Diplomarbeit, 2011
154 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Durchführung der Interviewstudie
2.1 Methode und Vorgehensweise
2.1.1 Entscheidung für einen Gegenstand der empirischen Untersuchung
2.1.2 Entscheidung für eine Interviewform
2.1.3 Durchführung der Interviews
2.1.4 Entscheidung der Auswertungsstrategie
2.1.5 Entscheidungen bezüglich des Interviewverhaltens
2.2 Beschreibung der Stichprobe
2.2.1 Entscheidung für Zielgruppe, Eingrenzung und Umfang
2.2.2 Zugang und Kontaktanbahnung
3 Interviewanalyse
3.1 Proband 1
3.2 Probandin 2
3.3 Probandin 3
3.4 Proband 4
3.5 Probandin 6
4 Interviewinterpretation
4.1 Proband 1
4.2 Probandin 2
4.3 Probandin 3
4.4 Proband 4
4.5 Probandin 6
4.6 Zusammenfassung
5 Theorie
5.1 Die Kindheit als auslösender Moment für die Entwicklung einer Sucht
5.1.1 Was ist die Kindheit?
5.1.2 Theorien der Risiko- und Einflussfaktoren in der Kindheit
5.1.2.1 Das entwicklungspsychopathologische Modell
5.1.2.2 Theorie der Risiko- und Schutzfaktoren
5.2 Der Wunsch nach Realitätsflucht unter Zuhilfenahme von Drogen
6 Vergleich Interview und Theorie
6.1 Proband 1
6.2 Probandin 2
6.3 Probandin 3
6.4 Proband 4
6.5 Probandin 6
6.6 Abschließende Zusammenfassung
7 Fazit
8 Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die subjektive Bedeutung biographischer Faktoren für die Entwicklung einer Drogensucht, um Ansatzpunkte für eine effektive Prävention und pädagogische Mündigkeitserziehung zu identifizieren.
Die Kindheit als auslösender Moment für die Entwicklung einer Sucht
Der Konsum legaler und illegaler Drogen von Jugendlichen ist, zumindest experimentell, in Deutschland sehr verbreitet, trotz massiver psychosozialer und gesundheitlicher Folgen. Ein Großteil der Jugendlichen, nämlich 90 Prozent, entwickelt Konsumformen, welche als kulturell angemessen und verantwortungsbewusst bezeichnet werden können. Eine Minderheit jedoch, 10 Prozent, missbraucht Substanzen, bekommt Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren, und entwickelt Symptome von Abhängigkeiten (vgl. Thomasius et al. 2009, S. 21).
Substanzmissbrauch und Abhängigkeiten stehen mit längerfristigen Suchtproblemen in Zusammenhang und erschweren den erfolgreichen Übergang in das Erwachsenenalter. Häufig sind externalisierte und internalisierte Störungen in der Kindheit auslösende Momente, wie schwierige Familienbeziehungen. Weiterhin kann der Missbrauch von Substanzen bereits bestehende psychische Störung in ihrer Manifestierung intensivieren. Es ist auffällig, dass sich bei 60 Prozent der jugendlichen Drogenkonsumenten noch eine weitere psychische Störung nachweisen lässt, wie beispielsweise Störungen im Sozialverhalten oder Depressionen (vgl. Thomasius et al. 2009, S. 29 f.). Die in der Kindheit erlebten psychischen Belastungen, wie geringe Bindung zu den Eltern oder negatives Erziehungsverhalten, erhöhen dabei die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Substanzmittelmissbrauch im Jugendalter (vgl. ebd.). Tarter 1999 geht davon aus, dass in der Kindheit eine Vulnerabilität des Kindes für abweichende Entwicklungspfade vorhanden ist, was die Entwicklung einer Störung durch Substanzmittelmissbrauch erhöht (vgl. Tarter et al. 1999, zitiert in Thomasius et al. 2009, S. 30). Diese Argumente der Theorie in Zusammenhang mit den Ergebnissen der durchgeführten qualitativen Untersuchung und unter Berücksichtigung der daraus aufgestellten These sind determinierend für eine besondere Betrachtung der Kindheit als auslösenden Faktors für die Entwicklung einer Drogensucht.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung biographischer Faktoren bei der Entwicklung von Drogensucht und betont die Notwendigkeit suchtprotektiver Pädagogik.
2 Durchführung der Interviewstudie: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode mittels problemzentrierter Interviews sowie der Auswahl und Gewinnung der sechs Probanden.
3 Interviewanalyse: Detaillierte Fallbeschreibungen der Probanden 1 bis 6 unter Anwendung einer zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring.
4 Interviewinterpretation: Subjektive Auswertung der gewonnenen Daten unter Fokussierung auf biographische Prägungen und deren Einfluss auf das Suchtverhalten.
5 Theorie: Theoretische Fundierung durch Modelle der Entwicklungspsychopathologie sowie der Risiko- und Schutzfaktoren mit Schwerpunkt auf frühkindliche Prägungen.
6 Vergleich Interview und Theorie: Zusammenführung der empirischen Interviewdaten mit den theoretischen Ansätzen zur Validierung der Hypothesen.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, welche eine negativ erlebte Kindheit als wesentlichen Grund für die Suchtentwicklung identifiziert.
8 Ausblick: Diskussion pädagogischer Handlungsfelder zur Prävention, insbesondere durch eine engere Verzahnung von Früherkennung und staatlichen Unterstützungsangeboten.
Drogensucht, Suchtprävention, Biographie, Kindheit, qualitative Forschung, problemzentriertes Interview, Risiko- und Schutzfaktoren, Bindungstheorie, Sozialisation, Pädagogik, psychische Störung, Realtraumatisierung, Suchtentwicklung, Verdrängung, Attribution
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Entstehung von Drogensucht unter besonderer Berücksichtigung biographischer Faktoren und deren subjektiver Bedeutung durch die Betroffenen.
Zentrale Schwerpunkte sind die frühkindlichen Bedingungen, die Rolle von Erziehungsstilen, die Auswirkungen von Traumatisierungen und die psychologischen Mechanismen wie Verdrängung und Kompensation.
Die Untersuchung fragt danach, welche biographischen Faktoren Drogensüchtige selbst als bedeutsam für ihre Suchtentwicklung bewerten und inwiefern diese Faktoren theoretische Erklärungsmodelle stützen.
Es wurde eine qualitative Forschung mit sechs problemzentrierten Interviews durchgeführt, die inhaltlich nach der Technik von Philipp Mayring ausgewertet und mit entwicklungspsychologischen Theorien in Beziehung gesetzt wurden.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der Probanden-Interviews, die tiefgehende Interpretation dieser Aussagen unter Rückgriff auf Fachliteratur und den systematischen Abgleich mit etablierten entwicklungspsychopathologischen Theorien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kindheitsprägung, Suchtprävention, Bindungstypologie, soziale Benachteiligung und psychische Krisenbewältigung beschreiben.
Die Autorin argumentiert, dass fundamentale psychische Störungen und maladaptive Bewältigungsstrategien oft in der Kindheit wurzeln und somit die Weichen für eine spätere Suchtentwicklung stellen.
Die Arbeit plädiert für eine suchtprotektive Mündigkeitserziehung und schlägt vor, Präventionsmaßnahmen bereits im Kindesalter, etwa in Kindergärten oder bei Vorsorgeuntersuchungen, stärker zu verankern.
Die Probanden berichten von Armut, sozialer Ausgrenzung und Migrationshintergrund als belastende Faktoren, die den Konsum als eine Form der Flucht vor einer unerträglichen Realität erscheinen lassen.
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