Bachelorarbeit, 2018
128 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Lebenslanges und non-formales Lernen
2.1 Die politische Entwicklung lebenslangen Lernens in Deutschland
2.2 Zur individuellen Bedeutung lebenslangen Lernens
2.3 Lernarten
2.4 Non-formales LLL durch kulturelle Bildung
3 Lernen aus sozialkonstruktivistischer und pragmatistischer Perspektive
3.1 Pragmatismus und Konstruktivismus
3.1.1 Pragmatismus
3.1.2 Pragmatismus nach Dewey
3.1.3 Die Idee der Gemeinschaft nach John Dewey
3.1.4 Konstruktivismus
3.1.5 Sozialer Konstruktivismus nach Kersten Reich
3.2 Lernen in und durch Gemeinschaften
4 Kompetenzen
4.1 Aktuelle Situation in Deutschland
4.2 Kompetenzarten
4.3 Informelle und non-formale Kompetenzen – vom Erwerb zur Anerkennung
4.4 EQR und DQR als Instrumente zur Anerkennung von Bildungs-
leistungen
4.5 Zusammenfassung
5 Der Laienchor als Ort des lebenslangen Gemeinschaftslernens und Kompetenzerwerbs
5.1 Aktuelle Situation
5.2 Bildung und Barrieren
5.3 Konklusion
6 Zwischenfazit
7 Einleitung und Methoden der Datenerfassung und -auswertung
8 Der Fragebogen als Forschungsinstrument
8.1 Auswahl der Probanden
8.2 Fragebogenkonstruktion
8.3 Durchführung
9 Auswertung und Ergebnisse
9.1 Auswertungsmethode
9.2 Ergebnisse
10 Empfehlungen zur Aufnahme in den DQR
11 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht explorativ, welche beruflich und gesellschaftlich relevanten Kompetenzen durch eine aktive Mitgliedschaft in einem Laienchor erworben werden können und wie diese im Rahmen des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) anerkannt werden könnten.
1 Einleitung
Ugah, ugah, bumm, bumm, bumm! Was aus heutiger Sicht als eine primitive, bisweilen süffisante Form des menschlichen Ausdrucks erscheinen mag, ebnete lange Zeit, bevor sprachlich präzise Repräsentationssysteme Hochkulturen und damit gesellschaftlichen Fortschritt ermöglichten, intragruppale Kohäsion: Die Rede ist vom gemeinsamen Musizieren, das durch stetige Weiterentwicklung zu einer bedeutsamen Form der modernen Kunst gewachsen ist. In ihrer holistischen Natur diente Musik als sprachliches Subelement im Zeitalter der Ur- und Naturvölker primär dem Überleben (Mithen 2006: 98, 100), während sie gegenwärtig vielmehr als Genussform in Erscheinung tritt. Als ein frühzeitliches Mittel „to express and induce emotions and to develop group identities“ (Mithen 2006: 99) kann sie – angelehnt an die amerikanische Reformpädagogik des Pragmatismus - als relevantes System für die Entwicklung menschlichen Gemeinschaftslebens angesehen werden.
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Erforschung dessen, welche Lernprozesse ein gemeinsames Musizieren heutzutage fördert. Hierzu werden zwei Laienchöre danach untersucht, welche Kompetenzen eine Mitgliedschaft hervorbringen und wie diese anerkannt werden können. Dadurch, dass bisher bevorzugt formale Abschlüsse dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zugeordnet wurden, wird dem nicht-formalen Bildungsbereich nicht nur das Recht auf Ebenbürtigkeit versagt, er wird sogar benachteiligt, da Inhabern dieser Lernleistungen nicht die gleichen Vorteile einer europaweiten (Bildungs-) Mobilität zur Verfügung stehen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des gemeinschaftlichen Musizierens als historisch gewachsene Form der Kohäsion ein und benennt die Forschungsfrage zur Kompetenzentwicklung in Laienchören.
2 Lebenslanges und non-formales Lernen: Dieses Kapitel definiert lebenslanges Lernen, erläutert die verschiedenen Lernarten und betrachtet die politische sowie individuelle Bedeutung in Deutschland.
