Masterarbeit, 2018
86 Seiten, Note: 1,8
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat und Revolutionäre Obleute
2.1. Von der Übergabe der Kanzlerschaft zur Regierungsbildung
2.2. Machtkampf zwischen Vollzugsrat und Regierung
a) Rote Garde für den Machterhalt
b) Räterepublik statt Nationalversammlung
c) Ausübung exekutiver Befugnisse
2.3. Einigung über die Kompetenzen – Theorie und Praxis
3. Die Regierungspolitik der USPD bis zum ersten Rätekongress
3.1. Politische Akzente der USPD im Rat der Volksbeauftragten?
a) Machtverteilung
b) Kabinettsbeschlüsse
aa) Kontinuierliche Zurückdrängung der Macht des Vollzugsrats
bb) Demokratisierung von Verwaltung und Militär?
cc) Sozialisierungsgedanken
dd) Nationalversammlung
ee) Differenz zur MSPD?
c) Gegenkräfte
3.2. Die USPD als Regierungspartei in einzelnen Ländern
a) Preußen
b) Bayern
c) Baden
3.3. Die USPD in der Reichskonferenz
4. Der erste Rätekongress, der Zentralrat und die USPD
4.1. Kommandogewalt
4.2. Nationalversammlung oder Rätesystem
4.3. Kompetenzen des Zentralrats
4.4. Wahl des Zentralrats
4.5. Sozialisierung
5. Krise und Bruch der Koalition
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Rolle der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) in der ersten Phase der deutschen Revolution 1918/19. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die USPD im Rat der Volksbeauftragten tatsächlich als treibende Kraft für Demokratisierung und Sozialisierung agierte oder ob sie, ähnlich wie Friedrich Ebert und die MSPD, letztlich lediglich als „Konkursverwalter“ des alten Regimes fungierte und ihre eigenen politischen Gestaltungsmöglichkeiten ungenutzt ließ.
2. Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat und Revolutionäre Obleute
Jede politische Revolution bedarf, soll das Abgleiten in Anarchie und Chaos verhindert werden, einer Struktur der usurpierten staatlichen Herrschaft. Die zunächst widerrechtliche Machtergreifung erhält ihre Legitimation durch mehrheitliche Anerkennung der neuen Herrschaft im Volk. Diese Anerkennung geht im Idealfall von denjenigen Volksschichten aus, deren Verhältnisse die Revolution zu verbessern suchte. Dementsprechend wird die Herrschaft in Zeiten der Revolution regelmäßig durch ihre Träger wahrgenommen. Die Revolution 1918/19 hatte eine hiervon abweichende Erscheinungsform. Die Serie von Matrosenrevolten in norddeutschen Hafenstädten Anfang November 1918, die sich binnen weniger Tage in Gestalt von Angriffen der Soldaten gegen die Militär- und Staatsgewalt in den großen Städten fortsetzte und einen in Soldaten- und Arbeiterräten als spontan gebildeten Organen der revolutionären Bewegung institutionalisierten Massenimpuls auslöste, wirkte als Initialzündung einer Kettenreaktion in einer Lage, die einerseits durch die gegen Kriegsende geschwächten staatlichen Kräfte sowie andererseits durch lange vorenthaltene Gewissheit über die Aussichtslosigkeit des Kriegs und entsprechend wachsende Einsicht der Bevölkerung in die Notwendigkeit politischer Veränderungen geprägt war. Das entstandene Machtvakuum der alten Gewalten wurde durch die in der Regel gewählten Räte provisorisch als Inhaber der politischen und militärischen Gewalt auf lokaler und regionaler Ebene ausgefüllt. Dauerhafte Herrschaft strebte die Mehrzahl der Räte nicht an, sie verstanden sich in der ersten Phase der Revolution als politische Organe in einer Übergangszeit. Entscheidend für den Fortgang der Revolution war die Entwicklung in Berlin.
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur deutschen Revolution 1918/19 und definiert die Fragestellung bezüglich der Rolle der USPD.
2. Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat und Revolutionäre Obleute: Hier wird die Entstehung der Revolutionsregierung und die Machtkonstellation zwischen Regierung und Vollzugsrat dargelegt.
3. Die Regierungspolitik der USPD bis zum ersten Rätekongress: Dieses Kapitel behandelt die praktische Regierungsarbeit der USPD-Vertreter, ihre Schwierigkeiten bei der Durchsetzung eigener politischer Ziele und die Rolle der Beigeordneten.
4. Der erste Rätekongress, der Zentralrat und die USPD: Der Fokus liegt auf den Diskussionen und Abstimmungen auf dem ersten Rätekongress sowie den Folgen für die Machtverhältnisse zwischen Regierung und Räteorganen.
5. Krise und Bruch der Koalition: Hier werden die Gründe und der Verlauf des Bruchs der Koalition zwischen MSPD und USPD analysiert.
6. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen der USPD-Politik auf die Entwicklung der Weimarer Republik.
USPD, MSPD, Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat, Novemberrevolution, Rätebewegung, Nationalversammlung, Demokratisierung, Sozialisierung, Friedrich Ebert, Hugo Haase, Revolutionäre Obleute, Spartakusbund, Rätekongress, Weimarer Republik
Die Arbeit untersucht die politische Rolle und den Einfluss der USPD innerhalb der Revolutionsregierung (Rat der Volksbeauftragten) in den ersten Monaten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Machtverhältnis zwischen der Regierung und den Räten, den Versuchen der USPD, eigene sozialistische Ziele durchzusetzen, und den Konflikten zwischen den verschiedenen linken Gruppierungen.
Es soll geklärt werden, ob die USPD eine eigenständige, prägende Rolle in der Revolutionsregierung spielte oder ob sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten aufgrund von innerer Zerrissenheit und taktischer Unsicherheit verpasste.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die intensiv auf zeitgenössischen Quellen, Protokollen, Dokumentensammlungen sowie der wissenschaftlichen Literatur zur Revolutionsgeschichte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Regierungsarbeit der USPD, ihre Rolle in der Verwaltung, die Auseinandersetzungen auf dem ersten Rätekongress und die zunehmenden Konflikte, die schließlich zum Bruch der Koalition führten.
Wichtige Begriffe sind USPD, MSPD, Novemberrevolution, Rat der Volksbeauftragten, Rätebewegung, Demokratisierung, Sozialisierung und Nationalversammlung.
Die USPD agierte in Preußen, Bayern und Baden unterschiedlich stark, wobei besonders das Wirken von Kurt Eisner in Bayern als Sonderfall herausgehoben wird, während sie in Preußen und Baden bei der Demokratisierung der Verwaltung kaum Erfolge erzielen konnte.
Der Autor wertet den Austritt als politisch kurzsichtig, da die USPD damit ihre verbleibenden Gestaltungsmöglichkeiten aufgab und in eine politische Isolation geriet, die ihre Handlungsfähigkeit massiv einschränkte.
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