Bachelorarbeit, 2018
49 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Fiedlers Kunsttheorie im philosophiehistorischen Kontext
2.1 Fiedler als formaler Ästhetiker
2.2 Fiedlers Auseinandersetzung mit Kant
2.2.1 Fiedlers Abkehr von Kants ästhetischem Urteil
2.2.2 Fiedlers Interpretation von Kants Erkenntnistheorie
3 Fiedlers Beziehung zu Humboldts Sprachphilosophie
3.1 Der Prozess sprachlicher Welterzeugung
3.2 Die Sprache der Anschauung
4 Fiedlers Phänomenologie des Sehens
4.1 Die Grenzen des alltäglichen Sehens
4.2 Sehen um des Sehens willen
5 Die bildnerische Arbeit als anschauliche Erkenntnisarbeit
5.1 Fiedlers Kategorie der Ausdrucksbewegung
5.2 Das Zusammenspiel von Auge und Hand
5.3 Das Bild als Ausdrucksform reiner Sichtbarkeit
6 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht Konrad Fiedlers Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit innerhalb seiner Kunsttheorie. Ziel ist es, Fiedlers Verständnis der künstlerischen Praxis als anschauliche Erkenntnisarbeit zu erörtern und dabei insbesondere die produktionsorientierten Aspekte seiner Theorie in Abgrenzung zur ästhetischen Rezeptionsästhetik sowie zur Kantischen Erkenntnistheorie zu beleuchten.
Die bildnerische Arbeit als anschauliche Erkenntnisarbeit
Indem Fiedler in seiner Analyse des Sehens dessen Prozessualität und Selbstbezüglichkeit herausarbeitet, rückt er die Erkenntniskraft der sinnlichen Wahrnehmung ins Zentrum und stellt sie gleichberechtigt neben das diskursive Erkenntnisvermögen. Wird die Begriffssprache verwendet, um Gedanken im Prozess der Artikulation zu bilden, basiert Fiedler zufolge „die eigentliche Sprache der Kunst“ auf der „Ausdrucksform, in der sich der Mensch die sichtbaren Eindrücke zum klaren Bewußtsein bringt und seine Vorstellungswelt mitteilbar macht“. Damit formuliert er zugleich einen zentralen Aspekt seiner Definition der künstlerischen Arbeit und betont, dass „nur ein tätiges Verhalten zu einer weiteren Entwickelung unserer Vorstellungen von einer sichtbaren Wirklichkeit führen kann“. Eine fundierte Ausbildung und Verbesserung des Sehens ist demnach erst möglich, wenn der visuelle Modus um die gestaltende Aktivität des Künstlers erweitert wird.
1 Einleitung: Einführung in Konrad Fiedlers kunsttheoretisches Werk, dessen Rezeptionsgeschichte sowie die Darlegung der Forschungsfrage zur Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit.
2 Fiedlers Kunsttheorie im philosophiehistorischen Kontext: Einordnung Fiedlers in die antiidealistische, nicht-spekulative Ästhetik und Analyse seiner distanzierten Auseinandersetzung mit Kants Ästhetik und Erkenntnistheorie.
3 Fiedlers Beziehung zu Humboldts Sprachphilosophie: Untersuchung der Parallelen zwischen Fiedlers Theorie und Humboldts Konzept der Sprache als Prozess sowie die Etablierung des Begriffs einer „Sprache der Anschauung“.
4 Fiedlers Phänomenologie des Sehens: Kritik am alltäglichen, konventionellen Sehen und Forderung nach einer isolierten, aktiven Betrachtung des Sehvorgangs als eigenständige Erkenntnisleistung.
5 Die bildnerische Arbeit als anschauliche Erkenntnisarbeit: Detaillierte Betrachtung der Ausdrucksbewegung, des Zusammenspiels von Auge und Hand sowie der Konstitution von Bildern als Ausdrucksformen reiner Sichtbarkeit.
6 Resümee: Zusammenfassende Synthese der Argumente zur erkenntniskonstitutiven Relevanz der bildnerischen Tätigkeit und Bestätigung der These, dass Kunst Wirklichkeit produziert.
Konrad Fiedler, Kunsttheorie, Bildnerische Tätigkeit, Anschauliche Erkenntnisarbeit, Formale Ästhetik, Wilhelm von Humboldt, Phänomenologie des Sehens, Ausdrucksbewegung, Reine Sichtbarkeit, Erkenntnistheorie, Bildproduktion, Wahrnehmung, Ästhetischer Formalismus, Anschauungssprache, Sichtbarkeitsgebilde.
Die Arbeit analysiert die kunsttheoretischen Ansätze von Konrad Fiedler, insbesondere seine Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit als eine eigenständige Form der anschaulichen Erkenntnis.
Die Arbeit befasst sich mit der formalistischen Ästhetik, der Rezeption von Kants Erkenntnistheorie, der Bedeutung der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts für das Kunstverständnis und einer Phänomenologie des Sehens.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fiedler die künstlerische Gestaltung als einen aktiven, erkenntniskonstitutiven Prozess definiert, der über eine rein rezeptive oder abbildende Funktion hinausgeht.
Die Arbeit stützt sich auf eine philosophiehistorische Einordnung und eine textanalytische Untersuchung von Fiedlers Hauptwerken, unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Fiedlers Verhältnis zu Kant und Humboldt, seine Analyse des alltäglichen versus des künstlerischen Sehens sowie die zentrale Rolle des Zusammenspiels von Auge und Hand im Gestaltungsprozess.
Zentrale Begriffe sind neben Konrad Fiedler vor allem die "reine Sichtbarkeit", "Ausdrucksbewegung", "anschauliche Erkenntnisarbeit" und der Begriff der "Sprache der Anschauung".
Die anhängende Sichtbarkeit ist an reale, materielle Gegenstände gebunden, während die reine Sichtbarkeit als eine vom materiellen Kausalverkehr der Dinge gelöste, autonome Eigenschaft in bildnerischen Darstellungen konstituiert wird.
Für Fiedler genügt das Auge allein nicht zur fixierenden Gestaltung; erst der manuelle Akt der Hand am Material ermöglicht es, visuelle Eindrücke zu einem dauerhaften "Sichtbarkeitsgebilde" zu entwickeln.
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