Bachelorarbeit, 2012
69 Seiten, Note: 1,1
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
2. Sicht auf einen Inszenierungsraum
2.1 Das Profilbild und seine Platzierung in der Sozialen-Netzwerk-Architektur
2.2 Das Profilbild und seine Funktionen
3. Profilbilder als Mittel der Selbstrepräsentation
3.1 Zur Herstellungspraxis und den sozialen Gebrauchsweisen von Porträtbildern und fotografischen Selbstporträts
3.2 Technische Bedingungen als Hinführung zu einer Praxis der Mobiltelefon-Fotografie
3.3 Versuch eines Ansatzes zur Genealogie des Selbstporträt-Profilbildes
4. Die Selbstporträt-Pose im Profilbild Sozialer Netzwerke als Untersuchungsobjekt: Ansätze zur Kategorisierung
5. Das Profilbild-Selbstporträt im Spiegel
5.1 Bildansicht: Das Selbstporträt im Spiegel
5.2 „Ich“ als Motiv im Spiegel des Selbstporträts
6. Der Armlängenabstand
6.1 Bildansicht: Der Armlängenabstand, einhändig aus der Aufsicht
6.2 Der Armlängenabstand als temporäre Pose und Geste
7. Narrativ-Konstruktionen
7.1 Bildansicht: Selbstporträt mit Ortsbezug
7.2 Ortsbezüge als narrative Elemente um das virtuelle Selbst
8. Blick-(An-)Ordnungen
8.1 Bildansicht: Der Armlängenabstand, zweihändig aus der Aufsicht
8.2 Zur Ausrichtung des Blickes im Selbstporträt-Profilbild
8.3 Maskierung im Blick
9. Bist du's wirklich? – Ich-Konstruktion und Bild-Modell
10. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Phänomenologie und Inszenierung von Selbstporträts als Profilbilder in sozialen Netzwerken, wobei sie eine genealogische Brücke von der Kunstgeschichte bis zur zeitgenössischen Mobiltelefon-Fotografie schlägt und die spezifische "DIY-Pose" analysiert.
3.1 Zur Herstellungspraxis und den sozialen Gebrauchsweisen von Porträtbildern und fotografischen Selbstporträts
Die Produktion künstlerischer Selbstbildnisse lässt sich bis in die Renaissance verfolgen. Die wohl bekanntesten Selbstporträts zu Beginn der Fotografiegeschichte bilden jenes von Hippolyte Bayard (1801-1887) – Selbstporträt als Ertrunkener (1840) (Vgl. Abb.1) und die von dem Porträtisten Nadar (Gaspard-Félix Tournachon, 1820-1910) angefertigten (Vgl. Abb.2), welcher sich Zeit seines Lebens in unterschiedlicher Weise immer wieder selbst fotografierte, und seinerzeit als einer der wichtigsten Porträtisten seiner berühmten Zeitgenossen galt. Bayards fiktiv-narratives Selbstporträt als angeblich Ertrunkener gilt nicht nur als eines der ersten fotografischen Selbstporträts überhaupt, sondern markiert gleichzeitig den Beginn eines neuen fotografischen Genres: der inszenierten Fotografie, als deren Erfinder Bayard häufig betrachtet wird. Die fotografischen Selbstbildnisse Nadars werden eher als technische Studien zur Bewegung eingeordnet. Erika Billeter, die 1985 eine Ausstellung zum fotografischen Selbstporträt in Stuttgart und Lausanne organisierte, weist Serien selbstabbildender Fotografien die Funktion von „Lebensprotokollen“ zu, wie sie in vergleichbarer Weise von Nadars zeitgenössischen Malerkollegen, wie etwa Cezanne, Vincent van Gogh, und später im deutschen Raum beispielsweise von Lovis Corinth und Max Beckmann in deren Gesamtwerk angelegt wurden. Jene fotografisch-künstlerischen Selbstporträts stehen nur bedingt im Verhältnis zu den Fotografien, die der vorliegenden Arbeit als Untersuchungsgegenstand dienen. Susan Sontag merkte passend zum Verhältnis zwischen der Praxis des fotografischen Selbstporträts und des Gemäldes an: „Such images are indeed to usurp reality because first of all photography is not only an image (as a painting is an image), an interpretation of the real; it is also a trace, something directly stenciled off the real, like a footprint or a death mask.“
1. Einleitung: Einführung in den Untersuchungsgegenstand von Selbstporträts in sozialen Netzwerken und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Sicht auf einen Inszenierungsraum: Analyse der technischen Netzwerk-Architektur und deren Einfluss auf die Platzierung und Funktion von Profilbildern.
