Examensarbeit, 2018
68 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Motivation
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Methodisches Vorgehen
2. Definitionen der Begriffe Erstsprache, Muttersprache, Zweitsprache, Fremdsprache, Bilingualismus und Mehrsprachigkeit
3. Die Spracherwerbstheorien im Überblick
3.1. Der Erstspracherwerb
3.1.1. Die drei Stufen des Sprechens nach Lew Wygotsky und die Entwicklung des „mentalen Lexikons“
3.1.2. Der kognitivistische Ansatz (Jean Piaget)
3.1.3. Nativismus (Noam Chomsky)
3.2. Der Zweitspracherwerb
3.3. Unterschiede zwischen dem Muttersprach- und dem Zweitspracherwerb im Fremdsprachenunterricht
3.4. Der bilinguale Spracherwerb
3.4.1. Differenzierung beider Sprachsysteme
4. Der Fremdsprachenunterricht und seine (traditionellen) Vermittlungsmethoden
4.1. Die Grammatik-Übersetzungsmethode
4.2. Die direkte Methode
4.3. Die audiolinguale und audiovisuelle Methode
4.4. Die kommunikative Methode
4.5. Der Fremdsprachenunterricht heute
4.6. Die Verwendung der Muttersprache im heutigen Fremdsprachenunterricht
4.7. Ziele des heutigen Fremdsprachenunterrichts
5. Die Rolle der Muttersprache „Deutsch“ im Fremdsprachenunterricht nach Wolfgang Butzkamm
5.1. Wolfgang Butzkamm und sein „Einsprachigkeitsmodell“
5.1.1. Butzkamms Einsprachigkeitstheorie im Detail
5.2. Bilinguale Unterrichtstechniken nach Butzkamm
5.2.1. Die „Sandwich-Methode“
5.2.2. Lieder im Fremdsprachenunterricht
5.2.3. „Laugh & Learn Dialogues“
5.2.4. Das Übersetzen von Bibelpassagen
5.2.5. Brainstorming
5.2.6. Der Einsatz mono- und bilingualer Wörterbücher
5.2.7. Die „Übersetzungsmethode“
5.2.8. Das „Fünf-Punkte-Programm“
6. Weitere Praxisbeispiele bilingualer Unterrichtsmethoden
7. Forschungsergebnisse zur Effizienz des Einsatzes der Muttersprache im Fremdsprachenunterricht
7.1. Die Muttersprache als Lernhilfe
7.2. Die Muttersprache als Störfaktor
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Einsatz der Muttersprache „Deutsch“ im Fremdsprachenunterricht als Lernhilfe fungiert oder als Störfaktor betrachtet werden sollte, um daraus didaktische Rückschlüsse für die Unterrichtspraxis zu ziehen.
1.1. Motivation
Die vorliegende Staatsexamensarbeit „Die Rolle der Muttersprache „Deutsch“ im Fremdsprachenunterricht – ein Problemfaktor oder eine Lernhilfe?“ thematisiert die Effizienz und Wirksamkeit des Einsatzes der Muttersprache im fremdsprachlichen Unterricht. Das Thema habe ich ausgewählt, da mich dieses Themenfeld als angehender Fremdsprachenlehrer für die Fächer „Spanisch“ und „Englisch“ in hohem Maße beschäftigen wird. Ein weiterer Grund für die Wahl dieses Themas ist eine persönliche Erfahrung während meines Schulpraktikums im Englischunterricht: Ich führte als Praktikant in einer 7. Klasse eines Gymnasiums während eines Unterrichtsbesuches eigenständig die englischen Konditionalsätze (if-clauses) ein. Dabei versuchte ich, die Regeln des Gebrauchs dieser grammatikalischen Einheit in der Fremdsprache zu erklären, da von den Ausbildern die Einsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht erwartet und vorausgesetzt wird. Trotz Gegenfragen meiner Seite und dem Einsatz visueller sowie auditiver Unterrichtsmaterialien, konnte ein Schüler die jeweiligen Regeln in der Fremdsprache nicht nachvollziehen. Da seine Enttäuschung sich stark bemerkbar machte und seine Motivation sichtbar abnahm, erklärte ich ihm die if-clauses auf Deutsch. Dies führte schließlich dazu, dass er die Regeln verstand und sie auch erfolgreich in der nächsten Grammatikübung anwenden konnte. Nichtsdestotrotz wurde mir nach dem Unterrichtsbesuch von meiner Ausbilderin mitgeteilt, dass der Einsatz der Muttersprache im Unterricht „unerwünscht“ sei. Der Einsatz der Muttersprache sei nämlich lediglich in „Ausnahmefällen“ und für „unterrichtsorganisatorische Aspekte“ erlaubt. Dieses Beispiel zeigt, dass die Sprachvernetzung im Fremdsprachenunterricht noch nicht ausreichend toleriert wird. Diese Erfahrung führte schließlich dazu, dass ich den Einsatz der Muttersprache im Fremdsprachenunterricht hinsichtlich seiner Lerneffizienz kritisch hinterfragte: Ist der Einsatz der Muttersprache wirklich für den Fremdsprachenerwerb hinderlich? Stört er den Erwerb einer Fremdsprache tatsächlich? Oder kann er in einigen Fällen, richtig eingesetzt, sogar als Stütze für den Erwerb einer neuen Sprache fungieren?
