Diplomarbeit, 2018
21 Seiten
1. Mehrsprachigkeit und Diversität im österreichischen Bildungssystem
1.1. Statistische Daten
1.2. Österreich im internationalen Vergleich
1.3. Curriculum Mehrsprachigkeit
2. Umsetzung der Mehrsprachigkeitskonezpte im österreichischen Bildungssystem
2.1. Autochthone Minderheitensprachen
2.2. Allochthone Minderheitensprachen
2.3. Elitenmehrsprachigkeit
3. Arbeitsgruppe Diversität und Mehrsprachigkeit in pädagogischen Berufen
3.1. Hintergrund
3.2. Warum Lehrpersonen mit Migrationshintergrund
3.3. Empfehlungen für Diversität und Mehrsprachigkeit
4. Forschungsfrage und Annahmen
4.1. Anerkennung und Förderung der Erstsprachen
4.2. Verständnis für Lebenslagen der Familien mit Migrationshintergrund
5. Methoden
5.1. Kontext und Probandinnen
5.2. Auswertungskategorien
6. Annahme 1: Anerkennung und Förderung der Erstsprachen
6.1. Reflexion der eigenen Sprachenbiographie/des Sprachenlernens
6.2. Bildungssprachliche Kompetenz und Bildungschancen
6.3. Zwischenfazit I
7. Annahme 2: Verständnis für Lebenslagen der Familien mit Migrations hintergrund
7.1. Beziehungsaufbau und Vertrauen
7.2. Lebenswelten verstehen – kulturelle Kompetenz
7.3. Zwischenfazit II
8. Rolle der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund für die mehrsprachige Erziehung in der Schule
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Lehrkräften mit Migrationshintergrund in Bezug auf die Integration und Unterstützung von Schulkindern und deren Familien mit Migrationshintergrund im österreichischen Bildungssystem. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, inwiefern Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sprachliche Kontraste und die Lebensrealität ihrer Zielgruppe anders wahrnehmen und ob sie dadurch einen signifikanten Mehrwert für die pädagogische Arbeit leisten können.
1.1. Statistische Daten
Mehrsprachigkeit in österreichischen Bildungseinrichtungen nimmt zu. Laut der Daten der Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen von Februar 2017 ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einer anderen Umgangssprache als Deutsch zwischen den Jahren 2006 und 2015 von 15,6% auf 23,8% gestiegen, die meisten SchülerInnen mit einer nichtdeutschen Umgangssprache besuchen die Schulen in Wien. Die mehrsprachigen SchülerInnen haben eine Möglichkeit, an einer unverbindlichen Übung „Muttersprachlicher Unterricht“ teilzunehmen. Für alle SchülerInnen, die einer in Österreich anerkannten sprachlichen Minderheit angehören, wird der Unterricht garantiert, alle Anderen sind auf die Personalressourcen der jeweiligen Schule angewiesen. Im Gegensatz zum steigenden Trend der Mehrsprachigkeit werden die Lehrkräfte, die den muttersprachlichen Unterricht anbieten, immer weniger. Beispielsweise im Schuljahr 2014/2015 lässt sich der Rückgang der Anzahl von mehrsprachigen Lehrpersonen um 5,2% beobachten. (Vgl. Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen 2017)
Im österreichischen Schulwesen sind laut Herzog-Punzenberger und Schnell zwei Prinzipien anzustreben – „Gleichheit zur Bildung“ und „Gleichheit durch Bildung“. Dies heißt, dass „jedes Kind seine Potenziale unabhängig von seiner Herkunft voll entwickeln kann (vgl. Republik Österreich, 2008:203, zit. nach Herzog-Punzenberger und Schnell 2012), was sich in den vermittelten Fähigkeiten bzw. Kompetenzen und den erreichten Abschlüssen ausdrücken sollte.“ (Herzog-Punzenberger und Schnell 2012:231). Sollte der Zutritt zu den altersgemäßen Schulformen verwehrt werden, stellt dies eine Verletzung des Art. 68 StV St. Germain dar, der gemäß Art. 149 Abs. 1 BV-G Verfassungsrang hat.
