Bachelorarbeit, 2017
102 Seiten, Note: 1,0
Einleitung 1
1. Aktuelle rechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit Konstellationen von lesbischen Familienformen 4
1.1 Adoption und Pflegschaft 4
1.2 Leibliche Elternschaft durch heterologe Insemination und bekannte Samenspende 8
1.2.1 Rolle der Bedeutung der Vaterfigur 9
1.2.2 Die auszuhandelnde Familienform 9
1.3 Zwischenfazit 17
2. Empirische Befunde 19
2.1 Methodisches Vorgehen 19
2.2 Fall 1 – Barbara und Sandra 20
2.2.1 Elternkonzepte vor der Schwangerschaft 20
2.2.2 Entwicklung der Elternkonzepte nach Lisas Geburt 25
2.2.3 Informations-und Helfersysteme 29
2.3 Fall 2 – Anne 30
2.3.1 Elternschaftskonzepte vor der Schwangerschaft 30
2.3.2 Elternschaftskonzepte nach Majas Geburt 33
2.3.3 Informations- und Helfersysteme 37
2.4 Vergleich der analysierten Fälle 37
3. Fazit 40
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Strategien lesbischer Paare bei der Verwirklichung ihres Kinderwunsches in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf ihre Elternschaftskonzepte und die rechtliche sowie soziale Situation. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie sich diese Paare hinsichtlich ihrer Familienplanung und der Gestaltung von Elternschaft positionieren, wenn sie Neuland betreten und dabei auf Herausforderungen stoßen, die für heterosexuelle Paare nicht in gleichem Maße bestehen.
1.2 Leibliche Elternschaft durch heterologe Insemination und bekannte Samenspende
Für die meisten lesbischen Paare ist eine leibliche Mutterschaft sehr wichtig. 73% der Frauen, die im Rahmen einer Studie vom Ifb befragt wurden, präferieren den Weg der Insemination. In den letzten Jahrzehnten wird bei ihnen (den lesbischen Paaren) vermehrt der Wunsch nach gemeinsamen leiblichen Kindern wahrgenommen. Es scheint aber für viele dennoch ungewöhnlich zu sein, einen Kinderwunsch zu formulieren, da die lesbische „Community“ dies teilweise für unangemessen hält. Einige lesbische Frauen glauben auch, sie müssten sich zwischen einer Partnerschaft und einem Kind entscheiden und dass beides nicht vereinbar wäre.
Der Weg der leiblichen Elternschaft stellt ein Paar wahrscheinlich vor die größten Hindernisse, da gleichgeschlechtliche Paare immer auf einen Dritten angewiesen sind. Sie benötigen das genetische „Material“ eines Mannes, um biologisch ein Kind zu zeugen. Deshalb befassen sie sich im Schnitt zwei Jahre vor der Insemination mit ihrem Kinderwunsch. Dies stellt Paare vor gleich mehrere grundlegende Entscheidungen: Sie müssen einen Samenspender finden und entscheiden, welche Rolle er im späteren Leben des Kindes spielen soll, und sich folglich damit auseinandersetzen, ob dieser ihnen bekannt oder unbekannt sein soll.
Durch die heterologe Insemination werden vielfältige Formen und Konstellationen ermöglicht, was zum einen ein Vorteil sein kann, da die Paare mehr Freiheiten hinsichtlich ihrer Familiengestaltung haben, andererseits auch eine Herausforderung, da viele Formen mit Fragen verbunden sind, die das Kind später betreffen und im Vorfeld nicht immer genau zu prognostizieren sind.
1. Aktuelle rechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit Konstellationen von lesbischen Familienformen: Das Kapitel bietet einen Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen wie Adoption und heterologe Insemination für lesbische Paare und beleuchtet die damit verbundenen strukturellen Herausforderungen.
2. Empirische Befunde: Hier werden die Ergebnisse qualitativer Interviews mit zwei lesbischen Familien ausgewertet, wobei der Fokus auf den Elternschaftskonzepten, der Samenspender-Problematik und den genutzten Helfersystemen liegt.
3. Fazit: Das Fazit resümiert die Hürden bei der Familiengründung, verdeutlicht die Diskrepanz zwischen gelebter Realität und geltendem Recht und betont die Notwendigkeit politischer Gleichstellung.
Regenbogenfamilien, lesbische Elternschaft, Kinderwunsch, heterologe Insemination, Samenspende, Stiefkindadoption, Elternschaftskonzepte, Vaterrolle, Queerfamily, Rechtslage, Diskriminierung, Familienalltag, Beratungsangebote, Elternzeit, Sorgerecht
Die Bachelorarbeit untersucht die Herausforderungen lesbischer Paare bei der Verwirklichung ihres Kinderwunsches und wie diese ihre Elternschaftskonzepte in einem rechtlich und gesellschaftlich herausfordernden Umfeld entwickeln.
Die zentralen Themen sind rechtliche Hürden (wie Adoption und Sorgerecht), die Bedeutung der Vaterfigur bei Samenspenden, die Gestaltung der Elternrollen sowie die Suche nach Unterstützungssystemen.
Ziel ist es, die spezifischen Elternschaftskonzepte lesbischer Mütter zu analysieren und aufzuzeigen, vor welchen besonderen Herausforderungen diese Familienformen im Vergleich zu heterosexuellen Paaren stehen.
Es wird eine rekonstruktive Fallanalyse auf Basis qualitativer Interviews mit zwei lesbischen Familien durchgeführt, ergänzt durch die theoretische Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung rechtlicher Grundlagen und eine ausführliche empirische Auswertung der Interviews, die Themen wie Familienplanung, Entwicklung der Konzepte nach der Geburt und den Umgang mit dem Umfeld beleuchten.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Regenbogenfamilien, Stiefkindadoption, Elternschaftskonzepte, Vaterrolle und rechtliche Diskriminierung beschreiben.
Die Wahl ist komplex, da sie rechtliche (Sorgerecht, Vaterschaft) und emotionale Aspekte (Bekanntheit vs. Anonymität, Rolle im Leben des Kindes) umfasst, die oft langfristige Auswirkungen auf die Familiendynamik haben.
Die Stiefkindadoption wird oft als unnötig bürokratisch empfunden, da sie das Paar dazu zwingt, ein Kind, das sie gemeinsam geplant haben, wie ein "fremdes" Stiefkind zu adoptieren, was zudem erst nach der Geburt möglich ist.
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