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Fragestellung nach der Effizienz der Muttersprache im Fremdsprachenunterricht anhand eigener praktischer Erfahrungen aus dem Schulpraktikum und formuliert das Ziel, den Nutzen der Muttersprache als Lernhilfe zu untersuchen.
2. Definitionen der Begriffe Erstsprache, Muttersprache, Zweitsprache, Fremdsprache, Bilingualismus und Mehrsprachigkeit: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten geklärt, um eine einheitliche Grundlage für die weitere sprachwissenschaftliche Diskussion zu schaffen.
3. Die Spracherwerbstheorien im Überblick: Hier werden Theorien zum Erst- und Zweitspracherwerb dargelegt und Unterschiede in der Lernumgebung sowie im bilingualen Spracherwerb aufgezeigt.
4. Der Fremdsprachenunterricht und seine (traditionellen) Vermittlungsmethoden: Das Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene didaktische Ansätze von der Grammatik-Übersetzungsmethode bis hin zum modernen Fremdsprachenunterricht unter Berücksichtigung der Rolle der Muttersprache.
5. Die Rolle der Muttersprache „Deutsch“ im Fremdsprachenunterricht nach Wolfgang Butzkamm: Dieses Kernkapitel stellt Wolfgang Butzkamms „Einsprachigkeitsmodell“ vor und erläutert seine bilingualen Unterrichtstechniken wie die „Sandwich-Methode“ oder den Einsatz von Liedern.
6. Weitere Praxisbeispiele bilingualer Unterrichtsmethoden: Neben den Ansätzen von Butzkamm werden hier weitere, ergänzende Unterrichtspraktiken vorgestellt, die den Einsatz der Muttersprache integrieren.
7. Forschungsergebnisse zur Effizienz des Einsatzes der Muttersprache im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel wertet empirische Studien aus, um die Wirksamkeit der Muttersprache sowohl als Lernhilfe als auch die gegenläufigen Argumente als Störfaktor wissenschaftlich zu diskutieren.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse resümiert und ein Ausblick auf die Bedeutung der Sprachvernetzung im Kontext moderner multikultureller Klassenzimmer gegeben.
Fremdsprachenunterricht, Muttersprache, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Wolfgang Butzkamm, Einsprachigkeitsmodell, Sandwich-Methode, Bilinguale Unterrichtstechniken, Interferenz, Lernhilfe, Sprachvernetzung, Lerneffizienz, Fremdsprachenerwerb, Interkulturelle Kompetenz, Sprachbewusstsein
Die Arbeit befasst sich mit der kontroversen Frage, welche Rolle die Muttersprache im Fremdsprachenunterricht einnimmt und ob ihr Einsatz eher förderlich (Lernhilfe) oder hinderlich (Störfaktor) für den Erwerb einer Fremdsprache ist.
Die zentralen Themen umfassen Spracherwerbstheorien, verschiedene historische und moderne Vermittlungsmethoden sowie die detaillierte Vorstellung des „Einsprachigkeitsmodells“ nach Wolfgang Butzkamm und dessen praktischer Anwendung.
Das Hauptziel ist es, wissenschaftlich zu begründen, inwiefern die gezielte Verknüpfung von muttersprachlichen und fremdsprachlichen Elementen das Erlernen einer Fremdsprache positiv unterstützen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Definition relevanter Fachbegriffe, der Analyse spracherwerbstheoretischer Ansätze und der kritischen Auswertung empirischer Forschungsergebnisse sowie didaktischer Konzepte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Spracherwerbsprozesse, eine Analyse traditioneller und moderner Vermittlungsmethoden sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Butzkamms Ansätzen und konkreten Unterrichtstechniken.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fremdsprachenunterricht, Muttersprache, Einsprachigkeitsmodell, Sandwich-Methode, Bilinguale Unterrichtstechniken und Lerneffizienz geprägt.
Die Sandwich-Methode ist eine Technik, bei der eine fremdsprachliche Phrase zunächst genannt, dann durch eine muttersprachliche Übersetzung kontextualisiert und anschließend wieder in der Fremdsprache wiederholt wird, um den Lernprozess ohne Gesprächsunterbrechung zu fördern.
Die Arbeit argumentiert, dass eine totale Verbannung der Muttersprache zu unnötigen Missverständnissen führen kann und dass die kontrollierte Nutzung der Muttersprache als „Verbündete“ das Lernen effizienter und angstfreier gestalten kann.
Der Autor betont, dass in modernen, multikulturellen Klassenzimmern die Muttersprache eine Realität ist und ihre Integration in den Unterricht eine notwendige Weiterentwicklung für authentisches und kontextualisiertes Lernen darstellt.
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