Bachelorarbeit, 2016
62 Seiten, Note: 1,7
Einführung
1. Autobiographischer Roman „Christy Brown“
1.1 Autor und allgemeine Informationen zum Roman
1.2 Infantile Zerebralparese
1.3 Handlung
2. Kommunikation
2.1 Zum Begriff Kommunikation
2.2 Merkmale und Elemente der Kommunikation
2.3 Kommunikationsmodelle
2.4 Kommunikation innerhalb des Umfeldes von Christy Brown
2.5 Zwischenfazit
3. Sprach- und Kommunikationsentwicklung
3.1 Sprach- und Kommunikationsentwicklung bei Menschen ohne Behinderung
3.2 Beobachtungsverfahren nach Rotter, Kane und Gallé
3.3 Sprach- und Kommunikationsentwicklung bei Menschen mit Behinderung
3.4 Formen von Sprach- und Sprechstörungen
3.5 Kommunikationsentwicklung in Christy Browns „Mein linker Fuß“
3.6 Zwischenfazit
4. Unterstützte Kommunikation
4.1 Definitionen
4.2 Abgrenzung zur Gestützten Kommunikation
4.3 Entwicklung der Unterstützten Kommunikation
4.4 Zwischenfazit
5. Ziele der Unterstützten Kommunikation
5.1 Zielgruppen der Unterstützten Kommunikation
5.2 Intentionen
5.3 Bedeutung der Unterstützten Kommunikation für Menschen mit Behinderung
5.4 Institutionen und Beratung
5.5 Bedeutung der Kommunikationsmöglichkeiten für Christy Brown in „Mein linker Fuß“
5.6 Zwischenfazit
6. Methoden der Unterstützten Kommunikation
6.1 Kommunikationsformen ohne externe Hilfsmittel
6.2 Nicht-elektronische Hilfsmittel
6.3 Elektronische Hilfsmittel
6.4 Kommunikationsförderung von Menschen mit Behinderung in der Frühförderung und im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
6.5 Methoden der Unterstützten Kommunikation im Unterricht
6.6 Kommunikation und Fördermethoden in Christy Browns „Mein linker Fuß“
6.7 Zwischenfazit
7. Grenzen der Unterstützten Kommunikation
7.1 Grenzen der Methoden und Hilfsmittel und deren Auswirkungen
7.2 Besonderheiten der Gesprächsführung
7.3 Grenzen der Kommunikationsweisen und deren Auswirkungen in „Mein linker Fuß“
7.4 Zwischenfazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Methoden und Grenzen der Unterstützten Kommunikation (UK) sowie deren Bedeutung für die Lebensqualität lautsprachlich beeinträchtigter Menschen. Anhand der Autobiographie „Mein linker Fuß“ von Christy Brown wird analysiert, wie trotz schwerster körperlicher Einschränkungen alternative Kommunikationswege zur Partizipation und Selbstbestimmung führen können.
3.5 Kommunikationsentwicklung in Christy Browns „Mein linker Fuß“
Die in Kapitel 3.3 dieser Arbeit aufgezeigten Störungen der Kommunikationsentwicklung lassen sich deutlich an einigen Verhaltensweisen von Christy Brown, die er in seiner Autobiographie „Mein linker Fuß“ beschreibt, wiedererkennen.
Erste Anzeichen von Entwicklungsabweichungen führt Brown (1994, 12) im ersten Kapitel seines Romans auf. Mit vier Monaten wurden unkontrollierte Bewegungen seines Körpers sowie im orofazialen Bereich erkennbar.
„[…]; Mein Mund konnte den Sauger der Flasche nicht festhalten, denn schon in jenem frühen Alter preßten sich meine Kiefer fest aufeinander, so daß es nicht möglich war, sie zu öffnen, oder sie wurden plötzlich schlaff und hingen herab, wobei sie meinen Mund nach einer Seite verzogen“ (ebd., 12f.).
Weiterhin wird der Aspekt deutlich, dass Christy Brown nur sehr eingeschränkt in der Lage ist, Rückmeldungen auf die angepassten Verhaltensweisen seiner Mutter zu geben, „[…] denn oft empfing sie als Erwiderung nur ein unbestimmtes Lächeln und vielleicht ein schwaches Gurgeln“ (ebd., 15). Dass Missverständnisse in Bezug auf das Verstehen von Signalen entstehen können, zeigt sich an dem Beispiel, welches schon im zweiten Kapitel dieser Arbeit genannt wurde, als Christy Browns Reaktion auf die Frage, ob ihm das Buch gefallen habe, von der Mutter nicht verstanden wird.