1. Mehrsprachigkeit und Diversität im österreichischen Bildungssystem: Das Kapitel bietet einen statistischen Überblick zur Zunahme von Mehrsprachigkeit im österreichischen Schulwesen und stellt das „Curriculum Mehrsprachigkeit“ vor.
2. Umsetzung der Mehrsprachigkeitskonezpte im österreichischen Bildungssystem: Hier werden verschiedene Konzepte von Mehrsprachigkeit (autochthon, allochthon, Eliten) anhand von Beispielen aus der Wiener Schullandschaft erläutert.
3. Arbeitsgruppe Diversität und Mehrsprachigkeit in pädagogischen Berufen: Dieses Kapitel stellt die Zielsetzung der Arbeitsgruppe vor, die Anreize für eine diversitätsorientierte Lehrkräftebildung und die Förderung von Personen mit Migrationshintergrund im Lehrberuf schaffen will.
4. Forschungsfrage und Annahmen: Es werden die theoretischen Annahmen zur Anerkennung der Erstsprachen und zum Verständnis von Lebenslagen formuliert sowie die entsprechenden Forschungsfragen abgeleitet.
5. Methoden: Beschreibung des Forschungsdesigns, das auf narrativen Interviews mit drei Probandinnen basiert und auf spezifischen Auswertungskategorien beruht.
6. Annahme 1: Anerkennung und Förderung der Erstsprachen: Analyse der Interviews hinsichtlich der Bedeutung von Sprachenkenntnissen für den Unterricht und der Einstellung zu bildungssprachlicher Kompetenz.
7. Annahme 2: Verständnis für Lebenslagen der Familien mit Migrations hintergrund: Auswertung der Erfahrungen der Probandinnen bezüglich Beziehungsaufbau zu Familien und der Entwicklung interkultureller Kompetenz.
8. Rolle der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund für die mehrsprachige Erziehung in der Schule: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und präsentiert Thesen zur professionellen Organisation mehrsprachiger Erziehung.
Mehrsprachigkeit, Diversität, Migrationshintergrund, Bildungssystem, Erstsprache, Interkulturelle Kompetenz, LehrerInnenbildung, Schulerfolg, Bildungsgerechtigkeit, Sprachbiographie, Lehrpersonen, Integration, Österreich, Schulentwicklung, Förderunterricht.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und dem Einfluss von Lehrkräften mit Migrationshintergrund auf die schulische Integration und die Erziehung von Kindern mit ähnlichem Hintergrund im österreichischen Bildungssystem.
Zu den Schwerpunkten zählen Mehrsprachigkeitskonzepte, Diversität im Lehrberuf, Sprachförderung und die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im schulischen Alltag.
Das Ziel ist festzustellen, ob Lehrkräfte mit Migrationshintergrund durch ihre spezifische Lebensgeschichte und Sprachkenntnisse einen messbaren Vorteil für die Integration und Betreuung betroffener Schülerinnen und Schüler darstellen.
Es wurde eine qualitative empirische Untersuchung durchgeführt, die auf narrativen Interviews mit drei Probandinnen basiert.
Der Hauptteil analysiert, inwieweit Erstsprachen gefördert werden, wie Bildungschancen mit Sprache verknüpft sind und wie die Beziehungsarbeit zu Familien mit Migrationshintergrund durch die Lehrkräfte gestaltet wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mehrsprachigkeit, Migrationshintergrund, Interkulturelle Kompetenz und Schulerfolg definiert.
Nein, die Untersuchung zeigt, dass der Migrationshintergrund keine Garantie für eine höhere pädagogische Kompetenz oder Empathie ist, sondern dass auch Lehrkräfte ohne diesen Hintergrund hohe Qualifikationen aufweisen können.
Es dient als wichtige Informationsquelle für Bildungsträger und Lehrkräfte, um sprachliche Bildung zielgerichtet in den Schulalltag zu integrieren.
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