Bachelorarbeit, 2007
92 Seiten, Note: 1,6
Einleitung
I Die „russische Idee“
1.1. Definitionsproblematik
1.2. Vladimir Sergeevič Solov´ev
1.2.1. Leben und Schaffen
1.2.2. „Sittlichkeit und Politik – Die historischen Verpflichtungen Russlands“
1.2.3. „Über die Nationalität und die nationalen Angelegenheiten Russlands“
1.2.4. „Die Liebe zum Volk und das russische Ideal der Nation“
1.2.5. „Die slavische Frage“
1.2.6. „Was wird von einer russischen Partei gefordert?“
1.2.7. „Die russische Idee“
1.3. Nikolaj Aleksandrovič Berdjaev
1.3.1. Leben und Schaffen
1.3.2. Die „russische Idee“ bei Berdjaev
1.3.3. Grundlagen der Philosophie Berdjaevs
1.3.4. Die „russische Idee“ im 19. Jahrhundert
1.3.5. Humanismus und die „russische Idee“
1.3.6. Religionsphilosophie und Solov´ev
1.3.7. Kommunismus und die „russische Idee“
II Renaissance der „russischen Idee“ in der Umbruchsphase
2.1. Politische Ausgangslage
2.2. Die Identitätskrise
2.2.1. Ursache der Krise
2.2.2. Versuche, das ideologische Vakuum auszufüllen
2.3. Die neue Diskussion um die „russische Idee“
2.3.1. Grundlagen
2.3.2. Diskussion in der Zeitschrift „Iskusstvo kino“
2.3.3. Diskussion an „Runden Tischen“
2.3.4. El´cin und der Aufruf in der „Rossijskaja gazeta“
2.4. Exkurs 1: Die neue Staatssymbolik unter El´cin
2.4.1. Gründe für eine neue Staatssymbolik
2.4.2. Das Staatswappen
2.4.3. Die Staatsflagge
2.4.4. Die Hymne
III Präsident Putin und die „russische Idee“
3.1. Vladimir V. Putin
3.2. Exkurs 2: Veränderung der Staatssymbolik
3.2.1. Allgemeines
3.2.2. Änderungen der Staatssymbolik
3.2.3. Die Einführung der neuen Staatssymbolik
3.3. Außenpolitik
3.3.1. Allgemeines
3.3.2. Russland in der Welt
3.3.3. Russland und Europa
3.4. Aufbau einer Zivilgesellschaft
3.4.1. Anforderungen an die Zivilgesellschaft
3.4.2. Rückwärtsgewandtheit
3.5. Wie der Zusammenbruch des Sowjetsystems empfunden wurde
3.6. Die multiethnische russische Gesellschaft
3.7. Fazit
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die politische Rhetorik und das Regierungshandeln von Wladimir Putin im Hinblick auf deren Übereinstimmung mit dem philosophischen Konzept der sogenannten „russischen Idee“. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Politik des Präsidenten religiöse, messianische oder kulturelle Vorstellungen über die besondere historische Mission Russlands in der Welt aufgreift und für die Identitätsbildung in der postsowjetischen Ära instrumentalisiert.
1.1. Definitionsproblematik
Eine konkrete Definition der „russischen Idee“ zu geben, gestaltet sich als sehr schwierig – zu vielfältig sind die Ausprägungen und zu lang ist die Geschichte dieser geschichtsphilosophischen Idee. Ein Teil ihrer zentralen Konstrukte haben eine Vorgeschichte, die sich teilweise bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Die erstmalige Zusammenfassung bestimmter Gedanken unter dem Begriff „russische Idee“ lässt sich nicht genau bestimmen. Fakt ist jedoch, dass sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts immer mehr Schriftsteller und Philosophen mit diesem Begriff auseinandersetzten. Dies zeigt vor allem die Vielzahl der Publikationen, die in dieser Zeit erschienen. 1848 spricht Fedor Tjučev von einem „russischen Gedanken“, außerdem schreibt Fedor Dostoevskij 1861 sowie 1876/77 in seinem „Dnevnik pisatelja za 1877 god“ über die „russische Idee“ und Vladimir Solov´ev hält 1888 in Paris den bereits erwähnten Vortrag „L´idee russe“.
