Bachelorarbeit, 2004
46 Seiten, Note: 1,5 (CH: 5,5)
Titelblatt
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Einleitung
Historische Entwicklung
Die ViCLAS Datenbank
Europäische Entwicklungen
Criminal Profiling
Definitionen und Ziele
Anwendungsgebiete
Theoretische Prämissen
Tatortverhalten
Modus Operandi
Täterhandschrift
Inszenierung des Tatorts
Profiling Prozess
Profiling Methoden
Induktives Profiling
Intuition, Vorwissen und Verhaltenssyndrome
Statistisch-empirische Modelle
Die klassischen FBI-Typologien
Neuere empirische Studien
Die Harbort-Studien
Kritik an der induktiven Profilerstellung
Deduktives Profiling
Theoretische Annahmen zur deduktiven Profilerstellung
Tatrekonstruktion bei der deduktiven Profilerstellung
Hypothesentestung bei der deduktiven Profilerstellung nach Brent Turvey (1999)
Kritik an der deduktiven Profilerstellung
Diskussion
Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fundierung und methodische Vorgehensweise des Criminal Profiling bei Gewaltverbrechen. Das Ziel ist es, die zwei grundlegenden methodischen Ansätze – induktives und deduktives Profiling – gegenüberzustellen, ihre theoretischen Grundlagen zu beleuchten und ihre Validität sowie Grenzen kritisch zu hinterfragen.
Die klassische FBI-Typologie
Unter der Leitung der Profiling-Pioniere Robert Ressler und James Douglas entwickelte die Spezialeinheit BSU, eine Abteilung des FBI, zu Beginn der 1980´er Jahren ein dichotomes Modell zur Klassifizierung von sexuell motivierten Serienmörder (Hazlewood R. R. & Douglas J. E. 1980). Die Studie basierte auf der Untersuchung von Verhalten, Biographie und Persönlichkeit von 36 überführten, sexuell motivierten Serienmörder. Als Messinstrumente dienten dabei eigens entwickelte Fragebögen, halbstrukturierte Interviews, Polizei- und Gerichtsakten, psychiatrische und psychologische Gutachten. Ferner wurden die Daten der 118 Mordopfern herangezogen. Das Ziel dieser Studie bestand in der empirischen Darstellung der Zusammenhänge zwischen dem Täterverhalten (so wie sich dieses aus den Tatortspuren ablesen konnte) und den individuellen Charakteristika der Mörder.
Damit sollten Merkmalskategorien entwickelt werden, die es ermöglichen, aus der spezifischen Situation am Ort des Verbrechens, einen psychologischen Verhaltensabdruck des Täters herauszulesen (Ressler & Burgess 1985). Aus diesem „psychologischen Fingerabdruck“ galt es dann ein Profil für die weitere Fahndung zu erstellen.
In einer Voruntersuchung, bestehend aus informellen und unsystematischen Interviews mit den Tätern wurde eine dichotome Unterteilung in die Kategorien „organisierter Täter“ und „desorganisierter Täter“ geschaffen (Hoffmann 2002). Wie aus der Tabelle 1 zu entnehmen ist, unterscheiden sich der organisierte und desorganisierte Täter signifikant in ihrer sozialen Kompetenz. So kann der organisierte Tätertypus als durchaus gesellschaftlich angepasst betrachtet werden: er ist sozial integriert, berufstätig, hat seinen Alltag gut organisiert und ist durchaus beziehungserfahren. Diese Eigenschaften fehlen dem desorganisierten Täter im allgemeinen (Holmes & Holmes 1996).
Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge des Profilings von ersten Fallbeispielen Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Institutionalisierung durch die Behavioral Science Unit (BSU) des FBI und die Entwicklung von ViCLAS nach.
Criminal Profiling: Hier werden die Kernbegriffe, Ziele und Anwendungsgebiete definiert sowie die psychologischen Annahmen zum Tatortverhalten (Modus Operandi, Täterhandschrift, Inszenierung) erläutert.
Profiling Methoden: Dieses Kapitel stellt die zwei zentralen Philosophien dar: das induktive, auf statistischen Modellen basierende Profiling und das deduktive, auf forensischen Beweisen und Logik gründende Profiling.
Diskussion: Es wird kritisch erörtert, ob Profiling eine exakte Wissenschaft oder eine Kunstform ist, wobei ein Mangel an validen Erfolgsstudien und einheitlichen Standards bemängelt wird.
Criminal Profiling, Fallanalyse, Modus Operandi, Täterhandschrift, Induktives Profiling, Deduktives Profiling, FBI-Typologie, Serientäter, Gewaltverbrechen, Tatortrekonstruktion, Forensik, Behavioral Science Unit, Täterprofil, empirische Validität, psychologischer Fingerabdruck.
Die Arbeit befasst sich mit der Disziplin des Criminal Profiling und untersucht die Methoden, mit denen aus Tatortspuren Rückschlüsse auf Persönlichkeitsmerkmale eines Täters gezogen werden.
Zentrale Themen sind die historische Genese der Fallanalyse, die Unterscheidung zwischen induktiven und deduktiven Vorgehensweisen sowie die psychologische Fundierung von Täterverhalten.
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis über die Arbeitsweise von Profilern zu vermitteln und kritisch zu prüfen, welche wissenschaftliche Validität die derzeit angewandten Profiling-Methoden besitzen.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse und den Vergleich etablierter Profiling-Modelle, um die theoretischen und empirischen Grundlagen dieser noch jungen Disziplin gegenüberzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Profiling-Prozesses, die detaillierte Beschreibung der induktiven (statistischen) Ansätze sowie der deduktiven (forensisch-logischen) Vorgehensweise.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Modus Operandi, Täterhandschrift, Induktives versus Deduktives Profiling und empirische Validität geprägt.
Induktives Profiling basiert auf statistischen Datenmengen und Vergleichen mit ähnlichen, bereits gelösten Fällen, während deduktives Profiling jeden Fall als einzigartig betrachtet und direkt aus physischen Beweisen des aktuellen Tatorts logische Schlüsse zieht.
Der Autor weist darauf hin, dass viele Studien auf kleinen, nicht repräsentativen Stichproben überführter Täter beruhen, was die Validität der Generalisierungen einschränkt und die Gefahr birgt, Unschuldige zu stigmatisieren.
Der Begriff beschreibt das Problem, dass die Branche sich oft gegen wissenschaftliche Transparenz sträubt und Profiler in populärwissenschaftlichen Beiträgen fälschlicherweise als hellseherische „Wahrsager“ dargestellt werden, anstatt ihre Arbeit als methodisch fundierte Disziplin zu präsentieren.
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