Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 2,7
1 Hinführung zum Thema dieser Bachelorarbeit
1.1 Relevanz und Problematik des Brain Drain
1.2 Zielstellung und Aufbau dieser Arbeit
2 Literaturüberblick
2.1 Ursachen des Brain Drain - Push und Pull Faktoren
2.2 Negative Auswirkungen der Migration von Hochqualifizierten
2.2.1 Verlust von Investitionen in Bildung
2.2.2 Humankapitalverlust
2.2.3 Schwächung der Innovationskraft und Abnahme des Pro-Kopf-Einkommens
2.2.4 Personalknappheit und Arbeitslosenquote
2.3.5 Fazit
2.3 Positive Auswirkungen der Migration von Hochqualifizierten
2.3.1 Rückkehr
2.3.2 Bedeutung der Diaspora
2.3.2.1 Wissenstransfer
2.3.2.2 Rücküberweisungen
2.3.3 Bildungsanreize
2.3.4 Fazit
2.4 Strategien zum Umgang mit Brain Drain
3 Empirie und Theorie
3.1 Zugrundeliegende Daten und Erläuterungen
3.2 Entwicklung der Migration hoch- und mittelqualifizierter Männer in OECD Ländern von 1990-2010
3.3 Auswirkungen der Migrationstrends von 1990-2010 für Entwicklungsländer nach Region
3.4 Migrationsentwicklung in Deutschland
4. Fazit und Ausblick für zukünftige Forschung
Das Ziel der Arbeit ist es, die entwicklungsökonomischen Folgen der Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte zu analysieren und zu untersuchen, ob für Entwicklungsländer durch diesen Prozess wichtiges Wachstumspotential verloren geht. Dabei wird ein Bogen von der theoretischen Auseinandersetzung mit der Migration hin zur empirischen Überprüfung der Migrationsströme zwischen 1980 und 2010 gespannt.
1.1 Relevanz und Problematik des Brain Drain
Der Begriff des Brain Drain - wörtlich: "der Abfluss von Gehirn" - kann als ein Teilaspekt des Phänomens Migration angesehen werden und wird bereits seit einigen Jahrzehnten genutzt. 'Brain' beschreibt Fähigkeiten, Kompetenzen oder kognitives Vermögen. 'Drain' hingegen impliziert eine höhere Abwanderungsrate als 'normal', beziehungsweise gewünscht (vgl. Giannoccolo, 2006, p. 2). Der Ausdruck manifestierte sich in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg, als britische Wissenschaftler verstärkt in die USA auswanderten. Seit den 1970er Jahren wird er oftmals in Bezug auf Entwicklungs- und Schwellenländer verwendet (vgl. Dumont/Lemaître, 2004, p. 3).
Heutzutage beschäftigen sich immer mehr Studien mit entwicklungsökonomischen Aspekten der Migration und kommen teils zu sehr widersprüchlichen Ergebnissen (vgl. Langthaler, 2008, p. 5). Einigkeit besteht darin, dass der Begriff des Brain Drain eine Abwanderung von Humankapital beschreibt. Zudem ist die Interpretation eher negativ konnotiert. Generell treten jedoch große Unterschiede hinsichtlich der Auslegung und Verwendung des Ausdrucks auf. Infolgedessen drängen sich auch viele Fragen in den Vordergrund. Allen voran die Problematik und Frage danach, welches Ausmaß die Abwanderung erreichen muss, um von Brain Drain sprechen zu können. Eine zweckdienliche Annahme für eine engere Definition des Begriffs Brain Drain wäre, negative Auswirkungen zur Voraussetzung zu machen. Folglich müssten für das Herkunftsland zunächst gravierende Nachteile entstanden sein und weiter entstehen, die nicht durch langfristig positive Wirkungen kompensiert werden könnten und in der Folge Ursache für wesentliche Armutsfolgen sind (vgl. Brinkerhoff/Wescott, 2006, p. 6). Hierauf Bezug nehmend müsste man des Weiteren klarer definieren, wann eine Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt als knapp anzunehmen ist und ob Brain Drain lediglich in Entwicklungsländern auftritt.
1 Hinführung zum Thema dieser Bachelorarbeit: Einführung in die Problematik des Brain Drain und Definition des Begriffs sowie Zielstellung der Arbeit.
2 Literaturüberblick: Darstellung der theoretischen Diskussion zu Ursachen sowie negativen und positiven Effekten der Migration von Fachkräften.
3 Empirie und Theorie: Empirische Analyse der Migrationsströme zwischen 1980 und 2010 mit Fokus auf Kanada und Deutschland.
4. Fazit und Ausblick für zukünftige Forschung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Identifikation von Forschungsbedarf.
Brain Drain, Migration, Humankapital, Hochqualifizierte, Entwicklungsländer, OECD, Rücküberweisungen, Diaspora, Wissenstransfer, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Arbeitsmarkt, Bildungsinvestitionen, Innovationskraft, Kanada.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Brain Drain", also die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte aus Entwicklungsländern, und beleuchtet dessen Auswirkungen auf die betroffenen Herkunftsregionen.
Die Arbeit behandelt die Ursachen der Migration, unterscheidet zwischen negativen Folgen wie Humankapitalverlust und potenziellen Chancen wie Rückkehr oder Wissenstransfer und diskutiert politische Strategien.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob durch die Abwanderung hochqualifizierter Kräfte in Entwicklungsländern wichtiges Wachstumspotential unwiederbringlich verloren geht.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu theoretischen Ansätzen sowie einer empirischen Datenanalyse der Migrationsströme zwischen 1980 und 2010 unter Verwendung von OECD-Statistiken.
Der Hauptteil gliedert sich in einen Literaturteil, der die theoretische Debatte nachzeichnet, und einen empirischen Teil, der die Migration in OECD-Ländern anhand der Beispiele Kanada und Deutschland detailliert untersucht.
Wesentliche Begriffe sind Brain Drain, Humankapital, Migration, Hochqualifizierte, Entwicklungsländer, Diaspora-Netzwerke und Rücküberweisungen.
Rücküberweisungen werden als potenziell kompensierender Faktor zum Brain Drain diskutiert, wobei kritisch hinterfragt wird, inwieweit diese tatsächlich zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.
Das Punktesystem in Kanada wird als Instrument zur aktiven Steuerung von qualifizierter Einwanderung analysiert, dessen Vorbildcharakter jedoch im Hinblick auf den Brain Drain in den Herkunftsländern kritisch betrachtet wird.
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