Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 2
Vorwort
1 Einleitung
2 Politik und Medien – Eine Eingrenzung des Forschungsfeldes
2.1. Definitionen im Vorfeld
2.1.1 Politik - Begriffsbestimmung
2.1.3 Politikvermittlung - auch auf kommunaler Ebene
2.1.4 Konflikte und Konfliktarten auf lokaler Ebene
2.1.5 Politischer Protest und Bürgerinitiativen
2.1.6 Partizipationsmöglichkeiten
2.1.7 Öffentlichkeit und öffentliche Meinung
2.1.8 Die Medien und ihre Funktionen für die Politik
2.2 Zusammenfassung
3 Die Forensische Übergangs-Klinik in Rheine
3.1 Ausgangssituation – Warum eine Forensik in Rheine?
3.1.1 Maßregelvollzug – Was ist das eigentlich?
3.1.2 Rechtliche Grundlagen – Wer wird im Maßregelvollzug behandelt?
3.2 Rheine als Standort
3.2.1 Rheine als Mittelstadt und Garnisonsstadt im Münsterland
3.2.2 Schlechte finanzielle Lage durch Rückschläge
3.2.3 Stadtgebiet und Rheine/Bentlage
3.3 Die Akteure und ihre Positionen
3.3.1 Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und das Land NRW
3.3.2 Die Stadt Rheine
3.3.3 Die Bürgerinitiative „Pro Rheine“
3.3.4 Pferdezüchter Franz Temmen
3.3.5 Die Tageszeitungen „Münstersche Zeitung“ und „Münsterländische Volkszeitung“
3.4 Zusammenfassung
4 „Wie sag´ ich’s meinem Bürger?“ – Inhaltsanalyse
4.1 Forschungsinteresse
4.2 Methodenauswahl und Untersuchungszeitraum
4.2.1 Quellenmaterial
4.2.2 Art der Quellen und Häufigkeiten
4.3 Forschungsablauf
4.3.1 Hypothesenauswahl und Begründung
4.4 Ergebnisse der Auswertung
5 Evaluation der Untersuchung
5.1.1 Beantwortung der Hypothesen zum Themenfeld I
5.1.2 Beantwortung der Hypothesen zum Themenfeld II
5.2 Methodenkritik
6 Gesamtergebnis im Zusammenhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vermittlung unpopulärer politischer Entscheidungen am Beispiel der Errichtung einer forensischen Übergangsklinik in der Stadt Rheine, mit dem Ziel, die Rolle der lokalen Medien im Diskurs und den zeitlichen Verlauf des Konflikts zu analysieren.
3.1 Ausgangssituation – Warum eine Forensik in Rheine?
Rund 470 Plätze für die Unterbringung psychisch kranker oder suchtkranker Straftäter fehlten nach Angabe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Jahr 2002 in Nordrhein-Westfalen. 1999 wurde die Zuständigkeit für den Maßregelvollzug von den jeweiligen Landschaftsverbänden auf das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie (Gesundheitsministerium) des Landes NRW übertragen und damit von kommunaler auf staatliche Ebene verlagert. Parallel dazu wurde die Landesoberbehörde des Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug des Landes NRW geschaffen.
Vordringlichste Aufgabe war zunächst die Erarbeitung eines Standortkonzepts zur Schaffung neuer forensischer Einrichtungen. Ende 2000 stand das Ergebnis fest: Gemeinsam mit NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer stellte der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug Uwe Dönisch-Seidel die Planungen für sechs neue forensische Standorte in NRW vor. Die Idee der Dezentralisierung des Maßregelvollzuges lag der Standortentscheidung zugrunde. Nach dem Prinzip der Verteilungsgerechtigkeit sind die sechs Landgerichtsbezirke mit dem höchsten Bedarf an forensischen Plätzen ermittelt worden. Die neuen Kliniken in Köln, Duisburg, Essen, Münster, Dortmund und Herne sollen nach ihrer Fertigstellung dauerhaft die benötigten Plätze zur Unterbringung psychisch kranker Straftäter liefern.
