Diplomarbeit, 2005
66 Seiten, Note: 2,1
1. Einführung
2. Das Finanzdienstleistungsgeschäft von Automobilkonzernen
2.1 Finanzierungsprodukte
2.1.1 Risiken im automobilen Finanzdienstleistungsgeschäft
2.1.2 Leasing
2.1.3 Finanzierung
2.2 Typische Risiken
2.2.1 Risikoarten
2.2.2 Kreditrisiko
2.3 Betrachtung des Kreditrisikos aus dem Blickwinkel der Bankenaufsicht und internationalen Rechnungslegung
3. Risikovorsorge nach IAS
3.1 Bilanzierung von Finanzinstrumenten
3.1.1 Grundkonzeptionen der Bilanzierung nach IFRS
3.1.2 Grundlagen der Bilanzierung von Finanzinstrumenten
3.1.3 Exkurs: Exposure Draft „Fair Value Option“ – Ausschluss der Bilanzierung zum Zeitwert für Kredite und Forderungen
3.2 Vornahme von Wertberichtigungen: Der „Impairment Test“
3.2.1 Grundannahmen
3.2.2 Erste Stufe: Identifikation von objektiven Hinweisen
3.2.3 Zweite Stufe: Ermittlung des Wertminderungsaufwands bei fortgeführten Anschaffungskosten
3.2.4 Zuschreibungsgebot
3.2.5 Darstellung der Problematik anhand eines Beispiels
3.3 Wertberichtigungen auf individueller und Portfolio-Basis
3.3.1 Einzelwertberichtigung vs. pauschalierte Einzelwertberichtigung
3.3.2 Wertberichtigungen auf Portfolio-Basis
3.3.2.1 Anforderungen an ein Modell zur Bestimmung von pauschalierten Einzelwertberichtigungen
3.3.2.2 Schätzung von pauschalierte Einzelwertberichtigungen
3.4 Offenlegung
4. Praktische Ansätze zur Bestimmung von Wertberichtigungen auf Portfoliobasis
4.1 Problemstellung
4.2 Die statistische Methode
4.3 Der Aging-Ansatz
4.4 Zusammenfassung und kritische Würdigung
5. Fazit
Ziel der Arbeit ist eine umfassende Darstellung der relevanten Rechnungslegungsvorschriften für die Bestimmung des Wertberichtigungsaufwandes bei Kreditrisiken, mit einem speziellen Fokus auf das Finanzdienstleistungsgeschäft von Automobilkonzernen und der Frage nach der Zulässigkeit von pauschalen Wertberichtigungen auf Portfolios.
3.2.2 Erste Stufe: Identifikation von objektiven Hinweisen
Ein objektiver Hinweis ist immer als Ergebnis eines Ereignisses zu sehen, das nach dem Ansatz des Vermögenswertes erfolgt ist und in einer zuverlässig messbaren Veränderung der erwarteten künftigen Zahlungsströme resultiert (z.B. ein eröffnetes Insolvenzverfahren). Auch der gemeinsame Effekt von mehreren Ereignissen kann einen objektiven Hinweis darstellen. Ein objektiver Hinweis wird damit als Information über das Vorliegen eines Verlustereignisses angesehen.
IAS 39 bietet keinen abschließenden Katalog der Sachverhalte, welche als Verlustereignisse für die Begründung einer Wertminderung betrachtet werden können. Dem Bilanzierenden ist somit ein bestimmter Spielraum eröffnet, wann objektive Hinweise für Verlustereignisse als gegeben anzunehmen sind. Die in IAS 39.59 angeführten Ereignisse und nachstehend dargestellten Ereignisse deuten zumeist auf das Vorliegen erheblicher finanzieller Schwierigkeiten beim Vertragspartner hin:
- Vertragsbruch in Form von Verzug oder Ausfall der Zinszahlungen und Tilgungsraten.
- Die Gläubiger des Emittenten haben Zugeständnisse gemacht, welche sie bei zahlungsfähigen Emittenten nicht eingegangen wären.
