Diplomarbeit, 2002
160 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Neuronale Netze
2.1 Was sind neuronale Netze ?
2.2 Anwendungsgebiete neuronaler Netze
2.3 Eigenschaften neuronaler Netze
2.4 Geschichte neuronaler Netze
2.5 Biologische Neuronen
2.5.1 Aufbau einer Nervenzelle
2.6 Neuronen in der Simulation vs. Neuronen in der Natur
2.7 Konzepte des Konnektionismus
2.7.1 Aufbau und Darstellung KNN
2.7.2 Bestandteile neuronaler Netze
2.7.3 Zelltypen nach Position im Netzwerk
2.7.4 Aktivierungszustand
2.7.5 Ausgabefunktion
2.7.6 Arten von Verbindungsnetzwerken
2.7.6.1 Netze ohne Rückkopplung (Feedforward-Netze)
2.7.6.2 Netze mit Rückkopplungen
2.7.7 Propagierungsregel und Aktivierungsfunktion
2.7.8 Lernregel
2.8 Lernen in neuronalen Netzen
2.8.1 Arten des Lernens
2.8.1.1 Überwachtes Lernen
2.8.1.2 Bestärkendes Lernen
2.8.1.3 Unüberwachtes Lernen
2.8.2 Realisierungsmöglichkeiten von Lernprozessen in KNN
2.8.2.1 Hebbsche Lernregel
2.8.2.2 Delta-Regel
2.8.2.3 Backpropagation-Regel
2.8.2.4 Backpropagation mit Momentum-Term
3 Evolutionäre Algorithmen
3.1 Motivation
3.2 Was sind evolutionäre Algorithmen ?
3.3 Struktureller Aufbau evolutionärer Algorithmen
3.4 Eigenschaften genetischer Algorithmen
3.5 Entwicklung evolutionärer Algorithmen
4 Finanzprognosen
4.1 Motivation
4.2 Methoden und Probleme der Finanzanalyse
4.2.1 Renditegenerierungsprozesse
4.2.1.1 Lineare Renditegenerierungsprozesse
4.2.1.2 Nichtlineare, dynamische Renditegenerierungsprozesse
4.3 These effizienter Kapitalmärkte
4.4 Technische Analyse
4.5 Fundamentale Analyse
4.6 Nichtlineare Analyse von Finanzmärkten
4.6.1 NN als Instrument zur nichtlinearen Analyse von Finanzdaten
5 Einsatz NN in der Finanzwirtschaft
5.1 Modell von Kimoto et al.
5.2 Modell von SNI/SENN
5.3 Modell der SGZ-Bank AG
6 Zeitreihenprognose mittels neuronaler Netze
6.1 Schwierigkeiten und Probleme bei Zeitreihenprognosen
6.2 Verschiedene Architekturen neuronaler Netze zur Zeitreihenprognose
7 Eigener Ansatz
7.1 Einführung
7.2 Grundlagen
7.2.1 Aufteilung der Datenmenge
7.2.2 Partiell rekurrente neuronale Netze
7.2.2.1 Hierarchische Elman-Netze
7.2.3 Ein objektorientierter Ansatz für neuronale Netze
7.2.4 Evolutionäre Algorithmen
7.2.4.1 EA zur Optimierung der Netzstruktur
7.2.4.2 EA zur Optimierung der Fühlerstruktur
7.3 Die einzelnen Prognosetools
7.3.1 Weitere Java-Klassen
7.3.2 tsprogNN
7.3.3 tsprogNN2
7.3.4 tsprogNNEA
7.3.5 tsprogNNEA2
7.3.6 createprog
7.3.7 createprog2
7.3.8 Dateistrukturen
7.3.8.1 Dateiformat der Zeitreihendatei
7.3.8.2 Dateiformat der Zeitreihendatei bei Finanzmarktdaten
7.3.8.3 Dateiformat der trainierten PRNN
7.3.8.4 Dateiformat der Prognosedateien
7.4 Ergebnisse
7.4.1 Sägezahn
7.4.2 Sin(x)+Sin(x²)
7.4.3 DAX
7.4.4 BP
7.4.5 IBM
7.4.6 JPM
7.4.7 MSFT
8 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines in JAVA realisierten hybriden Systems zur Zeitreihenprognose mittels neuronaler Netze und evolutionärer Algorithmen, um komplexe Strukturen in Kapitalmarktzeitreihen zu analysieren und Vorhersagen zu treffen.
1.1 Einführung in die Thematik
Die Kapitalmarktforschung bzw. die Finanzanalyse beschäftigen sich unter anderem mit Themen wie der Effizienz von Kapitalmärkten, dem Einfluss relevanter Informationen auf den Preisbildungsprozess von Wertpapieren, der am Markt gültigen Rendite/Risiko-Beziehung und Möglichkeiten bzw. Handelsstrategien zur Erzielung von signifikanten Überrenditen, bezogen auf eine als geltend betrachtete Rendite/Risiko-Beziehung.
Durch die heutigen Informationssysteme ist der Nachrichten- bzw. Informationsaustausch binnen Bruchteilen von Sekunden um den kompletten Globus möglich, was die berechtigte Frage aufwirft, ob die Finanzmärkte von heute bzw. deren Funktionsweise mit denen aus der Vergangenheit noch viele Gemeinsamkeiten haben.
