Wissenschaftliche Studie, 2005
13 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Sprintspezifische Energiebereitstellung
3. Überlegungen zur Beeinflussung der sprintspezifischen Energiebereitstellung
4. Kreatin als Supplement
4.1 Kreatin im menschlichen Organismus
4.2 Optimales Applikationsschema
5. Versuch
5.1 Versuchsdurchführung
5.2 Versuchsergebnisse
5.3 Auswertung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob durch eine Kreatinsupplementation eine Steigerung der Sprintleistung bei gleichzeitig ausbleibendem spezifischem Training erzielt werden kann. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit die Optimierung der anaerob-alaktaziden Energiebereitstellung durch Kreatin die Laufzeit auf einer 70m-Distanz positiv beeinflusst.
3. Überlegungen zur Beeinflussung der sprintspezifischen Energiebereitstellung
Um den Einsatz der anaerob-laktaziden ATP-Resynthese hinauszuzögern, müsste der Zeitraum der Energiegewinnung über die Kreatinkinase verlängert werden. Gelingt dieses, so verschiebt sich der Zeitpunkt des Übergangs von der Energiegewinnung durch Kreatinkinase zur Energiegewinnung durch Glykolyse zu Gunsten einer länger andauernden Kreatinkinase. Das wäre für unseren Fall von Vorteil, da die Energiegewinnung über die Kreatinkinase eine höhere chemische Energie innerhalb einer sehr kurzen Zeit bereitstellt als die anaerobe Glykolyse. In diesem Fall würde die verlängerte Kreatinkinase nicht mehr für ca. 7s Energie bereitstellen, sondern evtl. sogar bis zu 9s (siehe Grafik).
Daraus lässt sich folgern, dass eine verlängerte Kreatinkinase einem Sprinter ermöglicht, das individuelle Maximaltempo über einen längeren Zeitraum beizubehalten und dadurch die Laufzeit einer bestimmten Strecke zu minimieren.
Nun stellt sich die Frage, wie sich die Kreatinkinase zeitlich verlängern lässt. Eine Möglichkeit wäre die Belastung, und somit auch den Kreatinphosphatabbau zu verringern. Dadurch würde der Kreatinphosphatvorrat im Muskel für eine längere Zeit ausreichen. Voraussetzung für diesen Effekt wäre eine langsamere Laufgeschwindigkeit, die jedoch zu schlechteren Sprintergebnissen führt und somit für unseren Zweck außer Frage steht.
Eine weitere Möglichkeit bietet sich über die Vergrößerung der Kreatinphosphatreserven an. Würde es gelingen, die Reserven zu vergrößern, könnte man weiterhin mit maximaler Geschwindigkeit laufen und diese Geschwindigkeit über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten (siehe Grafik 1). Die zweite Möglichkeit erscheint sinnvoll, da sie sich vermutlich über die orale Einnahme von Kreatin realisieren lässt.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Leistungsoptimierung im Sport und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich Kreatin und Sprintleistung.
2. Sprintspezifische Energiebereitstellung: Darstellung der physiologischen Stoffwechselvorgänge, insbesondere der anaerob-alaktaziden Energiebereitstellung während eines 70m-Sprints.
3. Überlegungen zur Beeinflussung der sprintspezifischen Energiebereitstellung: Theoretische Herleitung, wie eine Vergrößerung der Kreatinphosphatreserven die Sprintleistung durch Verlängerung der anaerob-alaktaziden Phase optimieren kann.
4. Kreatin als Supplement: Erläuterung der biochemischen Grundlagen von Kreatin sowie Festlegung eines für den Versuch geeigneten Applikationsschemas inklusive Dosierung.
5. Versuch: Beschreibung des Versuchsdesigns, der Durchführung der Testläufe und Präsentation der erhobenen Sprintzeiten sowie deren statistische Auswertung.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion der methodischen Durchführung des Experiments.
Kreatin, Kreatinmonohydrat, Sprintleistung, Energiebereitstellung, Kreatinkinase, Adenosintriphosphat, ATP, anaerob-alaktazid, Supplementierung, Leistungssteigerung, Applikationsschema, Muskulatur, Laufgeschwindigkeit, Sportwissenschaft, Dextrose
Die Arbeit untersucht die Wirkung von Kreatinsupplementation auf die Sprintleistung von Athleten, ohne dass diese ein spezifisches Training absolvieren.
Die Themen umfassen die menschliche Energiebereitstellung bei Sprints, die biochemischen Prozesse bei Kreatinaufnahme sowie die praktische Erprobung in Form einer Laufstudie.
Es wird untersucht, ob eine Verbesserung der Sprintleistung über 70 Meter ausschließlich durch die Einnahme von Kreatinmonohydrat möglich ist.
Es handelt sich um eine empirische Versuchsreihe, bei der zwei Gruppen (Kreatingruppe und Kontrollgruppe/Placebo) ihre Sprintzeiten über 70 Meter vor und nach einer sechstägigen Supplementierung vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine physiologische Theorie zur Energiebereitstellung, eine biochemische Analyse der Kreatinwirkung und die detaillierte Auswertung der empirischen Sprintdaten.
Kreatinmonohydrat, ATP-Resynthese, Sprintleistung, anaerob-alaktazide Energiebereitstellung und Applikationsschema.
Der Autor wählte eine Dosierung von 15g täglich, verteilt auf drei Gaben, um ein Gleichgewicht zwischen hoher Wirksamkeit und der Vermeidung potenzieller Nebenwirkungen wie Durchfall oder Erbrechen zu finden.
Dextrose wird beigemischt, um den insulinabhängigen Transport von Kreatin in die Muskelzellen zu verbessern, basierend auf Empfehlungen von Moosburger.
Zur Kompensation von Messfehlern und zur Erhöhung der Genauigkeit hatte jeder Proband bei jedem Testzeitpunkt drei Durchgänge zu absolvieren.
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