- Beim Emittenten besteht Konkurs- oder sonstige Reorganisationsgefahr.
- Die finanziellen Schwierigkeiten des Emittenten haben zum Zusammenbruch des aktiven Marktes für den Vermögenswert geführt.
- Für Gruppen von Vermögenswerten können auch diejenigen Ereignisse objektive Hinweise darstellen, welche auf eine Wertminderung der gesamten Gruppe schließen lassen. Ein solches Ereignis kann z.B. vorliegen, wenn bei einer Gruppe ähnlicher Schuldner eine Häufung von Zahlungsverzügen auftritt. Ferner können unter Umständen wirtschaftliche Entwicklungen, die eine Erhöhung der Ausfallwahrscheinlichkeit bestimmter Kreditgruppen anmuten lassen, als objektive Hinweise angesehen werden.
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen durch IFRS für Finanzdienstleister und definiert das Ziel, die Wertberichtigungsregeln für Forderungsportfolios in der Automobilbranche zu untersuchen.
2. Das Finanzdienstleistungsgeschäft von Automobilkonzernen: Dieses Kapitel erläutert die Struktur der Finanzierungsprodukte und typische Risiken, wobei insbesondere die Unterscheidung von Kredit- und Investitionsrisiken im Vordergrund steht.
3. Risikovorsorge nach IAS: Hier werden die bilanziellen Grundlagen nach IAS 39 sowie der zweistufige Prozess des „Impairment Tests“ zur Ermittlung von Wertminderungen detailliert beschrieben.
4. Praktische Ansätze zur Bestimmung von Wertberichtigungen auf Portfoliobasis: Dieses Kapitel stellt zwei praxisnahe Modelle eines Finanzdienstleisters vor – die statistische Methode und den Aging-Ansatz – und validiert diese gegenüber den IFRS-Anforderungen.
5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Risikovorsorge im Spannungsfeld zwischen Bankenaufsicht und Rechnungslegung steht und kritisiert die praktische Umsetzbarkeit der Einzelwertberichtigung bei sehr großen Portfolios.
IFRS, IAS 39, Kreditrisiko, Wertberichtigung, Finanzdienstleistungen, Automobilbranche, Impairment Test, Portfoliobewertung, Incurred Loss-Modell, Forderungen, Risikovorsorge, Finanzinstrumente, Bilanzierung, Bonitätsrisiko, Ausfallrate
Die Arbeit behandelt die Bilanzierung von Kreditrisiken bei Finanzdienstleistern der Automobilbranche unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), speziell des IAS 39.
Zentrale Themen sind die Abbildung von Forderungen in der Bilanz, die Identifikation von Verlustindikatoren und die methodische Berechnung von Wertberichtigungen auf Einzel- und Portfoliobasis.
Das Ziel ist eine Darstellung der Rechnungslegungsvorschriften für den Wertberichtigungsaufwand sowie die Prüfung, ob die Bildung von pauschalen Wertberichtigungen auf Portfolios im Einklang mit den IAS-Vorgaben steht.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit den Bilanzierungsstandards (IAS/IFRS) mit einer praxisorientierten Analyse zweier Modellansätze (Statistische Methode und Aging-Ansatz) eines spezifischen Unternehmens.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der Wertminderungsregeln (Impairment Test) und deren praktische Anwendung in Form von Modellen zur Bestimmung von Verlustraten und -kurven.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie IFRS, IAS 39, Kreditrisikomanagement, Forderungsbewertung und Impairment Test geprägt.
Der Aging-Ansatz integriert den Verzugstatus der Forderungen direkt in die Poolbildung und Wahrscheinlichkeitsberechnung, während die statistische Methode in der vorliegenden Form weniger stark auf die spezifische Alterstruktur der Verträge innerhalb des Pools eingeht.
Das Incurred Loss-Modell der IFRS ist vergangenheitsorientiert (tatsächliche Verluste), während Basel II zukunftsorientiert (erwartete Verluste) agiert, was zu Diskrepanzen bei der Bemessung der Risikovorsorge und damit zu Herausforderungen für die Eigenkapitalbasis führt.
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