Diplomarbeit, 2005
106 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Das Allgemeine Übereinkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS)
2.1 Allgemeiner Überblick über das GATS
2.2 Aufbau und Struktur des GATS
2.3 Vom GATT-Abkommen bis hin zum GATS
2.4 Bedeutung des Dienstleistungshandels
3 Entwicklungsländer
3.1 Entwicklungsländer – Definition und Begriffsproblematik
3.1.1 Definition der Bezeichnung Entwicklungsländer
3.1.2 Begriffsproblematik der Bezeichnung Entwicklungsländer
3.2 Unterschiedliche Einteilungen
3.2.1 Einteilung gemäß der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
3.2.2 Einteilung gemäß der Vereinten Nationen
3.2.3 Einteilung gemäß der Weltbank
3.3 Probleme von Entwicklungsländern
3.3.1 Probleme im soziokulturellen Bereich
3.3.2 Ökologische Probleme
3.3.3 Demographische Probleme
3.3.4 Politische Probleme
3.3.5 Ökonomische Probleme
4 Wasser
4.1 Grundlagen und Informationen zu Wasser
4.1.1 Allgemeine Daten zu Wasser
4.1.2 Zugang zu Wasser
4.1.3 Wasserverbrauch
4.2 Internationale Wasserkonzerne
4.3 Millenniumsentwicklungsziele
4.4 Das Recht auf Wasser als Menschenrecht
4.5 Probleme aufgrund von Wasserarmut
4.6 Flaschenwasser
5 Fallbeispiele für die Privatisierung der Wasserversorgung in Entwicklungsländern
5.1 Privatisierung der Wasserversorgung in Buenos Aires, Jakarta und Cochabamba
5.1.1 Privatisierung der Wasserversorgung in Buenos Aires
5.1.2 Privatisierung der Wasserversorgung in Jakarta
5.1.3 Privatisierung der Wasserversorgung in Cochabamba
5.2 Privatisierung der Wasserversorgung in Manila
6 Auswirkungen des GATS-Abkommen auf die Wasserversorgung in Entwicklungsländern
6.1 Was spricht für die Privatisierung der Wasserversorgung?
6.1.1 Auswahl von verschiedenen Privatisierungsmodellen
6.1.2 Mangelhaft arbeitende öffentliche Wasserversorger
6.1.3 Erfüllung von Grundvoraussetzungen
6.1.4 Einsatz von finanziellen Mitteln
6.2 Was spricht gegen die Privatisierung der Wasserversorgung?
6.2.1 Wegfall von Arbeitsplätzen
6.2.2 Beeinträchtigung der Wasserqualität
6.2.3 Anstieg der Wasserpreise
6.2.4 Kein Zugang zu Wasser für arme Bevölkerungsschichten
6.2.5 Wasserverluste und Wasserverbrauch
6.2.6 Probleme bei Vertragsverhandlungen und Schwierigkeiten mit Regulierungsbehörden
6.2.7 Privatisierungsdruck der Kreditgeber
6.2.8 Einsatz von privaten Geldern – Zusagen und Umfang?
6.2.9 Unterschiedliche Zielsetzung von Privaten und Öffentlichen
7 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht, ob die Privatisierung der städtischen Wasserversorgung in Entwicklungsländern zu positiven oder negativen Auswirkungen führt. Dabei wird analysiert, wie das GATS-Abkommen den Handel mit Dienstleistungen beeinflusst, welche Probleme in Entwicklungsländern existieren und ob durch privates Kapital und Management eine Verbesserung der Wasserversorgung erzielt werden kann.
6.2.3 Anstieg der Wasserpreise
Der Zugang zu sauberem Wasser wird nicht nur davon bestimmt, ob in jedem Stadtteil eine ausgebaute Infrastruktur der Wasserversorgung vorhanden ist, sondern auch von der Höhe des Wasserpreises und der Frage, inwieweit diese Kosten von jedem Konsumenten aufgebracht werden können. Daher spricht die Weltbank die Empfehlung aus, die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen mit nicht mehr als fünf Prozent ihrer finanziell zur Verfügung stehenden Mittel zu belasten. Dennoch kommt es „in nicht industrialisierten Ländern ... durch die Privatisierung zu noch viel höheren Preissteigerungen. So müssen beispielsweise in Indien manche Haushalte nicht weniger als ein Viertel ihres Einkommens für Wasser aufbringen.“
Deshalb sind Kosten für das Trinkwasser und die damit einhergehenden Befürchtungen hinsichtlich steigender Wasserpreise ein gewichtiger Einwand, wenn es um die Privatisierung der Wasserversorgung in Entwicklungsländern geht. Mitunter besteht die Problematik, dass die privaten Wasserversorger zur Aushandlung eines Vertrages relativ gemäßigte Wasserpreise festlegen, diese nach Vertragsabschluss jedoch nicht halten können und nachträglich höhere Preise für das Trinkwasser einfordern.
