Bachelorarbeit, 2015
31 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Motivation und Herangehensweise der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen generationsübergreifender Transfers
2.1 Definition und Differenzierung von Schenkungen und Erbschaften
2.2 Altruismus und Austausch als Motivation von Vererbung und Schenkung
3. Das Altruismus Modell nach Gary S. Beckers (1976)
3.1 Das Modell
3.2 Diskussion der Modellannahmen
4. Generationsübergreifende Transfers in der Subsistenzwirtschaft
5. Vergleich der Modellannahmen von Becker und Goetghebuer
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Motivation hinter generationsübergreifenden Transfers innerhalb von Familien, indem sie das theoretische Altruismus-Modell von Gary S. Becker (1976) einem Abgleich mit dem subsistenzwirtschaftlichen Ansatz von Tatiana Goetghebuer (2011) unterzieht. Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Beckers auf einer Marktwirtschaft basierende Theorie allgemeingültig ist oder in einem institutionell anders geprägten Umfeld an ihre Grenzen stößt.
3.2 Diskussion der Modellannahmen
Dieses Kapitel soll einige Punkte von Beckers Altruismus- bzw. Egoismus Theorie kritisch hinterfragen. Die Theorien von Becker, insbesondere das „rotten kid theorem“ gelten nur unter einigen beschränkenden Annahmen. Im Folgenden werden diese Annahmen vorgestellt und überprüft.
Becker geht davon aus, dass der Transfer des Vaters an seine Kinder durch reinen Altruismus motiviert ist. Für diesen Transfer könnte es, wie bereits in Kapitel 1 beschrieben, eine Vielzahl von Ursachen geben. Zum Beispiel könnte es sein, dass der Vater wegen der Freude am Schenken seine Kinder unterstützt. Das hätte zur Folge, dass der Vater aus jedem Transfer an seine Kinder einen positiven Nutzen zieht, ungeachtet davon wie sich die Kinder ihm gegenüber verhalten. Eine Maximierung des sozialen Einkommens stünde hier nicht im Vordergrund, vielmehr der oft beschriebene „warm glow“. Er beschreibt das warme Gefühl bzw. eine Art Befriedigung, welche sich durch das Schenken einstellt.37
Das Problem des „rotten kid theorem“ ist das es in einem Modell spielt, welches stark von der Realität abweicht. Becker geht davon aus, dass die Eltern vollständig über das Einkommen, die Leistungen und den Konsum des Kindes informiert sind. In der Realität ist das nur selten der Fall. Viel häufiger überwiegen asymmetrische Informationen. Asymmetrische Informationen liegen vor, wenn zwei Vertragsparteien unterschiedliche Informationen über eine Transaktion haben.38
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation der Arbeit, die sich mit dem Abgleich der Transfertheorien von Becker und Goetghebuer im Kontext familiärer Vererbung und Schenkung befasst.
2. Theoretische Grundlagen generationsübergreifender Transfers: Hier werden Schenkungen von Erbschaften abgegrenzt und die zentralen ökonomischen Motive, insbesondere Altruismus und Austausch, theoretisch definiert.
3. Das Altruismus Modell nach Gary S. Beckers (1976): Dieses Kapitel stellt Beckers Modell vor, das durch das "rotten kid theorem" erklärt, wie Egoisten innerhalb einer altruistischen Familienstruktur zur Maximierung des Gesamteinkommens motiviert werden.
4. Generationsübergreifende Transfers in der Subsistenzwirtschaft: Anhand des Modells von Goetghebuer wird das Vererbungsverhalten in peruanischen Agrargemeinschaften analysiert, bei denen der Erhalt von Landbesitz und familiäre Normen im Vordergrund stehen.
5. Vergleich der Modellannahmen von Becker und Goetghebuer: Hier werden die theoretischen Ansätze direkt gegenübergestellt, um die Unterschiede zwischen marktwirtschaftlichen Monetärtransfers und subsistenzwirtschaftlichen Landtransfers aufzuzeigen.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Beckers Theorie in der Subsistenzwirtschaft aufgrund struktureller Unterschiede und mangelnder monetärer Voraussetzungen nur bedingt Anwendung findet.
Generationsübergreifende Transfers, Altruismus, Egoismus, Schenkung, Erbschaft, Subsistenzwirtschaft, Rotten Kid Theorem, Familienökonomie, Austauschtheorie, Landtransfer, Equal Treatment Norm, Nutzenmaximierung, Inter vivos, Sozial-ökonomische Analyse, Spieltheorie
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Beweggründe, warum Eltern ihr Vermögen zu Lebzeiten verschenken oder nach dem Tod vererben, und stellt dabei unterschiedliche ökonomische Modelle einander gegenüber.
Die zentralen Felder sind die Familienökonomie, die Unterscheidung zwischen Altruismus und Austauschmotiven sowie die Untersuchung von Transferverhalten in verschiedenen Wirtschaftssystemen.
Das Ziel ist der Abgleich der Theorien von Becker und Goetghebuer, um zu untersuchen, ob Beckers marktwirtschaftlich orientierte Modelle auch in einer agrarwirtschaftlich geprägten Subsistenzwirtschaft Bestand haben.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Herleitung sowie eine vergleichende Analyse spieltheoretischer Ansätze, um die Modellannahmen der beiden Autoren zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der altruistischen Theorie von Becker, die Diskussion von deren Schwachstellen bei asymmetrischen Informationen und die Darstellung von Goetghebuers Modell zur Landvererbung in Peru.
Schlüsselbegriffe wie "Generationsübergreifende Transfers", "Altruismus", "Rotten Kid Theorem" und "Subsistenzwirtschaft" beschreiben den Kern der Untersuchung.
Es funktioniert oft nicht, wenn asymmetrische Informationen vorliegen, Kinder an Aktivitäten statt nur am Konsum interessiert sind oder die Eltern finanziell nicht in der Lage sind, Anreize zu kompensieren.
Während Becker von unendlich wiederholten Spielen und monetären Transfers in einer Marktwirtschaft ausgeht, modelliert Goetghebuer ein "One-Shot-Game" mit Land als primärem Gut in einer Subsistenzgesellschaft.
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