Examensarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zum Begriff Politik
2.1 Ein Definitionsproblem: Der Begriff Politik
2.2 Drei Dimensionen des Politikbegriffs in der Didaktik
2.3 Der Politikzyklus als Analysemodell
3 Zum Begriff Demokratie
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Demokratietheorien
3.2.1 Klassische Demokratietheorien
3.2.2 Empirische Demokratietheorien
3.2.3 Partizipatorische Demokratietheorien
3.2.4 Zu den Demokratietheorien: Stärken und Schwächen
3.3 Ein Begriff von Demokratie für den Sachunterricht
3.4 Die wesensbestimmenden Elemente von Demokratie
3.4.1 Zum Begriff der Mündigkeit
3.4.2 Zum Begriff der Partizipation
4 Begründung und Bedeutung des Themas Demokratie Lernen im Sachunterricht
4.1 Gesellschaft und Demokratie
4.2 Nationalsozialistische Vergangenheit und Demokratie Lernen
4.3 Demokratie in der Lebenswelt von Kindern
4.4 Demokratie Lernen als Aufgabe des Faches Sachunterricht?
4.5 Demokratie Lernen in den Richtlinien und Lehrplänen des Faches Sachunterricht
4.6 Demokratie Lernen im Perspektivrahmen der GDSU
5 Demokratie Lernen im Sachunterricht – eine Bestandsaufnahme
5.1 Fachliteratur Sachunterricht und Demokratie Lernen
5.2 Didaktische Konzepte und Demokratie Lernen
6 Demokratie Lernen: Ansätze und Konzeptionen
6.1 John Dewey
6.2 "Erziehung ohne Zwang": Célestin Freinet
6.3 Das Konzept der Alliierten nach 1945: Re-education
6.4 "Erziehung zur Mündigkeit nach Auschwitz": Theodor W. Adorno
6.5 "Die Schule als Polis": Hartmut von Hentig
7 Ansätze und Konzepte: Demokratie Lernen im Sachunterricht
7.1 Vorüberlegungen
7.2 Demokratie Lernen im handlungsorientiertem Sachunterricht
7.2.1 Umgang mit Schwachstellen der Demokratie: Fremdenfeindlichkeit
7.3 Ein Konzept von Demokratie Lernen im Sachunterricht
7.3.1 Das Aquarium
7.3.2 Der Klassenrat
7.3.3 Die Zukunftswerkstatt
7.3.4 Der Comic
7.3.5 Zum Comic Möhrenverschwörung in Hanisauland
7.3.6 Hanisauland im Sachunterricht
8 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Inhalte für das Demokratie-Lernen im Sachunterricht der Primarstufe von Bedeutung sind und wie diese für Kinder erfahrbar gemacht werden können, um sie zu demokratischem Handeln zu befähigen.
6.1 John Dewey
Dewey war maßgeblich an der amerikanischen Schulreform "Progressive Education" beteiligt. Mit Schule verbindet Dewey nicht nur eine pädagogische Einrichtung, in der gelernt und gelehrt wird, sondern er fasst sie auch als gesellschaftliche Institution auf. Er sieht Schule als "miniature community" sowie als "embryonic society". (Dewey zit. nach: Hänsel 1997, S. 61) Schule ist für ihn eine Miniatur-Gesellschaft, in der gesellschaftliches Lernen stattfindet, dass sich auf die große Gesellschaft überträgt. Schule muss einen unmittelbaren Lebensbezug haben und Priorität auf soziale Erfahrungen legen.
Für Dewey ist jeder Mensch ein aktives Wesen und all seine Erfahrungen müssen in Handlungsvollzüge eingebettet sein. Inwieweit Handlungen des Menschen der Gesellschaft nützlich sind und inwiefern das Individuum dadurch zu einem nützlichen Bestandteil einer Gesellschaft wird, damit beschäftigt sich die philosophische Richtung des Pragmatismus. Der zentrale Begriff im Pragmatismus von John Dewey bezieht sich auf Erfahrung. Hier unterscheidet er zwischen aktiver und passiver Erfahrung. Mit der passiven Seite von Erfahrung umschreibt Dewey das, was Menschen hinnehmen und erleiden. Die aktive Seite bezeichnet hingegen das Ausprobieren und nicht hinnehmen wollen. "Durch Erfahrung lernen heißt, das, was wir den Dingen tun, und das, was wir von ihnen erleiden, nach rückwärts oder vorwärts miteinander in Verbindung zu bringen." (ebd. S. 63)
1 Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, Inhalte für das Demokratie-Lernen im Sachunterricht zu erörtern und die mangelnde didaktische Umsetzung in der Schulpraxis zu thematisieren.
