Masterarbeit, 2017
90 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Definition von Intermedialität und Intermedialitätstheorien
3. Märchen
3.1 Definition und allgemeine Merkmale von Märchen
3.2 Formalästhetische Eigenschaften von Märchen
3.3 Strukturelemente von Märchen nach Vladimir Propp
4. Einführung in die Erzähltheorie
4.1 Zeit
4.2 Modus
4.3 Stimme
4.4 Raum und erzählte Welten
5. Das Medium Comic
5.1 Was ist ein Comic?
5.2 Comic-Analyse
5.2.1 Zeichenstil und Farbgebung
5.2.2 Panel und Sequenz
5.2.3 Seitenlayout und Rahmengestaltung
5.2.4 Narration im Comic
5.2.5 Figurendarstellung – und charakterisierung
5.2.6 Zeitstrukturen
5.2.7 Raumdarstellung
5.2.8 Sprache
6. Theoretische Grundlage für die Analyse von Literatur-Comics
6.1 Was ist ein Literatur-Comic?
6.2 Forschungsstand zu Literaturadaptionen
6.3 Forschungsstand zu Märchen und Comics sowie Märchencomics
6.4 Das Analysemodell für Literaturadaptionen im Comic nach Juliane Blank
7. Vergleichende Analyse des Märchens „Rotkäppchen“ und die Literaturadaptionen im Comic
7.1 Begründung des ausgewählten Korpus
7.2 Analyse des ausgewählten Märchens „Rotkäppchen“
7.2.1 Entstehungskontext
7.2.2 Rezeption und Adaptionen
7.2.3 Handlung und Struktur
7.2.4 Modus und Stimme
7.2.5 Figuren
7.2.6 Zeit
7.2.7 Raum
7.3 Analyse der Literaturadaptionen im Comic
7.3.1 Analyse des Manga „Grimms Manga“ von Kei Ishiyama
7.3.1.1 Oberfläche des Comics
7.3.1.2 Handlung
7.3.1.3 Figuren
7.3.1.4 Szenerie
7.3.1.5 Perspektivierung
7.3.1.6 Paratext
7.3.1.7 Kontext
7.3.1.8 Adaptionsstrategien
7.3.2. Analyse des Comics „Blutrotkäppchen von David Füleki
7.3.2.1 Oberfläche des Comic
7.3.2.2 Handlung
7.3.2.3 Figuren
7.3.2.4 Szenerie
7.3.2.5 Perspektivierung
7.3.2.6 Paratext
7.3.2.7 Kontext
7.3.2.8 Adaptionsstrategien
7.3.3 Analyse des Comics „Fairy Quest“ von Paul Jenkins und Ramos Humberto
7.3.3.1 Oberfläche des Comics
7.3.3.2 Handlung
7.3.3.3 Figuren
7.3.3.4 Szenerie
7.3.3.5 Perspektivierung
7.3.3.6 Paratext
7.3.3.7 Kontext
7.3.3.8 Adaptionsstrategien
8. Fazit und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht den intermedialen Medienwechsel des Märchens „Rotkäppchen“ in ausgewählten Comicadaptionen. Das Ziel ist es, mittels eines interdisziplinären Analysemodells aufzuzeigen, wie sich der Prätext durch Transformation und Adaptionstechniken verändert und welche Rolle dabei kulturelle Kontexte sowie spezifische Comic-Gestaltungsmittel spielen.
7.3.1.1 Oberfläche des Comics
„Grimms Manga“ ist als Shojo-Manga oder Mädchenmanga zu bezeichnen, was einer altersgruppenbezogenen Kategorie entspricht, die sich primär an eine weibliche Leserschaft im Alter von 10-18 Jahren richtet. Thematisch orientieren sich Shojo-Manga an zwischenmenschlichen Beziehungen, Freundschaft, der ersten Liebe und der Pubertät. Manga sind im Vergleich zu Comics generell in schwarz-weiß gehalten, woraus unterschiedliche Rezeptionsbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten resultieren. Ishiyama arbeitet aber nicht mit Schwarz und Weiß als starke Kontraste, sondern vor allem mit Grautönen, wodurch das Design einen weichen Charakter erhält, was die romantische, heitere Atmosphäre betont. Die Linienführung ist sehr filigran und sauber gehalten, das der sanften und weichen Ästhetik des Mädchenmangas entspricht.
