Diplomarbeit, 2003
55 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Finanzierungstheoretische Analyse einer Venture Capital-Finanzierung
2.1. Neoklassische Finanzierungstheorie
2.1.1. Grundlagen der Neoklassik
2.1.2. Irrelevanztheorem und die Separation
2.1.3. Informationseffizienz der Märkte
2.2. Neue Institutionenökonomik
3. Theorien der Neuen Institutionenökonomik
3.1. Property Rights-Ansatz als zentrales Element.
3.2. Transaktionskostentheorie
3.3. Agency-Theorie
3.3.1. Überblick und Principal-Agent-Beziehung
3.3.2. Ansätze und Kosten der Agency-Problematik
3.4. Ex-ante und ex-post Analyse der Agency-Problematik
3.4.1. Identifikationsproblem vor dem Vertragsabschluss
3.4.1.1. Hidden Information
3.4.1.2. Adverse Selektion
3.4.2. Agency-Problematik nach dem Vertragsabschluss
3.4.2.1. Hidden Action mit der Folge eines Moral Hazard
3.4.2.2. Holdup
3.4.2.3. Konsum von nicht-monetären Vorteilen
3.4.2.4. Konsum am Arbeitsplatz und die Reduktion der Arbeitsleistung
4. Klassische Vertragsgestaltung zur Reduzierung von Agency-Problemen
4.1. Venture Capital-Vertrag
4.2. Reduzierung der Informationsasymmetrien vor Vertragsabschluss
4.2.1. Direkte Informationsübertragung
4.2.2. Indirekte Informationsübertragung
4.2.2.1. Signalling
4.2.2.2. Screening
4.3. Reduzierung der Informationsasymmetrien nach Vertragsabschluss
4.3.1. Kontrollmechanismen
4.3.2. Anreize durch Mitwirkungs- und Entscheidungsrechte
4.3.3. Kapitalrationierung
5. Anreizeffekte von Wandelanleihen in einer Venture Capital-Finanzierung
5.1. Marktanalyse
5.2. Begriffsbestimmung und Ansätze einer Wandelanleihe
5.3. Finanzierungskonzept
5.3.1. Ausgangslage
5.3.2. Fremdkapitalbezogene Elemente
5.3.2.1. Anleihebetrag und Laufzeit
5.3.2.2. Kuponsatz und Emissionspreis
5.3.2.3. Rückzahlungs- und Tilgungsbedingungen
5.3.2.4. Besicherung
5.3.3. Eigenkapitalbezogene Elemente
5.3.3.1. Wandelpreis
5.3.3.2. Kapitalstruktur der Finanzierung
6. Schlussbetrachtung
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die bestehenden Anreize zur Reduzierung der gravierenden Unsicherheiten einer Venture Capital-Finanzierung zu untersuchen und dabei Lösungsansätze unter besonderer Berücksichtigung der Finanzierung über Wandelanleihen zu entwickeln und zu überprüfen.
3.4.1.2. Adverse Selektion
Der Principal wird den Erfolg und den Wert einer Innovation anhand von Wahrscheinlichkeitsverteilungen quantifiziert. Eine solche an durchschnittlicher Innovationsqualität orientierten Bewertung führt zu einer Unterbewertung von Innovationen überdurchschnittlicher Qualität und einer Überbewertung bei unterdurchschnittlicher Qualität.
Akerlof stellt diese Problematik mithilfe des Gebrauchtwagenmarkts dar. Der Autoverkäufer hat einen Informationsvorsprung und bietet vier verschiedene Qualitäten von Automobilen zwischen gut bis schlecht („Lemons“), jeweils zum gleichen Durchschnittspreis an. Der Käufer hat keine Möglichkeit, zwischen den Güteklassen zu unterscheiden, kennt aber die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Auto zu ergattern. Mit einer Wahrscheinlichkeit von (1-q) erlangt der Käufer ein Lemon, so dass er auch für ein angebotenes gutes Automobil nicht bereit ist den wahren Wert zu zahlen. Die Folgen sind, dass die Eigentümer ihre Automobile länger selber fahren und sich der Gebrauchtwagenmarkt reguliert, so dass gute Automobile vom Markt verschwinden.