Da der Bau der sechs neuen Kliniken aber einige Jahre in Anspruch nimmt, die zusätzlichen Plätze jedoch schon länger dringend benötigt werden, griff das Land zur Soforthilfe: Um den steigenden Belegungsdruck aufzufangen, wird die Zeit bis zur Eröffnung der geplanten neuen Kliniken durch so genannte Übergangseinrichtungen überbrückt (siehe Abb.2). In Abstimmung mit der jeweiligen Kommune und den Landschaftsverbänden als Träger hat das Land diese Übergangseinrichtungen größtenteils an schon bestehenden forensischen Standorten eingerichtet. Für eine befristete Zeit wird die Kapazität der Klinik erweitert, zum Beispiel indem bereits stillgelegte Räumlichkeiten hergerichtet werden. So werden beispielsweise im Westfälischen Therapiezentrum Marsberg „Bilstein“ weitere 25 Übergangsplätze eingerichtet, in den Rheinischen Kliniken Langenfeld wird ein zusätzliches Haus mit 18 Plätzen gebaut.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsthema vor, beschreibt den Kontext der Forensik-Einrichtung in Rheine und erläutert die forschungsleitenden Fragen hinsichtlich der Medienrolle.
2 Politik und Medien – Eine Eingrenzung des Forschungsfeldes: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Politik, Kommunalpolitik, Politikvermittlung und Konflikt, um den theoretischen Rahmen für die Analyse zu setzen.
3 Die Forensische Übergangs-Klinik in Rheine: Dieser Abschnitt erläutert die Entstehung der forensischen Klinik in Rheine, die Ausgangslage sowie die Positionen der verschiedenen beteiligten Akteure.
4 „Wie sag´ ich’s meinem Bürger?“ – Inhaltsanalyse: Hier werden das Forschungsinteresse, die Methodenauswahl der Inhaltsanalyse, das Quellenmaterial und der Forschungsablauf detailliert beschrieben.
5 Evaluation der Untersuchung: Dieses Kapitel wertet die Untersuchungsergebnisse aus, beantwortet die Hypothesen und reflektiert die gewählte Methode kritisch.
6 Gesamtergebnis im Zusammenhang: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, bewertet den Diskursverlauf und ordnet den Fall Rheine in den wissenschaftlichen Kontext ein.
Politikvermittlung, Kommunalpolitik, Forensische Klinik, Maßregelvollzug, Inhaltsanalyse, Medienrolle, Bürgerinitiative, Rheine, öffentlicher Diskurs, Konfliktmanagement, Lokalpresse, Partizipation, Meinungsbildung, Medienfunktion, Politische Kommunikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung unpopulärer politischer Entscheidungen auf kommunaler Ebene, speziell am Beispiel der geplanten Einrichtung einer forensischen Übergangsklinik in der Stadt Rheine.
Die zentralen Themen sind Politikvermittlung, das Spannungsfeld zwischen politischen Akteuren und Bürgern sowie die Rolle, die lokale Medien in solchen Konfliktsituationen einnehmen.
Das Hauptziel ist es zu analysieren, welche Rolle die lokalen Medien bei der Vermittlung dieses Konflikts spielten und wie der öffentliche Diskurs im untersuchten Zeitraum verlief.
Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird eine quantitative Inhaltsanalyse von Artikeln, Leserbriefen und Kommentaren aus zwei lokalen Tageszeitungen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Politik und Medien, die spezifische Fallbeschreibung der Forensik in Rheine sowie die detaillierte Durchführung und Auswertung der Inhaltsanalyse.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Politikvermittlung, Medienrolle, lokaler Konflikt, Inhaltsanalyse und Partizipation geprägt.
Die Stadt präsentierte sich zunächst unvorbereitet und lehnte die Pläne ab, konnte aber durch eine verweigernde Haltung und anschließende Verhandlungen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des zivilrechtlichen Vertrages erwirken.
Die Bürgerinitiative vertrat primär die Sicherheitsängste der Bevölkerung und verfolgte zu Beginn eine Konfliktstrategie, die sich im weiteren Verlauf zu einer kooperativeren Form wandelte.
Nein, der Autor konnte keine Hinweise auf eine „Schweigespirale“ finden, da kein Thema aus dem Diskurs verschwand und sich keine Akteure aus der Debatte zurückzogen.
Der Konflikt verlief in sieben Phasen, beginnend mit einer emotionalen Mitteilungsphase, gefolgt von Protestphasen, bis hin zu einer informativen und schließlich konsensorientierten Phase.
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