Bachelorarbeit, 2018
75 Seiten, Note: 1,2 (rumänisch 9,8)
1 Einleitung
2 Wladimir Kaminer – eine Kurzbiographie
3 Zum Begriff der Ironie
3.1 Klassische Ironie
3.2 Aktuelle Forschung zur Ironie
4 Zum Begriff der Interkulturalität
4.1 Abgrenzung des Begriffs Interkulturalität
4.2 Der interkulturelle Rahmen für die Literatur
4.3 Interkulturelles Erzählen
5 Annahmen im Kontext von Ironie und Interkulturalität in der Literatur
6 Ironie in ausgewählten Texten von Wladimir Kaminer
6.1 Einordnung des Erzählbandes Russendisko (2000) in Kaminers literarisches Schaffen
6.2 Erzählkunst und Ironie in Kaminers Band Russendisko (2000)
6.3 Vielgestalt und Vielschichtigkeit von Ironie in Kaminers Erzählband Russendisko (2002)
6.3.1 Vaters Rat
6.3.2 Beziehungskiste Berlin
6.4 Einordnung des Erzählbandes Das Leben ist (k)eine Kunst (2015) in Kaminers literarisches Schaffen
6.4.1 Inhaltliche Besprechung des Erzählbandes Das Leben ist (k)eine Kunst
6.4.2 50 Cent und die Toilettenfrau – beispielhafte Ironie im Erzählband Das Leben ist (k)eine Kunst (2015)
7 Fazit
8. Wladimir Kaminer: Wichtige Veröffentlichungen
8.1 Bibliografie
8.2 Diskografie
8.3 Film
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Ausprägung von Ironie in den Erzählbänden "Russendisko" (2000) und "Das Leben ist (k)eine Kunst" (2015) des Autors Wladimir Kaminer vor dem Hintergrund seiner interkulturellen Identität und literarischen Praxis.
3.1 Klassische Ironie
Etymologischer Vorläufer des deutschen Begriffs „Ironie“ ist der altgriechische Ausdruck „eironeia“ (=altgriechisch εἰρωνεία eirōneía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“). In der Antike haben Dichter, Philosophen oder politische Redner diesen Begriff, der zudem für eine rhetorische Figur steht, recht unterschiedlich gebraucht. Generell muss darauf hingewiesen werden, dass schon zu Lebzeiten des Sokrates (469 v. Chr. - 399 v. Chr.) „eironeia“ nicht nur das Stilmittel als solches bezeichnet hat, sondern auch eine Technik der Gesprächsführung gewesen ist.
Der griechische Philosoph selbst war es, der die Entwicklung des Begriffs im klassischen Altertum am stärksten beeinflusst und der in seinen Dialogen damit „sarkastisches Lob und zum Schein vorgebrachter Tadel der eigenen Person“ verbunden hat.
Aristophanes (zwischen 450 v. Chr. und 444 v. Chr. - um 380 v. Chr.) verwendet den Begriff in seinem Theaterstück »Die Wolken«, um Sokrates als „Lügner“, „Heuchler“ und „durchtriebenen Fuchs“ zu charakterisieren. Die Bedeutung der „eironeia“, so wie sie Aristophanes gebraucht, meint also soviel wie „…hinterlistige Täuschung des Gegenübers zum eigenen Nutzen.“
Platon (428/427 v. Chr. - 348/347 v. Chr.) benutzt den Begriff im Sinne einer negativ konnotierten „Kleintuerei“, die sich auf ein Verharmlosen und Verschweigen bzw. auf eine Irreführung und Täuschung des Gegenübers bezieht. Bei Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.), einem Schüler Platons, hingegen erfährt „eironeia“ eine positive Neubewertung.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Fragestellung nach der Ironie in Kaminers Werk und stellt die untersuchten Erzählbände vor.
2 Wladimir Kaminer – eine Kurzbiographie: Dieses Kapitel liefert einen biografischen Abriss des Autors, von seinen Anfängen in Moskau bis zu seinem Aufstieg als Berliner Schriftsteller.
3 Zum Begriff der Ironie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der klassischen Ironie und aktuelle linguistische Forschungsansätze zur Ironie definiert.
4 Zum Begriff der Interkulturalität: Dieses Kapitel erörtert interkulturelle Konzepte in der Literatur, einschließlich Hybridität und interkulturellem Erzählen.
5 Annahmen im Kontext von Ironie und Interkulturalität in der Literatur: Hier werden theoretische Annahmen verknüpft, wie Ironie im interkulturellen Literaturkontext als kommunikative Strategie verstanden werden kann.
6 Ironie in ausgewählten Texten von Wladimir Kaminer: Dies ist der Hauptteil, der Kaminers Erzählstil analysiert und die Ironie anhand konkreter Kurzgeschichten in seinen Bänden untersucht.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, dass Kaminers Ironie essenziell mit seinem interkulturellen Hintergrund verwoben ist.
8. Wladimir Kaminer: Wichtige Veröffentlichungen: Ein umfassendes Verzeichnis der literarischen Werke, Audio-Produktionen und Filmprojekte des Autors.
9 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Ironie, Wladimir Kaminer, Russendisko, Interkulturalität, Migrationsliteratur, Alltagsbewältigungsprosa, Hybridität, Erzähltechnik, Sprechakttheorie, Sprachphilosophie, Berlin, Sozialkritik, literarische Analyse, Kommunikationsstrategie, Humor.
Die Arbeit untersucht, wie der Autor Wladimir Kaminer Ironie in seinen Kurzgeschichten einsetzt, um Themen wie Migration, das Leben in Deutschland und interkulturelle Missverständnisse darzustellen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Ironie aus linguistischer Sicht, der Theorie der Interkulturalität sowie der praktischen Analyse von Kaminers Texten als interkulturelle "Alltagsbewältigungsprosa".
Ziel ist es zu zeigen, dass Kaminers Ironie nicht rein sprachlich erklärbar ist, sondern eng mit seinem interkulturellen Hintergrund und seiner hybriden Identität als Schriftsteller in zwei Welten verknüpft ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die theoretische Ironie-Modelle (u.a. von Edgar Lapp und Monika Schwarz-Friesel) sowie interkulturelle Konzepte (u.a. von Homi Bhabha und Aglaia Blioumi) mit der Textanalyse von Kaminers Erzählbänden kombiniert.
Der Hauptteil analysiert konkrete Erzählbeispiele, wie "Vaters Rat", "Beziehungskiste Berlin" oder "50 Cent und die Toilettenfrau", um Ironie auf verschiedenen textuellen Ebenen nachzuweisen.
Wichtige Begriffe sind Ironie, Interkulturalität, Hybridität, Russendisko, Migrationsliteratur, Alltagsbewältigungsprosa und Erzählstrategie.
Da Kaminers Geschichten häufig auto- oder pseudobiografisch sind, ist diese Differenzierung wichtig, um zwischen den realen Erfahrungen des Autors und der literarisch-ironischen Konstruktion der Ich-Erzähler zu unterscheiden.
Die Ironie dient hier dazu, durch das Aufeinandertreffen extremer Gegensätze (US-Rapper vs. ostdeutsche Klofrau) soziale Klischees humorvoll zu unterwandern und die Absurdität der Situation für eine gesellschaftskritische Aussage zu nutzen.
Die Arbeit argumentiert, dass Kaminer seine Lesungen durch den Einsatz des Akzents und seine lapidare Art zusätzlich ironisiert, was die offene kommunikative Situation mit dem Publikum verstärkt.
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