Diplomarbeit, 1999
4 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Übersetzung
Die vorliegende Arbeit bietet eine historische sowie literarische Einführung in die berühmte arabische Liebesgeschichte von Maǧnūn Laylā und präsentiert eine deutsche Übersetzung ausgewählter poetischer Fragmente, um die Motive der sogenannten "Udhristischen Schule" zu verdeutlichen.
Einleitung
Maǧnūn Laylā ist eine Liebesgeschichte aus dem Stamm ʾAmīr in Zentralarabien. Die früheste bekannte Form stammt aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Die Hauptpersonen sind der Beduinendichter Qays Bin Al-Mulawwaḥ (Pseudonym „Maǧnūn“) und seine Geliebte Laylā Bint Al-Mahdī. Die frühen Anekdoten und mündlichen Berichte über Maǧnūn sind in Kitāb Al- ʾAġānī und Bin Qutayba's Kitāb al-shiʻr wa-al-shuʻarāʼ dokumentiert. Die Anekdoten sind meist sehr kurz, nur lose miteinander verbunden und zeigen wenig oder gar keine Handlung.
Die Form dieser Liebeserzählungen bzw. Dichtkunst gehört zur `Udhristischen Schule (Bezeichnung rührt vom Stamm 'udhra (= Jungfräulichkeit)) der Banū ʾUmayya. Die `Udhristische Liebe ist eine Form der Liebe die schon in die vorislamische Beduinenwelt zurückreicht. Das Ideal des existentiellen Leidens, des realen Verzichts, der ewigen Treue und der Mächtigkeit der Geliebten, ist in den meisten Liebesgeschichten zu finden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext, die literarische Einordnung in die Udhristische Schule sowie den biographischen Hintergrund der Protagonisten Qays und Laylā.
2. Übersetzung: Der zweite Teil umfasst eine direkte deutsche Übertragung ausgewählter Gedichtfragmente, die den psychischen Leidenszustand und die verzweifelte Sehnsucht des Protagonisten thematisieren.
Maǧnūn Laylā, Udhristische Schule, Liebesdichtung, Beduinendichtung, Qays Bin Al-Mulawwaḥ, Zentralarabien, Liebesleid, soziale Ungleichheit, arabisches Schrifttum, Sehnsucht, Wahnsinn, 7. Jahrhundert, Treue, Liebesgeschichte, Orientalistik.
Die Arbeit behandelt die klassische arabische Liebesgeschichte von Maǧnūn Laylā und deren Bedeutung innerhalb der frühen arabischen Literatur.
Die zentralen Themen sind das Ideal der Udhristischen Liebe, das existenzielle Leiden des Liebenden sowie die soziale und kulturelle Prägung der Liebesdichtung im 7. Jahrhundert.
Das Ziel ist eine Einführung in die Erzählung und die Übersetzung relevanter poetischer Texte, um das literarische Motiv des "Liebeswahnsinns" zugänglich zu machen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse sowie eine historisch-kontextuelle Einordnung der Anekdoten und Gedichtfassungen angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einführung zur Entstehung der Legende und einen umfangreichen Übersetzungsteil, der die Stimmung der Originaldichtung einfängt.
Wesentliche Begriffe sind Maǧnūn Laylā, Udhristische Schule, arabisches Schrifttum, Liebesleid und Beduinendichtung.
Der Beiname bedeutet "der Verrückte" und wurde ihm von Zeitgenossen verliehen, weil er seine Liebe zu Laylā öffentlich in Gedichten besang, was damals als soziale Schande und Anzeichen geistiger Verwirrung galt.
Die soziale Ungleichheit der Paare wird als wesentliches Hindernis beschrieben, das eine normale Verbindung verhindert und somit die tragische, entbehrungsreiche Udhristische Liebe erst evoziert.
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