3 Lernen aus sozialkonstruktivistischer und pragmatistischer Perspektive: Der theoretische Rahmen wird durch Deweys Pragmatismus und den sozialen Konstruktivismus nach Reich aufgespannt, um Lernen in und durch Gemeinschaften zu begründen.
4 Kompetenzen: Hier wird der Kompetenzbegriff analysiert, verschiedene Arten von Kompetenzen vorgestellt und die Problematik der Anerkennung non-formaler Bildungsleistungen im DQR kritisch diskutiert.
5 Der Laienchor als Ort des lebenslangen Gemeinschaftslernens und Kompetenzerwerbs: Dieses Kapitel beleuchtet die aktuelle Situation von Laienchören, diskutiert Bildungsbarrieren und leitet die forschungsleitenden Fragen ab.
6 Zwischenfazit: Das Kapitel fungiert als Übergang, resümiert den theoretischen Teil und begründet die Notwendigkeit der empirischen Untersuchung.
7 Einleitung und Methoden der Datenerfassung und -auswertung: Es wird die Methodik der explorativ-quantitativen Fragebogenuntersuchung dargelegt und die Wahl der Untersuchungsinstrumente begründet.
8 Der Fragebogen als Forschungsinstrument: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der Probanden aus zwei Laienchören sowie die Konstruktion und Durchführung des Fragebogens.
9 Auswertung und Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung werden quantitativ ausgewertet, die Kompetenzniveaus der Probanden dargestellt und zwischen den Kohorten verglichen.
10 Empfehlungen zur Aufnahme in den DQR: Basierend auf den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen zur Anerkennung im Chor erworbener Kompetenzen im Rahmen des DQR gegeben.
11 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Methodendiskussion und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Lebenslanges Lernen, Non-formales Lernen, Laienchor, Kompetenzerwerb, Sozialkonstruktivismus, Pragmatismus, John Dewey, DQR, Kompetenzbilanzierung, Musikpädagogik, Interkulturelle Kompetenz, Selbstkompetenz, Gemeinschaftslernen, Bildungsmoilität, Zertifizierung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Laienchören als Orte des lebenslangen, non-formalen Lernens und erforscht, welche spezifischen Kompetenzen Mitglieder durch das gemeinsame Singen entwickeln.
Die Arbeit verknüpft bildungswissenschaftliche Lerntheorien (Sozialkonstruktivismus und Pragmatismus) mit der praktischen Realität von Laienchören und der Anerkennung erworbener Kompetenzen nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR).
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Kompetenzen durch eine aktive Mitgliedschaft in einem Laienchor entstehen und wie diese Leistungen offiziell, etwa im Rahmen des EQR/DQR, anerkannt werden könnten.
Die Autorin führte eine explorativ-quantitative Studie durch, bei der Mitglieder zweier Laienchöre mittels eines standardisierten Fragebogens zu verschiedenen Kompetenzbereichen befragt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Lerntheorie und Kompetenzforschung sowie einen empirischen Teil, der die Datenerfassung in den Chören und die Auswertung der Ergebnisse umfasst.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen lebenslanges Lernen, non-formales Lernen, Laienchor, Kompetenzerwerb, Sozialkonstruktivismus, DQR und Bildungsanerkennung.
Die Studie argumentiert, dass im Chor erworbene Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Selbstorganisation und Führungskompetenzen auch in beruflichen Kontexten hilfreich sind und durch eine Zertifizierung für Arbeitgeber sichtbar gemacht werden sollten.
Die Untersuchung zeigt auf, dass Chormitglieder oft einen hohen formalen Bildungsstand aufweisen; die Autorin diskutiert dies im Kontext von Barrieren für bildungsbenachteiligte Bevölkerungsschichten.
Die Autorin empfiehlt u.a. die Digitalisierung von Noten, die Schaffung von Zertifizierungssystemen durch Chorverbände und eine stärkere Einbindung flexibler digitaler Lernformen, um junge Erwachsene langfristig an das Chorleben zu binden.
Chor A ist ein Kammerchor einer Musikschule, während Chor B ein traditioneller Verein ist. Die Studie vergleicht diese unterschiedlichen Strukturen, um Unterschiede in der Kompetenzausprägung und im Chorerleben zu analysieren.
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