Examensarbeit, 2017
95 Seiten, Note: 1,0
I PROLOG
II DER CARTESIANISMUS BEI HUSSERL
1 Die phänomenologische Methode und der methodische Zweifel
1.1 Husserls und Descartes’ gemeinsamer Ausgangspunkt und gemeinsames Ziel
1.2 Husserls cartesianischer Weg
1.2.1 Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas: Intentionalität
1.2.2 Das Prinzip der Evidenz
1.2.3 Das Wie: Epoché und Reduktion
1.3 Descartes und die Erkenntnis
1.3.1 Descartes’ Grundregeln
1.3.2 Zweifel als Methode: Die skeptischen Argumente
1.3.3 Descartes’ Erkenntnis: Die Cogito-Überlegungen
1.4 Zwischenfazit
III DER CARTESIANISMUS BEI SARTRE
1 Phänomenologisches Gerüst
1.1 „Die Transzendenz des Ego“: Einstieg in die Phänomenologie
1.2 Gibt es etwas hinter den Phänomenen? Die Phänomenologie als Ablehnung noumenaler Realitäten
2 Die Idee einer ontologisch fundierten Phänomenologie
2.1 Das „Sein des Phänomens“ und das „Seinsphänomen“
2.2 Das präreflexive Cogito als Grundlage des Bewusstseins
2.3 Sartres „Ruf nach Sein“ und Descartes’ „Ruf nach Gott“
2.4 An-sich-sein und Für-sich-sein
2.5 Zwischenfazit
IV FAZIT
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss der erkenntnistheoretischen und methodischen Grundüberlegungen von René Descartes, insbesondere seiner „Meditationen über die erste Philosophie“, auf die phänomenologische Methodik und Ontologie von Edmund Husserl und Jean-Paul Sartre. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die kritische Aneignung und Radikalisierung des cartesianischen Cogito sowie die Frage nach dem Sein und dem Bewusstsein in den drei philosophischen Systemen.
1.2.1 Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas: Intentionalität
Wenn ich über Husserls Begriff der Intentionalität (lat. indendere = sich auf etwas wenden) sprechen will, dann muss ich mir zunächst, wie Zahavi andeutet, die Frage stellen, die sich auch Husserl in der fünften und sechsten Untersuchung von LU II, 1 und LU II, 2 gestellt hat. Nämlich, was es bedeutet bewusst zu sein. Dabei geht es nicht darum, welche empirischen Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Mensch Bewusstsein besitzen kann, sondern, um die Analyse dessen, worin das Bewusstsein als solches besteht, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um einen Menschen, ein Tier oder etwas Anderes handelt.77 Ihm geht es nicht darum zu sagen, wie ein Auge aufgebaut sein muss, damit es sehen kann oder wie das Gehirn beschaffen sein muss, um gewisse Denkakte zu vollziehen, sondern Husserl geht es um Fragen der Erkenntnistheorie. Was bedeutet es zum Beispiel, sich einen galoppierenden Frosch vorzustellen oder an die nächste Ernte zu denken? Für Husserl geht es demnach um die unveränderlichen und wesenhaften Strukturen des Bewusstseins.78 Husserl identifiziert drei Begriffe von Bewusstsein: „1. Bewusstsein als der gesamte reelle phänomenologische Bestand des empirischen Ich, als Verwebung der psychischen Erlebnisse in der Einheit des Erlebnisstroms. 2. Bewusstsein als inneres Gewahrwerden von eigenen psychischen Erlebnissen. 3. Bewusstsein als zusammenfassende Bezeichnung für jederlei ‚psychische Akte‘ oder ‚intentionale Erlebnisse.‘“79
Husserl spricht davon, dass der rein phänomenologische Erlebnisbegriff, anders als der psychologische, nur dahingehend gefasst werden kann, wenn „alle Beziehung auf empirisch-reales Dasein (auf Menschen oder Tiere der Natur) ausgeschaltet bleibt: das Erlebnis im deskriptiv-psychologischen Sinn (im empirisch-phänomenologischen) wird dann zum Erlebnis im Sinne der reinen Phänomenologie.“80
II DER CARTESIANISMUS BEI HUSSERL: Dieses Kapitel analysiert Husserls methodische Anlehnung an Descartes durch die phänomenologische Reduktion und untersucht, wie Husserl den methodischen Zweifel zur Begründung einer strengen Wissenschaft transformiert.
III DER CARTESIANISMUS BEI SARTRE: Hier wird Sartres Auseinandersetzung mit Descartes beleuchtet, wobei insbesondere das präreflexive Cogito und die ontologische Differenz zwischen An-sich-sein und Für-sich-sein im Zentrum stehen.
Cartesianismus, Phänomenologie, Edmund Husserl, Jean-Paul Sartre, René Descartes, Cogito, Intentionalität, Epoché, Reduktion, Evidenz, Ontologie, Bewusstsein, Transzendentalphilosophie, Res cogitans, An-sich-sein.
Die Arbeit untersucht den philosophiegeschichtlichen Einfluss René Descartes’ auf die Phänomenologie von Edmund Husserl und Jean-Paul Sartre, mit einem Schwerpunkt auf Methodik, Bewusstseinstheorie und Ontologie.
Die zentralen Themen sind der methodische Zweifel, das Cogito als Ausgangspunkt der Erkenntnis, die Intentionalität des Bewusstseins sowie die ontologische Trennung von Bewusstsein und Welt.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den drei Denkern aufzuzeigen und zu belegen, dass Descartes als maßgeblicher Vordenker für die phänomenologischen Untersuchungen von Husserl und Sartre fungiert.
Es handelt sich um eine vergleichende philosophische Textanalyse, die systematisch die Argumentationsstrukturen der behandelten Werke gegenüberstellt.
Der Hauptteil ist in zwei große Blöcke gegliedert: Der Cartesianismus bei Husserl (Methodik, Reduktion, Intentionalität) und der Cartesianismus bei Sartre (ontologische Phänomenologie, präreflexives Cogito, An-sich/Für-sich).
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Cartesianismus, Phänomenologie, Cogito, Intentionalität und Ontologie charakterisiert.
Husserls Epoché ist eine methodische Einklammerung zur transzendentalen Rückführung, während Descartes’ Zweifel ein radikaler Prozess zur Eliminierung aller bezweifelbaren Überzeugungen ist, um zu einem unerschütterlichen Fundament zu gelangen.
Für Sartre ist das präreflexive Cogito ein unmittelbar nicht-setzendes Bewusstsein von sich selbst, das die Grundlage für jede Form der bewussten Reflexion bildet.
Sartre nutzt die Struktur von Descartes’ Gottesbeweisen (den „Ruf nach Sein“), um die Transphänomenalität des Seins zu begründen und das Sein des Phänomens als notwendiges Gegenstück zum Bewusstsein zu beweisen.
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