Diplomarbeit, 2004
66 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zum Problem der Bilingualität
2.1 Bilingualität im Allgemeinen
2.1.1 Definition des Begriffes Bilingualität
2.1.2 Geschichte der Bilingualität
2.1.3 Arten von Bilingualität
2.1.3.1 Kompositionelle und Koordinierte Bilingualität
2.1.3.2 Äquilingualität und Ambilingualität
2.1.3.3 Semilingualität
2.1.4 Sprachen im bilingualen Gehirn
2.1.5 Merkmale von Bilingualen
2.1.5.1 Interferenzen
2.1.5.2 Kodewechsel
2.1.5.3 Sprachübergreifende Fähigkeiten
2.2 Bilingualität in Bezug auf Übersetzer und Dolmetscher
2.2.1 Forschung zu Bilingualität und Translation
2.2.2 Vorurteile über Bilinguale
2.2.3 Hypothesen zu Bilingualen als Übersetzer und Dolmetscher
2.2.3.1 Bilinguale Sprachkompetenz und Translation
2.2.3.2 Interferenzerscheinungen und Translation
3 Datenerhebung
3.1 Herangehensweisen
3.1.1 Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung
3.1.2 Sprachenklassifizierung
3.2 Befragung von Dozenten des Instituts für Angewandte Linguistik und Translatologie
3.2.1 Erkenntnisse aus der Befragung der Dozenten
3.2.2 Schlussfolgerungen aus der Befragung der Dozenten
3.3 Befragung mit Fragebögen
3.3.1 Aufbau der Fragebögen
3.3.1.1 Art der Fragestellung
3.3.1.2 Inhalt
3.3.2 Befragte Personen
3.3.2.1 Freiberufliche Übersetzer und Dolmetscher in Leipzig
3.3.2.2 Dozenten des Instituts für Angewandte Linguistik und Translatologie
3.3.3 Erkenntnisse aus der Befragung mit Fragebögen
3.3.4 Schlussfolgerungen aus der Befragung mit Fragebögen
3.4 Befragung von weiteren Personen
3.4.1 Erkenntnisse aus der Befragung von weiteren Personen
3.4.2 Schlussfolgerungen aus der Befragung von weiteren Personen
3.5 Erkenntnisse aus der gesamten Befragung
3.6 Schlussfolgerungen aus der gesamten Befragung
4 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen von Bilingualität auf die berufliche Praxis von Übersetzern und Dolmetschern. Ziel ist es zu erforschen, ob bilinguale Personen für diese Tätigkeit besser geeignet sind als monolinguale und inwiefern sich die Bilingualität, insbesondere in Bezug auf Sprachkompetenz und das Auftreten von Interferenzerscheinungen, auf die Qualität der Übersetzungs- und Dolmetschprodukte auswirkt.
2.1.4 Sprachen im bilingualen Gehirn
Eine veraltete Vorstellung davon, wie Sprachen im Gehirn angelegt sind, geht davon aus, dass dort der Platz für Sprachen beschränkt ist. Bei Monolingualen würde eine Sprache den gesamten Platz einnehmen und sich so voll entfalten können. Bei Bilingualen müssten sich mehrere Sprachen den Platz teilen, der normalerweise nur für die vollständige Ausprägung einer einzigen Sprache vorgesehen ist. Nach dieser Theorie hätten Menschen nie die Möglichkeit, mehr als eine Sprache ausreichend zu erlernen, sondern könnten zwei oder mehrere Sprachen jeweils nur unvollständig beherrschen. Diese Vorstellung entspricht dem Modell der Separate Underlying Proficiency (SUP), wonach Sprachen wie Ballons im Gehirn gesehen werden, die dort einen bestimmten Raum einnehmen (vgl. Baker/Jones 1998:81). Bei Monolingualen würde dieser Ballon den gesamten Platz ausfüllen, während Bilinguale für jede Sprache jeweils nur einen zur Hälfte gefüllten Ballon hätten. Bilinguale könnten also aufgrund des geringeren Raumes weniger Wörter, grammatikalische Strukturen, Assoziationen und Vorstellungen für jede ihrer Sprachen speichern als Monolinguale für ihre einzige Sprache.
