Bachelorarbeit, 2001
29 Seiten, Note: 1,0
1. Biographie
2. L’Art poétique
2.1. Chant I
2.2. Chant II
2.3. Chant III
2.4. Chant IV
3. Analyse von Boileaus‘ Gedichten nach den Regeln der Art poétique
3.1. Ode de Sapho
3.2. Ode sur la prise de Namur
3.3. Épigramme XI
3.4. Épigramme XXXVIII: A messieurs Pradon, et Bonnecorse
3.5. Schlußfolgerung aus den Gedichtsanalysen über Boileaus‘ Einhaltung seiner eigenen Regeln aus der Art poétique
4. Boileaus‘ Bedeutung für die französische Lyrikgeschichte
4.1.“La Querelle des Anciens et des Modernes“
4.2. Boileaus‘ Ansehen in den folgenden Jahrhunderten
Diese Arbeit analysiert das Leben und das Werk von Nicolas Boileau-Despréaux mit einem besonderen Fokus auf sein theoretisches Hauptwerk „L’Art poétique“ und dessen Anwendung in seinen eigenen Gedichten sowie seine Rolle in der Literaturgeschichte.
2.1. Chant I
Im ersten Teil des Chant I (1-26) läßt sich Boileau allgemein über die Verskunst aus, wobei besonders der Dichter François de Malherbe (1555-1628) als Vorbild diente. Jeder Dichter benötigt seiner Meinung nach Inspiration und Talent zum Dichten. Die Inspiration soll von der Vernunft kontrolliert werden („la Raison n’est pas une inspiratrice: elle est seulement une conseillère qui contrôle les inspirations“). Dichten ist für ihn eine Kunst („L’Art des Vers“), die nicht jeder beherrscht. So auch seine Anspielung auf „Parnasse“, dem Sitz Apollons. Das Talent dazu („les talens“) muß angeboren sein („en naissant ne l’a formé Poëte“), pure Lust am Dichten macht noch keinen berühmt („Ni prendre pour genie une amour de rimer“).
Von Vers 27 bis Vers 38 beschäftigt sich Boileau mit dem Reim, der dem „bon sens“ entsprechen soll („le Bon sens s’accorde avec la Rime“). Er spricht sich gegen die „licence poétique“ aus. Ein Gedicht kann nur Erfolg erzielen, wenn es dem „bon sens“ entspricht und da der Reim als eines der wichtigsten Elemente eines Gedichtes betrachtet wird, so muß auch dieser ihm unterworfen werden („La Rime est une esclave, et ne doit qu’obeïr“). Erst ein Reim, der der Vernunft unterliegt, kann Schönes schaffen und als Bereicherung dienen („Au joug de la Raison sans peine elle fléchit, Et loin de la gesner, la sert et l’enrichit“). Nur Wörter, die sinngemäß zusammenpassen, sollen gereimt werden („il ne faut [...] user de formules banales, pour remplir le vers sans rien dire“). Also rät Boileau: „Aimez donc la raison“.
1. Biographie: Diese Einführung beleuchtet den Lebensweg, die Karriere und das schriftstellerische Umfeld von Nicolas Boileau-Despréaux.
2. L’Art poétique: Das Kapitel erläutert die poetologischen Regeln und Prinzipien, die Boileau in seinem Handbuch der klassischen Theorie für verschiedene literarische Gattungen aufstellte.
3. Analyse von Boileaus‘ Gedichten nach den Regeln der Art poétique: Hier wird untersucht, inwieweit Boileau seine theoretischen Vorgaben in eigenen Werken wie Oden und Epigrammen praktisch umsetzte.
4. Boileaus‘ Bedeutung für die französische Lyrikgeschichte: Dieser Abschnitt analysiert Boileaus Rolle im literarischen Streit der „Querelle des Anciens et des Modernes“ sowie seine Wirkung auf nachfolgende Generationen.
Nicolas Boileau-Despréaux, L’Art poétique, Klassik, Literaturtheorie, Lyrik, Verskunst, Malherbe, Tragödie, Epos, Komödie, La Querelle des Anciens et des Modernes, Pindarische Ode, Epigramm, Vernunft, Regelpoetik.
Die Arbeit befasst sich mit der Person und dem Werk des französischen Dichters Nicolas Boileau-Despréaux, wobei der Schwerpunkt auf seinem theoretischen Hauptwerk „L’Art poétique“ liegt.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der klassischen französischen Dichtkunst, die Analyse spezifischer Gattungen sowie Boileaus Einfluss und Rolle in der Literaturgeschichte des 17. Jahrhunderts.
Ziel ist es, Boileaus poetologische Regeln zu explizieren und kritisch zu prüfen, ob und wie er diese Anforderungen an die Dichtkunst in seinen eigenen Werken erfüllt.
Die Arbeit verwendet eine deskriptive und analytische Methode, indem sie Boileaus theoretische Schriften (Art poétique) mit seinen praktischen Werken (Oden, Epigramme) vergleicht.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Gesänge (Chants) der „Art poétique“ und wendet diese Kriterien auf konkrete Gedichte wie „Ode de Sapho“ oder „Ode sur la prise de Namur“ an.
Wichtige Begriffe sind Klassik, Regelpoetik, Vernunft, Dichtkunst, Versbau, Gattungstheorie sowie das historische Spannungsfeld zwischen Antike und Moderne.
Der Streit verdeutlicht Boileaus Position als Hauptvertreter der „Anciens“ und beleuchtet seine literarische Auseinandersetzung mit Charles Perrault.
Die Autorin stellt fest, dass Boileau seine eigenen strengen Regeln nicht immer konsequent befolgt, sondern teilweise der „beau désordre“-Theorie folgt, wenn es dem künstlerischen Ausdruck dient.
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