Im VC-Markt würde eine hohe Anzahl an überbewerteten Innovationsprojekten einen „negativen externen Effekt“ für überdurchschnittliche Venture bedeuten. Die Folge ist ein Marktversagen, da für diese keine angemessene Entlohnung zu erzielen ist. Die Kapitalakquisition für überdurchschnittliche Innovationen wird aufgrund des gestiegenen durchschnittlichen Ausfallrisikos eine zu hohe Risikoprämie verursachen und so eine VC-Finanzierung ökonomisch irrelevant erscheinen lassen. Die durchschnittliche Qualität sinkt erneut und lässt weitere überdurchschnittliche Innovationen vom Markt verschwinden. Dieses Phänomen der verbleibenden unterdurchschnittlichen Innovationen entspricht einem adversen Selektionsmechanismus.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik von Unsicherheiten bei der Finanzierung innovativer Unternehmen und Formulierung der Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Finanzierungstheoretische Analyse einer Venture Capital-Finanzierung: Einordnung der VC-Finanzierung in die neoklassische Theorie und die Neue Institutionenökonomik unter besonderer Betrachtung der Informationseffizienz.
3. Theorien der Neuen Institutionenökonomik: Detaillierte Analyse der Agency-Problematik und der spezifischen Störfaktoren in der Beziehung zwischen Venture Capital-Gesellschaft und Unternehmen.
4. Klassische Vertragsgestaltung zur Reduzierung von Agency-Problemen: Untersuchung von vertraglichen Instrumenten und Mechanismen zur Minderung von Informationsasymmetrien und Anreizkonflikten.
5. Anreizeffekte von Wandelanleihen in einer Venture Capital-Finanzierung: Entwicklung eines spezifischen Finanzierungskonzeptes unter Nutzung von Wandelanleihen zur Verbesserung der Anreizstrukturen.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Anwendbarkeit der untersuchten Finanzierungsansätze in Deutschland.
Venture Capital, Neue Institutionenökonomik, Agency-Theorie, Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, Moral Hazard, Wandelanleihe, Vertrag, Vertragsgestaltung, Anreizsysteme, Kapitalrationierung, Unternehmensbewertung, Finanzierung, Innovation, Risiko.
Die Arbeit analysiert die bestehenden Anreize und Lösungsstrategien zur Reduzierung von gravierenden Unsicherheiten bei der Finanzierung innovativer Unternehmen durch Venture Capital-Gesellschaften.
Im Zentrum stehen die Agency-Problematik, Informationsasymmetrien in der Investitionsphase sowie die vertragliche Gestaltung zur Sicherung einer effizienten Kooperation.
Das Ziel ist die Untersuchung bestehender Anreizmechanismen zur Risikoreduktion in VC-Finanzierungen und die Entwicklung eines auf Wandelanleihen aufbauenden Finanzierungskonzeptes.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere die Agency-Theorie und den Property Rights-Ansatz, um ökonomische Anreizstrukturen theoretisch zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch die Neue Institutionenökonomik, die Analyse von Agency-Problemen vor und nach Vertragsabschluss sowie die Ausarbeitung spezifischer Vertragsmechanismen.
Die zentralen Schlagworte sind Venture Capital, Agency-Theorie, Informationsasymmetrien, Adverse Selektion, Moral Hazard, Wandelanleihe und Vertragsgestaltung.
Die Wandelanleihe wird als Instrument diskutiert, das die Vorteile von Fremd- und Eigenkapital kombiniert und Anreize schafft, die ein opportunistisches Verhalten des Unternehmers reduzieren können.
Da beim VC-Finanzierungssegment oft keine hohe Informationseffizienz vorliegt, müssen die Wandlungsbedingungen spezifisch angepasst werden, statt sich auf börsennotierte Marktpreise zu verlassen.
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