Weiterhin sind die Ballons, also die beiden Sprachen, beim SUP-Modell nicht miteinander verbunden, sondern existieren vollkommen unabhängig voneinander. In der Forschung gibt es jedoch keinen Beweis für die Existenz eines solchen Sprachensystems. Dass dieses Modell nicht vertretbar ist, beweist auch folgende Überlegung: Wenn die beiden Sprachen eines Bilingualen wirklich unabhängig voneinander operieren würden, wie könnte er dann in einer Sprache beschreiben, was er gerade in einer anderen Sprache gehört hat? Alles, was er in einer Sprache gelernt hat, müsste in der zweiten Sprache noch einmal gelernt werden, da zwischen beiden Systemen keinerlei Austausch besteht (vgl. Baker/Jones 1998:81). Da dies offensichtlich nicht der Fall ist, könnte folgende Theorie die wirkliche Anordnung im bilingualen Gehirn vielleicht besser beschreiben, nämlich das Modell der Common Underlying Proficiency (CUP).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema der Bilingualität bei Übersetzern und Dolmetschern und Begründung der Forschungsabsicht.
2 Zum Problem der Bilingualität: Umfassender theoretischer Überblick über Definitionen, Arten der Bilingualität, kognitive Aspekte sowie deren Relevanz für den Translationsberuf.
3 Datenerhebung: Detaillierte Darstellung der durchgeführten empirischen Untersuchungen inklusive der angewandten Methoden, Zielgruppen und der resultierenden Erkenntnisse.
4 Ausblick: Diskussion über Möglichkeiten zur Vertiefung der Forschung, wie etwa durch größere Stichproben oder sprachbiographische Interviews.
Bilingualität, Translation, Übersetzen, Dolmetschen, Sprachkompetenz, Interferenzerscheinungen, Sprachverarbeitung, Kodewechsel, Mehrsprachigkeit, Angewandte Linguistik, Sprachgefühl, Sprachwechsel, Fremdsprachenerwerb, Translationsfähigkeit.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Bilingualität bei professionellen Übersetzern und Dolmetschern, um zu verstehen, welchen Einfluss zweisprachige Kompetenzen auf die berufliche Leistung haben.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von Bilingualität, die kognitive Organisation von Sprachen sowie die praktische Untersuchung von Sprachkompetenz und Interferenzen im Translationsalltag.
Die Forschungsfrage lautet, ob bilinguale Personen besser für den Beruf des Übersetzers oder Dolmetschers geeignet sind als monolinguale und ob ihre Sprachpraxis von spezifischen Phänomenen wie Interferenzen stärker beeinflusst wird.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer Literaturanalyse zum aktuellen Forschungsstand und einer empirischen Datenerhebung (strukturierte Befragung mittels Fragebögen sowie teilnehmende Beobachtung von Dozenten und Freiberuflern).
Der Hauptteil erörtert zunächst theoretische Modelle zur Bilingualität, bevor er in einer umfangreichen Datenerhebung die Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung von Übersetzern und Dolmetschern gegenüberstellt und analysiert.
Wichtige Begriffe sind Bilingualität, Translation, Sprachkompetenz, Interferenz, Kodewechsel und Angewandte Linguistik.
Die Arbeit stellt fest, dass Bilinguale zwar ein höheres Risiko für Interferenzerscheinungen aufweisen, diese aber durch ihre Sprachkompetenz oft schneller selbst korrigieren können als Monolinguale.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass professionelle Ausbildung hilft, interferenzbedingte Probleme zu reduzieren, unabhängig davon, ob die Person primär bilingual oder monolingual geprägt ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

