläutert die Definition der Einfühlung basierend auf Edmund Husserl und Edith Stein sowie die Abgrenzung zur Empathie.
3. Definition des christlichen Mitgefühls: Hier erfolgt die begriffliche Einordnung von Mitgefühl, Mitleid und Barmherzigkeit im Kontext des Christentums, inklusive etymologischer Herleitungen.
4. Hauptteil: Vergleich des Werkes von Edith Stein mit christlich-theologischen Lehren: Der Hauptteil setzt das philosophische Werk Edith Steins in einen direkten Vergleich zu christlichen Tugenden und beleuchtet die Rolle von Geist, Leib, Seele und Erkenntnis.
5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die wesentlichen Unterschiede zwischen der theoretisch-analytischen Einfühlung und der handlungsorientierten, barmherzigen Zuwendung.
Einfühlung, Edith Stein, Mitgefühl, Mitleid, Barmherzigkeit, Phänomenologie, Theologie, Husserl, Ethik, Christentum, Zwischenmenschlichkeit, Individualität, Emotionen, Handlungsimpuls, Subjekt
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der philosophischen Einfühlungstheorie von Edith Stein und dem christlichen Verständnis von Mitgefühl und Barmherzigkeit.
Die zentralen Felder sind die phänomenologische Analyse der Einfühlung und die christlich-theologische Lehre von der Nächstenliebe und Barmherzigkeit.
Die Arbeit fragt nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden beider Ansätze und prüft, ob Einfühlung als Synonym für christliche Tugenden gelten kann.
Es wird eine komparative Textanalyse durchgeführt, die das Werk "Zum Problem der Einfühlung" von Edith Stein mit theologischen und sekundärliterarischen Quellen gegenüberstellt.
Im Hauptteil werden unter anderem die Konstruktion des Einfühlungsaktes, die Rolle von Leib und Seele sowie Täuschungsphänomene bei der Wahrnehmung Anderer analysiert.
Einfühlung, Barmherzigkeit, Edith Stein, Phänomenologie und christliche Nächstenliebe sind die wesentlichen Begriffe.
Die Autorin hebt hervor, dass Einfühlung primär ein analytischer Wahrnehmungsprozess ist, während Empathie einen stärkeren emotionalen Willen zum Mitfühlen beinhaltet.
Barmherzigkeit wird als aktive, handlungsorientierte Form der Nächstenliebe definiert, die über die bloße kognitive oder empathische Erfassung der Lage eines anderen Menschen hinausgeht.
Edith Stein sieht den Leib als "Nullpunkt der Orientierung", während die Theologie ihn als Träger einer von Gott geschaffenen, einzigartigen Seele betrachtet.
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