2 Zum Begriff Politik: Dieses Kapitel setzt sich mit dem Politikbegriff auseinander, erörtert Definitionsprobleme und stellt das Modell der drei Dimensionen (polity, politics, policy) sowie den Politikzyklus als Analysewerkzeuge vor.
3 Zum Begriff Demokratie: Hier werden verschiedene Demokratietheorien analysiert, um schließlich Mündigkeit und Partizipation als zentrale, wesensbestimmende Elemente für den Sachunterricht zu identifizieren.
4 Begründung und Bedeutung des Themas Demokratie Lernen im Sachunterricht: Das Kapitel liefert gesellschaftliche und historische Begründungen und zeigt auf, wie Kinder bereits in ihrer Lebenswelt durch verschiedene Sozialisationsinstanzen mit Demokratie in Berührung kommen.
5 Demokratie Lernen im Sachunterricht – eine Bestandsaufnahme: Eine Analyse der Fachliteratur und didaktischer Konzepte verdeutlicht das Defizit an Materialien und Konzepten, die eine echte politische Bildung in der Grundschule ermöglichen würden.
6 Demokratie Lernen: Ansätze und Konzeptionen: Vorstellung politisch-pädagogischer Konzepte von Dewey, Freinet, Re-education, Adorno und von Hentig als Impulse für eine demokratische Schulpraxis.
7 Ansätze und Konzepte: Demokratie Lernen im Sachunterricht: Dieses Kapitel integriert die theoretischen Ansätze in konkrete Unterrichtsformen wie Klassenrat, Zukunftswerkstatt und die Arbeit mit Comics.
8 Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass trotz theoretischer Grundlagen eine stärkere gesellschaftstheoretische Fundierung und praxisnahe Konzepte notwendig sind, um Demokratie im Sachunterricht wirklich zu etablieren.
Demokratie Lernen, Sachunterricht, Politische Bildung, Mündigkeit, Partizipation, Politische Sozialisation, Handlungsorientierung, Grundschule, Demokratieverständnis, Demokratieerziehung, Didaktische Konzepte, Gesellschaftliche Bildung, Schülerpartizipation, Klassenrat, Zukunftswerkstatt.
Die Arbeit untersucht, wie das Thema "Demokratie Lernen" sinnvoll und altersgerecht in den Sachunterricht der Primarstufe integriert werden kann, um Kindern demokratische Teilhabe und gesellschaftliches Verständnis zu vermitteln.
Die zentralen Felder sind die begriffliche Klärung von Politik und Demokratie, die Analyse von Demokratietheorien für die Pädagogik, die Erforschung der politischen Sozialisation von Kindern sowie die Vorstellung konkreter Unterrichtsmethoden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Demokratie-Lernen keine bloße Wissensvermittlung, sondern ein erlebbarer Prozess ist, und praktikable Ansätze für die Grundschule zu liefern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer, politikdidaktischer und philosophischer Konzepte sowie der kritischen Reflexion von Lehrplänen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, Demokratietheorien), eine Begründung der Notwendigkeit in der Grundschule und die Vorstellung didaktischer Ansätze wie den Klassenrat oder die Arbeit mit Comics.
Die wichtigsten Begriffe sind Demokratie Lernen, Sachunterricht, Mündigkeit, Partizipation, politische Sozialisation und Handlungsorientierung.
Die Arbeit würdigt den Ansatz, kritisiert jedoch, dass der Perspektivrahmen teilweise bei einer "Personalisierung von Systemen" verharrt und das komplexe Spannungsfeld zwischen System und Lebenswelt zugunsten einer naiven Kindorientierung ausblendet.
Sie dient als historische Begründung für die Dringlichkeit politischer Bildung, wobei die Arbeit argumentiert, dass historische Beispiele als "Experimentierfelder des Denkens" für Kinder besser geeignet sein können als hochkomplexe aktuelle Themen.
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