Anders als im westlichen Comics fällt auf, dass es keine einheitlichen Panelformen und -größen gibt, und die Panelgrenzen überschritten werden. Es dominieren schiefe Panels und der Verzicht auf den „Gutter“, der Raum zwischen den Panels, womit eine Verschmelzung der einzelnen Panels bewirkt wird, was die Dynamik des Geschehens erhöht. Sprechblasen spiegeln die Bedeutung der Inhalte, wie die Stimmungen der Figuren wider. Gezackte Sprechblasen repräsentieren eine euphorische Stimmung, während wellenförmige Angst und Entsetzen signalisieren. Teilweise stehen ganzseitige Hintergründe für sich, um die Bedeutung der emotionalisierten Handlungen zu intensivieren. Diese Seiten, wie auch die großen Panels laden zum Verweilen ein und schaffen eine beruhigende Atmosphäre. Der Fokus liegt eindeutig auf Beziehungen, Gefühlen und Momenten. Aktionen werden dagegen weniger verfolgt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Literaturadaptionen im Comic ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Transformation des Märchens „Rotkäppchen“.
2. Definition von Intermedialität und Intermedialitätstheorien: Hier werden zentrale Begriffe der Intermedialitätsforschung definiert, um das Verhältnis zwischen Literatur und anderen Medien theoretisch zu fundieren.
3. Märchen: Dieses Kapitel definiert das Genre Märchen und erläutert dessen formale Eigenschaften sowie strukturelle Elemente nach Vladimir Propp.
4. Einführung in die Erzähltheorie: Das Kapitel legt die erzähltheoretischen Grundlagen in Bezug auf Zeit, Modus, Stimme und Raum dar, die für den intermedialen Vergleich notwendig sind.
5. Das Medium Comic: Es erfolgt eine Definition des Mediums Comic und eine Vorstellung spezifischer Analysekategorien wie Zeichenstil, Panelstrukturen und Narration.
6. Theoretische Grundlage für die Analyse von Literatur-Comics: Dieses Kapitel erörtert den Forschungsstand und stellt das Analysemodell von Juliane Blank als Instrument für die Untersuchung von Literaturadaptionen vor.
7. Vergleichende Analyse des Märchens „Rotkäppchen“ und die Literaturadaptionen im Comic: Der Hauptteil vergleicht das Märchen „Rotkäppchen“ mit den Adaptionen „Grimms Manga“, „Blutrotkäppchen“ und „Fairy Quest“ hinsichtlich ihrer Gestaltung und Adaptionsstrategien.
8. Fazit und Ausblick: Das Kapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Eignung der angewandten Analysekategorien für zukünftige Untersuchungen.
Märchen, Rotkäppchen, Comicadaption, Intermedialität, Adaptionsstrategie, Literaturcomic, Figurengestaltung, Erzähltheorie, Manga, Juliane Blank, Medienwechsel, Transformation, Kanonizität, Bildsprache, Genre
Die Arbeit untersucht, wie das Märchen „Rotkäppchen“ als literarischer Prätext in das Medium Comic transformiert wird und welche intermedialen Bezüge dabei entstehen.
Die zentralen Felder sind die Comic-Analyse, die Märchenforschung, die Erzähltheorie sowie die Untersuchung von Adaptionsstrategien bei Literatur-Comics.
Das Ziel ist es, einen interdisziplinären Vergleich zwischen den drei ausgewählten Comicadaptionen und dem Märchen „Rotkäppchen“ zu ziehen, um die spezifischen künstlerischen Entscheidungen und Interpretationen der Zeichner sichtbar zu machen.
Die Analyse stützt sich primär auf das von Juliane Blank entwickelte Analysemodell für Literaturadaptionen im Comic, ergänzt durch erzähltheoretische Kategorien von Genette, Lüthi und Propp.
Im Hauptteil werden zunächst das Märchen nach traditionellen Kriterien untersucht und anschließend drei Märchencomics („Grimms Manga“, „Blutrotkäppchen“, „Fairy Quest“) unter den Kategorien Oberfläche, Handlung, Figuren, Szenerie, Perspektivierung, Paratext und Kontext analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Märchen, Adaptionsstrategien, Intermedialität, Transformation und Literaturcomic.
Die Adaptionen dekonstruieren den Archetypus des „bösen Wolfs“ massiv: In „Grimms Manga“ wird er rehabilitiert, in „Fairy Quest“ als Opfer der Umstände dargestellt und in „Blutrotkäppchen“ durch eine groteske Monster-Gestalt ersetzt.
Der Kontext beeinflusst maßgeblich die Wahl der Comicgattung und die gestalterischen Konventionen, was sich beispielsweise in den Unterschieden zwischen japanischen Manga-Stilen (Shojo/Shonen) und westlichen Comic-Stilen niederschlägt.
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