Bachelorarbeit, 2017
130 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1 Begriffstheoretische Grundlagen
2.1.1 Begriffserläuterungen
2.1.2 Wirkmodell zu Belastung und Beanspruchung
2.2 Psychische Belastung im Arbeitskontext
2.3 Rechte und Pflichten der Akteure aus gesetzlicher Sicht
2.3.1 Betriebliche Akteure
2.3.2 Außerbetriebliche Akteure
2.4 Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung
2.4.1 Ablauf der psychischen Gefährdungsbeurteilung
2.4.2 Methoden zur Ermittlung der psychischen Belastung
2.5 Überblick zum Status der psychischen Gefährdungsbeurteilung
2.6 Zusammenfassung und Ableitung der Forschungsleitfragen
3. Methodischer Teil
3.1 Beschreibung von Methode und Stichprobe
3.2 Operationalisierung und Definition der Variablen
3.3 Fragebogenkonstruktion
3.3.1 Anschreiben
3.3.2 Konzeption des Fragebogens
3.4 Vorgehensweise bei der Befragung
4. Ergebnisse der Befragung
4.1 Häufigkeitsverteilungen mittels univariater Statistik
4.1.1 Ergebnisse zu den Grunddaten der Befragung
4.1.2 Ergebnisse zur Durchführung allgemein
4.1.3 Ergebnisse zur Nicht-Durchführung
4.1.4 Ergebnisse zur Organisation und Planung
4.1.5 Ergebnisse zur Beteiligung
4.1.6 Ergebnisse zum Prozess
4.1.7 Ergebnisse zu den Auswirkungen
4.2 Untersuchung von Zusammenhängen mittels bivariater Statistik
4.2.1 Zusammenhänge mit strukturellen Daten
4.2.2 Zusammenhänge mit Organisation, Planung und Akteuren
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Diskussion
5.1 Kritische Bewertung des Vorgehens und der Methode
5.2 Reflexion und Interpretation der Ergebnisse
5.3 Implikationen für die Praxis
6. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Stand, die Vorgehensweisen und die Erfahrungen bezüglich der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen beim Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern mittels einer quantitativen Online-Befragung zu erfassen und zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, welche Erfolgsfaktoren und Probleme bei der Umsetzung in der Praxis auftreten, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.
2.4.1 Ablauf der psychischen Gefährdungsbeurteilung
Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist ein Prozess (s. Abbildung 3), der folgende sieben Schritte beinhaltet: Die Festlegung von Tätigkeiten/Bereichen, die Ermittlung und Beurteilung der Belastungen, die Umsetzung von Maßnahmen und deren Wirksamkeitskontrolle, die Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung und die Dokumentation.
Schritt 1: Festlegen von Tätigkeiten und Bereichen. Bei diesem Schritt werden die Einheiten für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung festgelegt. Dabei können Tätigkeiten und auch Bereiche mit gleichartigen Arbeitsbedingungen (die stellvertretend für eine Gruppe stehen) zu einer Einheit zusammengefasst werden. Die Einheiten können sowohl nach Art der Tätigkeit (z. B. Arbeitsplatz- oder Tätigkeitsgruppe) oder nach den Arbeits- und Organisationsbereichen (z. B. Allgemein- oder Intensivstation) gebildet werden. Die Bildung der Einheiten muss nachvollziehbar begründet werden können.
Schritt 2: Ermittlung psychischer Belastung. Im zweiten Schritt soll die psychische Belastung erfasst werden. Hierzu werden die psychischen Belastungsfaktoren (s. Kapitel 2.2) in den Merkmalsbereichen ermittelt, die bei den Arbeitsbedingungen und Tätigkeitsanforderungen im Arbeitsbereich auftreten können. Um einen inhaltlichen Schwerpunkt setzen zu können, wird zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt, bei der alle nützlichen Informationen (z B. Fluktuation, Krankenstände, Beschwerden) zusammengetragen werden. Für die weitere Vorgehensweise zur Ermittlung der psychischen Belastung werden folgende drei Methoden empfohlen: Standardisierte schriftliche Mitarbeiterbefragungen, Beobachtung/Beobachtungsinterviews und moderierte Analyseworkshops. Eine genaue Beschreibung der Methoden erfolgt im nächsten Kapitel 2.4.2.