Besonders deutlich sind bei Christy Brown die Störungen, die in der zweiten und dritten Entwicklungsstufe zum Vorschein kommen. Zunächst ist auffällig, dass die Exploration der Umwelt und verschiedener Gegenstände sehr spät einsetzt. Mit fünf Jahren entdeckt er, dass er fähig ist, seinen linken Fuß kontrolliert zu bewegen und ergreift mit diesem unüberlegt ein Stück Kreide. Die Unerfahrenheit hinsichtlich des Umgangs mit alltäglichen Gegenständen spiegelt sich in der Tatsache wider, dass er davon ausgeht, ein roter Bleistift habe die gleichen Eigenschaften wie ein Stück Kreide. Als ein Arzt Christys Bruder zu Hause behandelt und erstaunt über Christys Fähigkeiten ist, bittet er ihn seinen Namen auf Papier zu schreiben und reicht ihm einen Stift. Um das Geschriebene wegzuwischen spuckt Christy auf das Papier (vgl. ebd., 25). „Ich begriff gar nicht, warum die mit Rotstift geschriebenen Buchstaben nicht so leicht abgehen wollten wie die mit Kreide geschriebenen!“ (ebd.).
1. Autobiographischer Roman „Christy Brown“: Einführung in das Leben von Christy Brown und die Thematik der infantilen Zerebralparese zur Vorbereitung der weiteren Untersuchung.
2. Kommunikation: Theoretische Definition und Modellierung menschlicher Kommunikation mit Bezugnahme auf die Situation von Christy Brown.
3. Sprach- und Kommunikationsentwicklung: Beschreibung der normalen Sprachentwicklung im Vergleich zu erschwerten Bedingungen bei Menschen mit Behinderung sowie deren Auswirkungen auf die Entwicklung des Individuums.
4. Unterstützte Kommunikation: Definition und historische Entwicklung der Unterstützten Kommunikation als eigenständigem Fachbereich.
5. Ziele der Unterstützten Kommunikation: Erörterung der Zielgruppen, Intentionen und der zentralen Bedeutung der UK für Teilhabe und Lebensqualität.
6. Methoden der Unterstützten Kommunikation: Überblick über nicht-elektronische und elektronische Hilfsmittel sowie Konzepte der Kommunikationsförderung in Schule und Alltag.
7. Grenzen der Unterstützten Kommunikation: Kritische Betrachtung technischer, motorischer und sozialer Hindernisse, die im Kommunikationsprozess mit UK-Nutzern auftreten können.
Unterstützte Kommunikation, UK, Zerebralparese, Kommunikation, Sprachentwicklung, Inklusion, Teilhabe, Lebensqualität, Unterstützungsmaßnahmen, Förderschule, Symbolsysteme, Gebärdensprache, Selbstbestimmung, Hilfsmittel, Christy Brown
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützten Kommunikation für Menschen, die sich nicht lautsprachlich verständlich ausdrücken können, anhand der Fallstudie Christy Brown.
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen der Kommunikation, der Entwicklung von Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten unter Behinderung sowie den spezifischen Methoden der UK.
Das Ziel ist es, die These zu belegen, dass Unterstützte Kommunikation Menschen mit Beeinträchtigungen zu erfolgreicher Interaktion und somit zu einer Steigerung der Lebensqualität verhilft.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse in Kombination mit einer Fallstudienanalyse der Autobiographie „Mein linker Fuß“ von Christy Brown, um theoretische Konzepte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Kommunikationswissenschaft, die Entwicklung der UK, konkrete Fördermethoden und eine kritische Diskussion der Grenzen von Kommunikationshilfen.
Wichtige Begriffe sind Unterstützte Kommunikation, Zerebralparese, Partizipation, Selbstbestimmung, Teilhabe und multimodale Kommunikationssysteme.
Aufgrund der fachsprachlichen Ähnlichkeit (Facilitated Communication vs. Augmentative and Alternative Communication) entstehen oft Verwechslungen, die eine differenzierte methodische Herangehensweise in der Praxis erschweren.
Das „Ich-Buch“ dient als personalisiertes Medium, um Schülern in neuen oder unbekannten Situationen Sicherheit zu geben und Dritten wichtige Informationen über die Kommunikationsbedürfnisse des Nutzers zu vermitteln.
Das soziale Umfeld ist essenziell, da die Akzeptanz und das Verständnis der Gesprächspartner maßgeblich darüber entscheiden, ob ein Kommunikationsprozess als erfolgreich empfunden wird oder ob Barrieren bestehen bleiben.
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