Bachelorarbeit, 2014
36 Seiten, Note: 2,2
1 Einleitung
2 Die Debatte um die Freiheit
2.1 Was ist menschliche Willens- und Handlungsfreiheit?
2.2 Perspektiven auf die Debatte
2.3 Grundlegende Kritik an der Freiheit
2.4 Freiheit aus Sicht der neurologischen Wissenschaften
2.5 Die Erklärung einer Entscheidung aus neurologischer Sicht
3 Systeme und Selbstorganisation
3.1 Systeme in der Systemtheorie
3.2 Selbstorganisierende Systeme
3.3 Das Gehirn und das Bewusstsein als Systeme
3.3.1 Das Gehirn als System
3.3.2 Das Bewusstsein als System
3.3.3 Das Zusammenwirken der Systeme Gehirn und Bewusstsein
4 Willens- und Handlungsfreiheit aus Sicht sozialer Systeme
4.1 Handlungen und Gründe
4.2 Die soziale Freiheit
5 Willens- und Handlungsfreiheit aus Sicht der Selbstorganisation von Gehirn und Bewusstsein
5.1 Synergetik
5.2 Der synergetische Entscheidungsprozess im Bewusstsein
5.3 Der synergetische Entscheidungsprozess im Gehirn
5.4 Willens- und Handlungsfreiheit aus Sicht der Selbstorganisation
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die philosophische Streitfrage der Willens- und Handlungsfreiheit unter Einbeziehung naturwissenschaftlicher und systemtheoretischer Perspektiven. Ziel ist es, zu klären, ob der menschliche Wille innerhalb deterministischer, selbstorganisierender Prozesse als frei gelten kann oder ob Freiheit lediglich eine notwendige soziale Unterstellung darstellt.
3.1 SYSTEME IN DER SYSTEMTHEORIE
Die Systemtheorie (ST) teilt die Welt in Systeme ein, um Sachverhalte besser betrachten zu können, da sie damit die Komplexität der Welt in weniger komplexe Teilbereiche gliedert und sie für die Betrachtung verringert. Ein solches System entsteht somit aufgrund der Differenz mit seiner Umwelt. Das bedeutet, dass die Komplexität nur verringert werden kann, wenn das System auf eine bestimmte Weise unabhängig von seiner Umwelt beschrieben wird. Bei idealen, physikalischen Systemen ist das von vornherein der Fall. Sie sind kausal und operativ geschlossen gegenüber ihrer Umwelt. Diese Systeme erfüllen dabei eine lineare Gleichung, was bedeutet, dass man ganz im Sinne einer strikten Kausalität von einem Zustand auf einen anderen schließen kann. Ein Zustand Z1 zu einem Zeitpunkt t1 ist mittels gegebener Gesetze immer Ursache für einen Zustand Z2 zum Zeitpunkt t1. Dies ist beliebig oft wiederholbar und das System ist eindeutig determiniert.
Systeme im Sinne der Systemtheorie nach Luhmann hingegen werden nur auf ihre operative Geschlossenheit betrachtet, das heißt, dass sie kausal offen sind, aber eigene Elemente mit eigenen Operationen besitzen, die nicht direkt aus der Umwelt beeinträchtigt werden können und nur mit sich selbst interagieren. Das System besteht aus seinen Elementen, die sich zu Strukturen zusammensetzen und bestimmte Prozesse durchführen, die nach einer systemimmanenten Logik ablaufen. Somit besitzt das System eine Eigendynamik. Die Elemente des Systems verbinden sich zu Strukturen durch die Prozesse im System, die diese Strukturen benötigen. Die Strukturen wiederum bestimmen aber die Prozesse. So beschreibt sich das System selbst und bezieht all seine Vorgänge auf seinen eigenen Zustand, was man Selbstreferenz nennt.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Willensfreiheit ein und stellt die verschiedenen theoretischen Erklärungsrahmen vor, die im weiteren Verlauf analysiert werden.
2 Die Debatte um die Freiheit: Dieses Kapitel erörtert die klassischen Freiheitsbegriffe und diskutiert die Herausforderungen durch den Determinismus sowie neurowissenschaftliche Erkenntnisse.
3 Systeme und Selbstorganisation: Es werden die systemtheoretischen Grundlagen erarbeitet und das Gehirn sowie das Bewusstsein als komplexe, operativ geschlossene Systeme definiert.
4 Willens- und Handlungsfreiheit aus Sicht sozialer Systeme: Hier wird die Freiheit in den Kontext sozialer Kommunikation gestellt und als nützliches, notwendiges soziales Konstrukt interpretiert.
5 Willens- und Handlungsfreiheit aus Sicht der Selbstorganisation von Gehirn und Bewusstsein: Dieses Kapitel nutzt die Synergetik zur detaillierten Betrachtung neuronaler und psychischer Entscheidungsprozesse.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Willensfreiheit naturwissenschaftlich nicht haltbar, jedoch als soziale Unterstellung funktional ist.
Willensfreiheit, Handlungsfreiheit, Systemtheorie, Selbstorganisation, Determinismus, Synergetik, Gehirn, Bewusstsein, Kausalität, Autopoiesis, Selbstreferenz, Entscheidungsfreiheit, Soziale Systeme, Neurowissenschaften, Komplexitätsreduktion
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und wissenschaftlichen Untersuchung der Frage, ob der menschliche Wille unter der Annahme einer durch Kausalität bestimmten Welt als frei betrachtet werden kann.
Die Arbeit verknüpft Philosophie, Neurowissenschaften und Systemtheorie, um die Bedingungen von Entscheidungsprozessen in biologischen und psychischen Systemen zu analysieren.
Das Ziel ist die Ergründung der Willens- und Handlungsfreiheit, insbesondere unter der Perspektive der Selbstorganisation von Gehirn und Bewusstsein, um deren Plausibilität in einer deterministischen Welt zu bewerten.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse interdisziplinärer Fachliteratur aus Philosophie, Systemtheorie und Neurowissenschaften.
Der Hauptteil gliedert sich in die Debatte um die Freiheit, die Grundlagen der Systemtheorie, die Analyse sozialer Freiheit sowie die synergetische Untersuchung von Entscheidungsprozessen.
Die wichtigsten Begriffe sind Willensfreiheit, Systemtheorie, Selbstorganisation, Determinismus, Synergetik, Gehirn, Bewusstsein und Autopoiesis.
Das limbische System wird als Ort der Letztentscheidung interpretiert, da es die emotionale Bewertung der Handlungsoptionen vornimmt und so den Entscheidungsprozess maßgeblich steuert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine naturwissenschaftlich begründbare Freiheit nicht existiert, die Unterstellung von Freiheit jedoch als soziales Konstrukt für das menschliche Zusammenleben unverzichtbar ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