Schritt 3: Beurteilung psychischer Belastung. Als nächstes wird eingeschätzt, ob und welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind (entspricht einem Ist-Soll-Vergleich). Es gibt hierzu keine speziellen rechtlichen Anforderungen, nur das Ziel, den Gesundheitsschutz der Beschäftigten nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu gewährleisten und zu verbessern. Dabei muss die Beurteilung sachlich begründet und nachvollziehbar in der Vorgehensweise sein. Als Verfahren können Instrumente genutzt werden, die Kriterien oder „Schwellenwerte“ für gesundheitlich bedeutende Ausprägungen enthalten.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Belastungssituation des Pflegepersonals in deutschen Krankenhäusern und begründet die wissenschaftliche Relevanz der Gefährdungsbeurteilung.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen psychischer Belastung, gesetzliche Rahmenbedingungen sowie das Prozessmodell der Gefährdungsbeurteilung.
3. Methodischer Teil: Hier wird das Design der explorativen Querschnittstudie, die Fragebogenkonstruktion und die Vorgehensweise bei der Befragung der Pflegedirektoren dargelegt.
4. Ergebnisse der Befragung: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Häufigkeitsverteilungen sowie die bivariaten Analysen zu den Faktoren, die die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung beeinflussen.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Gütekriterien bewertet und in Implikationen für die praktische Anwendung übersetzt.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Studie zusammen und benennt zukünftige Forschungsperspektiven zur Optimierung der Gefährdungsbeurteilung in Kliniken.
Psychische Belastung, Gefährdungsbeurteilung, Krankenhaus, Pflegepersonal, Berufsgruppe Pflegekräfte, Quantitative Untersuchung, Pflegedirektoren, Fragebogentechnik, Bestandsaufnahme, Arbeitsschutz, Gesundheitsmanagement, Prozessgestaltung, Arbeitsbedingungen, Mitarbeiterbeteiligung, Erfolgsfaktoren
Die Arbeit befasst sich mit der Umsetzung und dem aktuellen Stand der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen speziell für das Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern.
Die zentralen Themen sind der rechtliche Rahmen, der Prozess der Gefährdungsbeurteilung, die Rolle der Akteure, das Identifizieren von Belastungsfaktoren sowie die Überwindung von Hürden bei der praktischen Umsetzung.
Ziel ist es, den Stand der Vorgehensweisen und Erfahrungen in Krankenhäusern empirisch zu erfassen und zu untersuchen, welche Faktoren eine erfolgreiche Durchführung begünstigen oder behindern.
Es wurde eine quantitative Querschnittstudie mittels eines standardisierten Online-Fragebogens durchgeführt, an der 54 Pflegedirektoren aus deutschen Krankenhäusern teilgenommen haben.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Herleitung der Belastungsproblematik und gesetzlicher Anforderungen als auch die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten inklusive statistischer Zusammenhänge.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gefährdungsbeurteilung, psychische Belastung, Krankenhaus, Pflegepersonal, Prozessoptimierung und Beteiligungsmanagement charakterisiert.
Laut den Studienergebnissen führen 48 Prozent der befragten Krankenhäuser eine Gefährdungsbeurteilung durch, während sich weitere 35 Prozent in der Planungs- oder Projektphase befinden.
Externe Akteure wie Berufsgenossenschaften bieten wertvolle Unterstützung, jedoch zeigt die Analyse, dass deren Kapazitäten oft nicht voll ausgeschöpft werden und insbesondere die Wirksamkeitskontrolle externer Beratung noch ausbaufähig ist.
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