In seinem Werk hat sich besonders der Philosoph Nikolaj Berdjaev mit der „russischen Idee“ auseinandergesetzt. Er veröffentlicht nach dem ersten Weltkrieg seinen Aufsatz „Russkaja religioznaja ideja“, sowie 1946 sein Buch „Russkaja ideja. Osnovnye problemy russkoj mysli XIX veka i načala XX veka“.
In seinen Werken äußert sich Berdjaev auch zur Problematik einer präzisen Definition der „russischen Idee“. Wilhelm Goerdt zitiert Berdjaev in seinem Buch „Russische Philosophie“ folgendermaßen: „Die Verschiedenheit dessen, was unter „russ. Idee“ jeweils gefaßt wird, kommt sehr eindrücklich zutage, wenn Berdjajew von all den „russischen Denkern“ und „großen russ. Schriftstellern“ spricht, und allen, „die an der russischen Idee teilhaben“ […]“.
I Die „russische Idee“: Dieses Kapitel erörtert die komplexen philosophischen Ursprünge der „russischen Idee“ und analysiert insbesondere das Werk und die Ansichten der einflussreichen Denker Wladimir Solowjow und Nikolai Berdjajew.
II Renaissance der „russischen Idee“ in der Umbruchsphase: Hier wird der Prozess der Identitätsfindung im Russland der 1990er Jahre untersucht, wobei die ideologische Leere nach dem Sowjetzusammenbruch und die Suche nach neuen Symbolen im Zentrum stehen.
III Präsident Putin und die „russische Idee“: Dieses abschließende Kapitel analysiert Wladimir Putins politische Praxis und Rhetorik, um festzustellen, ob und wie er klassische Konzepte der „russischen Idee“ in seine Politik integriert.
Russische Idee, Wladimir Solowjow, Nikolai Berdjajew, Identitätskrise, Staatssymbolik, Wladimir Putin, Russischer Sonderweg, Orthodoxie, Außenpolitik, Zivilgesellschaft, Messianismus, Transformation, Geschichte, Patriotismus, Mittlerrolle.
Die Arbeit befasst sich mit dem philosophischen Konzept der „russischen Idee“ und untersucht, wie dieses historische Konzept in der aktuellen Politik von Präsident Wladimir Putin reflektiert oder instrumentalisiert wird.
Zu den zentralen Themen gehören die russische Religionsphilosophie des 19. Jahrhunderts, die Identitätskrise nach dem Ende der Sowjetunion, die Rolle von Staatssymbolen und die außenpolitische Ausrichtung des modernen Russlands.
Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, ob und in welcher Form sich Wladimir Putins Politik auf die theoretischen Grundlagen der „russischen Idee“ bezieht und wie diese zur Stabilisierung der nationalen Identität im heutigen Russland eingesetzt wird.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere auf die philosophischen Primärquellen von Solowjow und Berdjajew sowie eine Auswertung von Putins Reden und der zeitgenössischen Debatte zur Staatssymbolik.
Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Denker der „russischen Idee“, betrachtet dann die gesellschaftliche Umbruchsphase der 90er Jahre und schließt mit einer detaillierten Untersuchung der Putin-Ära sowie deren Bezug zur historischen Tradition.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie „Russische Idee“, „Identitätskrise“, „Staatssymbolik“, „Russischer Sonderweg“ und „Wladimir Putin“ definieren.
Die Arbeit sieht in der Einführung der neuen Staatssymbolik einen Versuch Putins, die tief gespaltene Gesellschaft zu konsolidieren und eine Kontinuitätslinie zu ziehen, die sowohl die zaristische als auch die sowjetische Geschichte einbindet.
Die Arbeit stellt fest, dass die orthodoxe Kirche zwar historisch als wesentlicher Bestandteil der „russischen Idee“ gilt, Putin sie jedoch in seiner heutigen Politik sehr vorsichtig und selektiv instrumentalisiert, um die multiethnische Gesellschaft nicht zu entfremden.
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