Ist aus ehemals separaten Finanzmärkten ein globaler, integrierter Finanzmarkt entstanden, dessen Verständnis und Analyse anderer Methoden bedarf als der bisher für die separaten Märkte angewandten?
Wie sich im Kapitel 4 dieser Arbeit noch zeigen wird, werden gerade für die Analyse integrierter Finanzmärkte neuere Verfahren im Bereich der empirischen Kapitalmarktforschung eingesetzt.
Zwei dieser neueren Verfahren (neuronale Netze und evolutionäre Algorithmen) aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz bzw. aus dem Bereich maschinelles Lernen (siehe unten) werden im Rahmen dieser Arbeit verwendet und in einem in JAVA realisierten hybriden System zur Zeitreihenprognose für Kapitalmarktzeitreihen implementiert.
Seit den fünfziger Jahren wird versucht, Computern die Fähigkeit beizubringen, „selbständig“ zu lernen. Der Oberbegriff hierfür ist „Maschinelles Lernen“, eine Formulierung, die 1959 von Samuel geschaffen wurde, dem es als Erster gelang, eine ernsthafte Aufgabe durch einen Computer zu „lernen“.
1 Einleitung: Stellt das Forschungsziel, die methodische Einbettung in maschinelles Lernen und den Aufbau der Arbeit vor.
2 Neuronale Netze: Erläutert die Grundlagen, Eigenschaften, Geschichte und Lernverfahren künstlicher neuronaler Netze im Vergleich zu biologischen Vorbildern.
3 Evolutionäre Algorithmen: Beschreibt das Prinzip der natürlichen Selektion, den strukturellen Aufbau und die genetischen Operatoren wie Kreuzung und Mutation.
4 Finanzprognosen: Diskutiert Methoden der Finanzanalyse, Markteffizienzthesen und die Notwendigkeit nichtlinearer Analyseansätze bei integrierten Finanzmärkten.
5 Einsatz NN in der Finanzwirtschaft: Präsentiert existierende Ansätze zur Anwendung neuronaler Netze bei der Kursprognose durch bekannte Banken und Institutionen.
6 Zeitreihenprognose mittels neuronaler Netze: Analysiert Probleme wie Rauschen und Nicht-Stationarität sowie verschiedene Architekturen zur Zeitreihenvorhersage.
7 Eigener Ansatz: Detailliert die Implementierung, die hierarchischen Elman-Netze, den objektorientierten Ansatz, die Optimierung durch evolutionäre Algorithmen und die Ergebnisse der Anwendungstools.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Erkenntnisse und diskutiert Potenziale für künftige Erweiterungen und Verbesserungen des Systems.
Neuronale Netze, Evolutionäre Algorithmen, Finanzprognose, Zeitreihenanalyse, Java, Maschinelles Lernen, Partielle rekurrente Netze, Elman-Netze, Renditegenerierung, Markteffizienz, Backpropagation, Handelsstrategien, Optimierung, Finanzmarkt, Kursvorhersage.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines hybriden Systems in Java, das neuronale Netze und evolutionäre Algorithmen kombiniert, um Zeitreihenanalysen und Prognosen insbesondere für Kapitalmarktdaten durchzuführen.
Die zentralen Felder sind die Informatik (künstliche Intelligenz, neuronale Netze, evolutionäre Optimierung, objektorientierte Programmierung in Java) sowie die Wirtschaftswissenschaften (Finanzanalyse, Markteffizienztheorien, Zeitreihenprognose).
Das Ziel ist die Realisierung eines Modells, das in der Lage ist, selbstständig Strukturen in Renditezeitreihen von Aktien oder Indizes zu erlernen, um diese zur Vorhersage zukünftiger Realisationen zu nutzen.
Es werden partiell rekurrente neuronale Netze (hierarchische Elman-Netze) verwendet. Diese Netze werden durch einen zweistufigen evolutionären Algorithmus optimiert, der sowohl die Netzstruktur als auch die Auswahl der Eingabefaktoren (Fühlerstruktur) anpasst.
Neben den theoretischen Grundlagen zu neuronalen Netzen, evolutionären Algorithmen und der Finanzanalyse wird der „eigene Ansatz“ im Detail vorgestellt. Dies umfasst die Implementierung der Java-Klassen, die methodische Vorgehensweise zur Optimierung und die Präsentation der Ergebnisse für verschiedene Finanzdaten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zeitreihenprognose, Neuronale Netze, Evolutionäre Algorithmen, Java-Implementierung, Finanzanalyse und Partielle Rekurrente Neuronale Netze (PRNN) beschreiben.
Diese Netze sind eine spezielle Form partiell rekurrenter Netze, die einen Speichermechanismus besitzen. Dadurch sind sie besonders geeignet, zeitliche Zusammenhänge und Trends in dynamischen Zeitreihen zu erkennen, was mit Standard-Feedforward-Netzen schwieriger ist.
Die "Fühler" repräsentieren die zeitlichen Abstände (Lags) der Eingabewerte zum Prognosezeitpunkt. Da die Suche nach der optimalen Kombination dieser Werte extrem kombinatorisch ist, wird hierfür ein evolutionärer Algorithmus eingesetzt, um die Prognosegüte zu steigern.
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