Magisterarbeit, 2004
96 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. VON DER BLEIWÜSTE ZUR BUNTEN BILDERWELT
2.1 Die Informationsgesellschaft als treibende Kraft
2.2 Zeitungsdesign im Wandel der Zeit
2.3 Der Visualisierungs-Boom in den Printmedien
3. INFOGRAFIKEN AUS HISTORISCHER PERSPEKTIVE
3.1 Vom Altertum bis zur Renaissance
3.2 Die Ideengeber des 18. und 19. Jahrhunderts
3.3 Einzug in die Printmedien
4. SYSTEMATIK DER VIELFALT – WAS IST EINE INFOGRAFIK?
4.1 Statistische Infografiken
4.2 Kartografische Infografiken
4.3 Erklärende Infografiken
5. DIE FRAGE NACH DER QUALITÄT
5.1 Aus statistischer Sicht
5.2 Aus mediengestaltender Sicht
5.3 Aus wahrnehmungspsychologischer Sicht
6. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG – EINSATZ UND QUALITÄT
6.1 Einordnung in den Forschungskontext
6.2 Forschungsfragen und Operationalisierung
6.3 Ergebnisse und Interpretation
7. SCHLUSS
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, den Einsatz und die Qualität von Infografiken in deutschen Nachrichtenmagazinen empirisch zu untersuchen und in den Kontext der zunehmenden Visualisierung der Informationsgesellschaft einzuordnen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Verwendung dieser grafischen Darstellungsmittel entwickelt hat und ob Qualitätsstandards in der journalistischen Praxis eingehalten werden.
2.1 Die Informationsgesellschaft als treibende Kraft
Keine der großen Veränderungen in den Medien fand jemals statt, ohne dass gleichzeitig tiefgreifende gesellschaftliche Erneuerungen stattfanden. Zwangsläufig bedingen sich die Entwicklungen gegenseitig, da die Medien Teil der Kommunikationskultur und damit Teil der Gesellschaft sind. Zahlreiche Beispiele aus der Geschichte machen diesen Zusammenhang deutlich. Der Blick zurück erlaubt es, die wechselseitige Einflussnahme mit größerer Klarheit zu erkennen, als dies vielleicht für die heutige Zeit möglich ist. Deshalb soll eines dieser Beispiele aus der Vergangenheit als kurze Einleitung für die Betrachtung dieses Phänomens in der Gegenwart dienen. Die erste weitreichende Neuerung in der Geschichte der Massenmedien war die Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern aus dem Jahr 1450.
Johann Gutenberg hatte damit eine Technik geschaffen, die am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit auf fruchtbaren Boden fiel. Mithilfe der neuen Druckpressen konnte der rasant gewachsene Wissensdurst der Menschen gestillt und immer wieder neu angeregt werden. Umgekehrt konnte sich die neue Drucktechnik nur deshalb so schnell verbreiten, weil sie genau die bis dahin ungedeckten Bedürfnisse erfüllen konnte. Die Erfindung lag gewissermaßen in der Luft, eine verbesserte Vervielfältigungstechnik war die Konsequenz aus der wachsenden Nachfrage. Die Zeit um 1500 war geprägt von der Erschließung neuer Erdteile, kirchlichen Reformbestrebungen und einer Umgestaltung des politischen Mächtegleichgewichts. Alles war in Bewegung und die Unsicherheit war groß. Information und Orientierung war den Menschen in dieser Zeit des Umbruchs und der Erneuerung besonders wichtig. Dies öffnete die Tür für den Erfolg der ersten Druckerzeugnisse.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert von Infografiken in Printmedien, stellt das Forschungsdefizit fest und formuliert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau des allgemeinen und empirischen Teils.
2. VON DER BLEIWÜSTE ZUR BUNTEN BILDERWELT: Dieses Kapitel analysiert den Wandel des Zeitungs- und Zeitschriftendesigns und beschreibt die Informationsgesellschaft als Motor für eine visuelle Kultur, die in einem Visualisierungs-Boom mündet.
3. INFOGRAFIKEN AUS HISTORISCHER PERSPEKTIVE: Hier werden die Wurzeln von Infografiken von der Antike bis zur Renaissance und ihre Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert bis zum Einzug in die Printmedien nachgezeichnet.
4. SYSTEMATIK DER VIELFALT – WAS IST EINE INFOGRAFIK?: Dieses Kapitel nähert sich der Definition von Infografiken theoretisch an und entwickelt eine Systematik, die zwischen statistischen, kartografischen und erklärenden Infografiken unterscheidet.
5. DIE FRAGE NACH DER QUALITÄT: Hier werden Qualitätskriterien aus statistischer, mediengestaltender und wahrnehmungspsychologischer Sicht diskutiert, um einen Rahmen für die anschließende empirische Untersuchung zu bilden.
6. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG – EINSATZ UND QUALITÄT: Der empirische Hauptteil führt eine Inhaltsanalyse der Magazine Spiegel und Focus (1993 und 2002) durch, um Einsatzhäufigkeit und Qualitätsstandards der Infografiken zu evaluieren.
7. SCHLUSS: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Relevanz der Infografik-Forschung unterstrichen, wobei zukünftige Forschungsaufgaben wie Wirkungsstudien aufgezeigt werden.
Infografiken, Printjournalismus, Nachrichtenmagazine, Spiegel, Focus, Zeitungsdesign, Visualisierungs-Boom, Informationsgesellschaft, statistische Infografiken, kartografische Infografiken, erklärende Infografiken, Qualitätskriterien, Inhaltsanalyse, Medienwirkung, Datenvisualisierung.
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Qualität von Infografiken in deutschen Printmedien, speziell in den Nachrichtenmagazinen Spiegel und Focus, im Zeitraum von 1993 bis 2002.
Die Arbeit behandelt die Designgeschichte von Printmedien, die historische Entwicklung der Infografik, eine Systematik der verschiedenen Grafikarten sowie die Qualitätsbestimmung dieser visuellen Elemente.
Das Ziel ist die empirische Untermauerung bisheriger Entwicklungen im Bereich der Infografik-Nutzung und die Erstellung eines Qualitätskatalogs, um den Stand der aktuellen journalistischen Infografik-Praxis messbar zu machen.
Die Autorin führt eine quantitative Inhaltsanalyse von 52 ausgewählten Ausgaben der Magazine Spiegel und Focus durch, um Einsatzhäufigkeit und formale Qualität von insgesamt 1.612 Infografiken zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Teil, der Theorie und Systematik abhandelt, und einen empirischen Teil, der die konkrete Auswertung der Infografiken der untersuchten Magazine präsentiert.
Zentrale Begriffe sind Infografiken, Printjournalismus, Nachrichtenmagazine, Zeitungsdesign, Visualisierung, Inhaltsanalyse und Qualitätsmessung.
Die Untersuchung zeigt eine qualitative Verbesserung in beiden Magazinen zwischen 1993 und 2002, wobei der Spiegel im Jahr 1993 die qualitativ besseren Infografiken bot, während 2002 der Focus leicht vorne lag.
Die Autorin prüft, ob sich die beiden Magazine in ihrer äußeren Form annähern. Dies konnte nur bedingt beim Farbeinsatz festgestellt werden; insgesamt entwickeln sie sich jedoch in ähnliche Richtungen bezüglich des Infografik-Einsatzes.
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