3. Profilbilder als Mittel der Selbstrepräsentation: Historische Herleitung und Einbettung des digitalen Selbstporträts in die Tradition der Porträtfotografie.
4. Die Selbstporträt-Pose im Profilbild Sozialer Netzwerke als Untersuchungsobjekt: Ansätze zur Kategorisierung: Vorstellung existierender Ansätze zur Klassifizierung von Posen in sozialen Netzwerken.
5. Das Profilbild-Selbstporträt im Spiegel: Untersuchung des Spiegelmotivs anhand von Fallbeispielen und dessen mythologischem sowie identitätsstiftendem Hintergrund.
6. Der Armlängenabstand: Analyse der technischen und gestischen Bedeutung des "Selfie"-Typs und der damit verbundenen körperlichen Inszenierung.
7. Narrativ-Konstruktionen: Betrachtung der Rolle von Ortsbezügen und Inszenierungen als narrative Elemente im digitalen Selbstbild.
8. Blick-(An-)Ordnungen: Untersuchung der Blickführung, der Maskierung im Blick und des Verhältnisses von Betrachter und Dargestelltem.
9. Bist du's wirklich? – Ich-Konstruktion und Bild-Modell: Auseinandersetzung mit der synekdochischen Funktion des Profilbildes und der Konstruktion von Identität im digitalen Raum.
10. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Erkenntnisse über die performative und visuelle Bedeutung von DIY-Selbstporträts als Stellvertreter der Identität.
Selbstporträt, Profilbild, Soziale Netzwerke, DIY-Pose, Armlängenabstand, Selbstrepräsentation, digitale Identität, Identitätskonstruktion, Bildanalyse, Fotografiegeschichte, Blickregime, Spiegelung, Inszenierung, Narziss, Virtueller Raum.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Selbstporträts, die Nutzer als Profilbilder in sozialen Netzwerken verwenden. Dabei liegt der Fokus auf der visuellen Inszenierung der eigenen Identität.
Zu den zentralen Themen gehören die Historie der Porträtfotografie, die Einordnung von Posen in sozialen Netzwerken, die Bedeutung von Bildräumen und die Interaktion zwischen dem Dargestellten und dem Betrachter.
Das Ziel ist es, eine Kategorisierung der Selbstporträt-Posen zu erarbeiten und die "DIY-Pose" als ein autonomes, mediales Handeln innerhalb der Netzwerk-Architekturen zu definieren und kunsthistorisch sowie soziologisch einzuordnen.
Die Autorin nutzt Methoden der Bildanalyse in Kombination mit kunsthistorischen Vergleichen, Medientheorie sowie soziologischen und psychoanalytischen Ansätzen (u.a. Lacan, Goffmann).
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Posen (Spiegel, Armlängenabstand, Ortsbezug) sowie die Untersuchung der Blickführung und Maskierung, um die Konstruktion von Identität und die Wirkung auf den Rezipienten zu entschlüsseln.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "DIY-Pose", "Armlängenabstand", "Selbstrepräsentation", "Blickregime" und "Netzwerk-Architektur" charakterisiert.
Das Spiegelbild im Profilbild fungiert als "Trugbild" oder Traumbild, das dem Nutzer ermöglicht, eine idealisierte Identität zu erschaffen, wobei die ständige technische Rückkopplung eine permanente Kontrolle über das eigene Erscheinungsbild ausübt.
Weil der Nutzer im Prozess der Selbstaufnahme – von der Entscheidung über die Auslösung bis hin zur Auswahl und dem Hochladen – alle Handlungsschritte selbst übernimmt und sich somit von traditionellen Bildproduktions-Hierarchien löst.
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