Es gibt schon einige Erfahrungswerte über die Preispolitik der privaten Betreiber. Dabei ist durchwegs und fast ohne Ausnahmen festzustellen, dass es zu Anstiegen der Wasserpreise gekommen ist, die zudem in einem nicht unerheblichen Maße ausgefallen sind. In Conakry in Guinea stieg durch die privaten Betreiber SAUR und Vivendi der Wasserpreis innerhalb von fünf Jahren um etwa 500 Prozent an, in der Provinz Tucuman in Argentinien betrug der Anstieg 68 Prozent und in Chile gab es durch die Privatisierung einen durchschnittlichen Anstieg von 40 Prozent. Genauso wurden die Kosten für das Trinkwasser in Cartagena, Manila, Jakarta, Buenos Aires und Cochabamba deutlich teurer.
1 Einleitung: Beleuchtet die mangelnde Aufmerksamkeit in den Medien für das Thema Wasserprivatisierung und stellt die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund künftiger Konflikte um Wasserressourcen dar.
2 Das Allgemeine Übereinkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS): Erläutert die Grundlagen, Strukturen und Ziele des GATS sowie die zunehmende Bedeutung des Dienstleistungshandels im globalen Kontext.
3 Entwicklungsländer: Definiert die Problematik des Begriffs „Entwicklungsländer“, stellt Klassifizierungsmethoden vor und analysiert soziokulturelle, ökologische, demographische, politische und ökonomische Herausforderungen.
4 Wasser: Behandelt allgemeine Grundlagen zum Thema Wasser, die Rolle internationaler Konzerne, Menschenrechte, Millenniumsentwicklungsziele, Wasserarmut und die Auswirkungen des Handels mit Flaschenwasser.
5 Fallbeispiele für die Privatisierung der Wasserversorgung in Entwicklungsländern: Dokumentiert detailliert die Privatisierungserfahrungen in Buenos Aires, Jakarta, Cochabamba und Manila und die daraus resultierenden Krisen oder Folgen.
6 Auswirkungen des GATS-Abkommen auf die Wasserversorgung in Entwicklungsländern: Analysiert die Argumente für und gegen eine Privatisierung, inklusive Modellen, Qualitätsfragen, Preisgestaltung und der Rolle von Regulierungsbehörden sowie Kreditgebern.
7 Zusammenfassung und Fazit: Zieht ein kritisches Fazit und bewertet die Privatisierung der Wasserversorgung als ein Instrument, das den Zugang für die arme Bevölkerung oft eher erschwert statt verbessert und fordert alternative Lösungsansätze.
GATS, Wasserversorgung, Entwicklungsländer, Privatisierung, Wasser, Dienstleistungshandel, Wasserqualität, Wasserpreise, Weltbank, Armut, Infrastruktur, Millenniumsentwicklungsziele, Menschenrecht auf Wasser, Wasserkonzerne, Nachhaltigkeit
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Thematik der Wasserversorgung in Entwicklungsländern und untersucht die Auswirkungen der Privatisierung städtischer Wasserversorgungsbetriebe in Ländern der Dritten Welt.
Zentrale Themen sind das GATS-Abkommen, die Definition und Problemlagen von Entwicklungsländern, die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage, internationale Wasserkonzerne und die Auswirkungen von Privatisierung auf Bevölkerungsschichten.
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Privatisierung der städtischen Wasserversorgung in Entwicklungsländern zu positiven oder negativen Auswirkungen führt und inwieweit das GATS-Abkommen diesen Prozess beeinflusst.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen und Statistiken, um die Theorie und die praktische Umsetzung der Privatisierung im Wassersektor zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das GATS und die Charakterisierung von Entwicklungsländern sowie eine ausführliche Untersuchung der Wasserproblematik, der Akteure und der Folgen privater Konzessionsverträge.
Wichtige Begriffe sind GATS, Wasserversorgung, Entwicklungsländer, Privatisierung, Wasser, Dienstleistungshandel, Weltbank, Armut und Menschenrecht auf Wasser.
Die Weltbank fungiert häufig als treibende Kraft, die Kredite und Schuldenerleichterungen an die Bedingung knüpft, dass staatliche Wasserversorgungsbetriebe in Entwicklungsländern privatisiert werden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Nachteile der Privatisierung – wie steigende Preise und der Ausschluss armer Bevölkerungsschichten – oft überwiegen und die Privatisierung somit kritisch zu bewerten ist.
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