Fachbuch, 2018
56 Seiten
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
2 Zum Begriff der Öffentlichkeit
2.1 Räsonierende Bürger – Öffentlichkeit in Jürgen Habermas‘ Strukturwandel der Öffentlichkeit
2.2 Medien und Öffentlichkeitsstrukturen
3 3. Öffentlichkeit und das Problem der Macht
3.1 Gender als herrschaftsstrukturierende Kategorie
3.2 Die männliche Aufladung öffentlicher Räume
3.3 Frauen und die massenmedialen Öffentlichkeiten
4 Neue Technologien, neue Räume?
4.1 Soziale Medien und Öffentlichkeitsstrukturen
4.2 Online DIY Kulturen und die Free The Nipple Kampagne
4.3 Ausweichen auf Alternativöffentlichkeiten in Online DIY Kulturen als weibliches Phänomen
4.4 Feministische Gegenöffentlichkeiten im öffentlichen Raum – eine kritische Auseinandersetzung mit den Reaktionen auf Free The Nipple
5 Fazit – Raumfüller oder Vehikel für gesellschaftliche Veränderung?
6 Literaturverzeichnis
6.1 Bibliographie
6.2 Filmographie
6.3 Bildmaterial
6.4 Sonstiges
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Strukturkategorie Geschlecht, dem Zugang zu Öffentlichkeit und der medialen Repräsentation von Frauen, wobei sie analysiert, inwiefern Social Media einerseits als Indikator für ein fortbestehendes Geschlechtergefälle dienen und andererseits als emanzipatorisches Vehikel für feministischen Aktivismus fungieren können.
4.2 Online DIY Kulturen und die Free The Nipple Kampagne
Online DIY Kulturen sind eine vor allem unter jungen Frauen besonders häufig genutzte Form der Partizipationskultur der Sozialen Medien. Laut Anita Harris umfassen Online DIY Kulturen all jene, durch die neuen Technologien des Web 2.0 ermöglichten Praktiken, die sich sozialen und politischen Themen widmen, ohne dabei politisch im konventionellen Sinne zu sein. Sie umfassen Onlineauftritte, die von jungen Frauen erstellt werden und die sich mit politischen Themen auseinandersetzen, die für die Gestalterinnen von Belang sind. Die Free The Nipple Kampagne bezeichnet sich selbst als eine globale Bewegung, die sich dem Einsatz für die Freiheit, Gleichberechtigung und Ermächtigung aller Menschen verschrieben hat. Sie hat sich 2012 als Ausweitung einer filmischen Protestaktion von Lina Esco gegründet. Der 2014 veröffentlichte Film zeigt die Geschichte einer Gruppe von jungen Frauen, die eine Protestbewegung organisieren, deren Ziel es ist die nackte weibliche Brust in der Öffentlichkeit zu dekriminalisieren und den weiblichen Körper zu entsexualisieren. Basierend auf einer wahren Geschichte folgt der Film dem Verlauf des Massenprotests, der sich gegen Tabus und die gesellschaftliche Doppelmoral richtet. Die ‚Befreiung des weiblichen Nippels‘ wird dabei der allgemeinen Befreiung von geschlechtsbedingten Einschränkungen gleichgesetzt.
Mittlerweile versteht sich die Bewegung als eine der aktivsten Stimmen im Einsatz für Gleichberechtigung. Sie möchte öffentlich auf die täglich praktizierten Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam machen und auch die zugrunde liegenden strukturellen Problematiken aufdecken. Die Bewegung ist auf allen gängigen Social Media Plattformen (Twitter, Instagram, Youtube und Facebook) vertreten, um ein weitreichendes öffentliches Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit zu schaffen und um Veränderungen in diesen Bereichen zu bewirken.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Begriffe öffentlich und privat im Kontext von Social Media ein und definiert die zentralen Thesen zur geschlechterspezifischen Ungleichheit und zum subversiven Potential neuer Medien.
2 Zum Begriff der Öffentlichkeit: Dieses Kapitel erläutert die Begriffsgeschichte der Öffentlichkeit, diskutiert Habermas‘ Modell der bürgerlichen Öffentlichkeit sowie Nancy Frasers Kritik und das Konzept subalterner Gegenöffentlichkeiten.
3 3. Öffentlichkeit und das Problem der Macht: Es wird die Verflechtung der Kategorie Geschlecht mit Machtstrukturen analysiert, wobei die Verortung der Frau im Privaten und die maskuline Aufladung des öffentlichen Raums kritisch hinterfragt werden.
4 Neue Technologien, neue Räume?: Dieses Kapitel untersucht, wie soziale Medien traditionelle Grenzziehungen zwischen privat und öffentlich verschieben und welche Rolle "Online DIY Kulturen" wie die "Free The Nipple"-Kampagne bei der Etablierung feministischer Gegenöffentlichkeiten spielen.
5 Fazit – Raumfüller oder Vehikel für gesellschaftliche Veränderung?: Das Fazit resümiert, dass Social Media zwar emanzipatorisches Potential bieten, die Bewegung jedoch durch Neutralisierungsmechanismen und die Einbettung in kommerzielle Strukturen vor großen Herausforderungen steht.
6 Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten Quellen, unterteilt in Bibliographie, Filmographie, Bildmaterial und Sonstiges, aufgeführt.
Öffentlichkeit, Privatheit, Social Media, Feminismus, Free The Nipple, Geschlechterverhältnis, Machtstrukturen, Online DIY Kulturen, Gegenöffentlichkeit, Repräsentation, digitale Partizipation, Gendering, Patriarchat, Internet, gesellschaftlicher Wandel.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen öffentlicher und privater Sphäre unter dem Einfluss digitaler Medien und beleuchtet, wie feministischer Aktivismus versucht, dieses Verhältnis zugunsten von Frauen neu zu strukturieren.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Öffentlichkeitsbegriffs, die Analyse machttheoretischer Geschlechterstrukturen sowie die praktische Anwendung von Social Media als Werkzeug für feministischen Protest.
Das Ziel ist zu analysieren, ob Social Media lediglich als Raumfüller fungieren oder tatsächlich als Vehikel für gesellschaftliche Veränderungen dienen können, insbesondere im Hinblick auf die Überwindung geschlechtsspezifischer Machtverhältnisse.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit klassischen und aktuellen Öffentlichkeitstheorien (u.a. Habermas, Fraser) mit einer diskursiven Analyse der feministischen Online-Kampagne "Free The Nipple".
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs der Öffentlichkeit, eine Untersuchung von Machtdynamiken im Zusammenhang mit Geschlecht sowie eine Fallstudie zu Online DIY Kulturen und deren subversivem Potential.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Öffentlichkeit, Feminismus, Social Media, geschlechtsspezifische Machtstrukturen und digitale Gegenöffentlichkeit geprägt.
Die Reaktionen sind gespalten: Während sich solidarische Netzwerke bilden, ist die Kampagne gleichzeitig massiven Anfeindungen, Sexismus, digitaler Gewalt und "Trolling" ausgesetzt, die oft darauf abzielen, feministische Akteurinnen aus dem Netz zu drängen.
Die kommerzielle Struktur der Plattformen führt oft zu einer Neutralisierung politischer Botschaften; so wird die Kampagne teils auf Modeaspekte reduziert oder durch Zensurrichtlinien in ihrer Sichtbarkeit stark eingeschränkt.
Ja, die Kampagne konnte sowohl medialen Druck erzeugen, der zu Anpassungen von Zensurrichtlinien (z.B. Facebook) führte, als auch juristische Erfolge erzielen, die diskriminierende Gesetze gegen das öffentliche Auftreten von Frauen hinterfragten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

