Diplomarbeit, 2014
242 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Theoretischer Bezugsrahmen
1.2. Hypothese
1.3. Durchführungmodalitäten der empirischen Analyse
1.4. Forschungsstand
2. Die brasilianische Energiepolitik im historischen Rückblick
3. Energierelevante Ausgangssituation
3.1. Energiemix
3.2. Energieressourcen
3.3. Energieverbrauch und Energienachfrage
4. Brasiliens Engagement im internationalen Energieregimekomplex
5. Forderungen und Ziele der brasilianischen Energiepolitik
5.1. Forderungen aus dem gesellschaftlichen Umfeld
5.1.1. Privatverbraucher und öffentliche Meinung
5.1.2. Wirtschaft
5.1.3. Zivilgesellschaft
5.2. Forderungen aus der internationalen Umwelt
5.2.1. Staatengemeinschaft und IGOs
5.2.2. Internationale Zivilgesellschaft
5.3. Binnenselektion und Ziele
5.3.1. Einflusstärke der Akteursgruppen
5.3.2. Grund- und Sektorziele
5.3.3. Ziele der brasilianischen Energiepolitik
5.3.4. Ergebnis der Binnenselektion
5.3.5. Zielsystem
6. Energiepolitische Maßnahmen und internationale Positionierung
6.1. Untersuchungszeitraum 2003 / 2004
6.1.1. Energiepolitische Maßnahmen und deren Ziele
6.1.2. Internationale Positionierung in Energiefragen
6.1.3. Vergleich
6.2. Untersuchungszeitraum 2007/ 2008/ 2009
6.2.1. Energiepolitische Maßnahmen und deren Ziele
6.2.2. Internationale Haltung in Energiefragen
6.2.3. Vergleich
6.3. Untersuchungszeitraum 2011/ 2012/ 2013
6.3.1. Energiepolitische Maßnahmen und deren Ziele
6.3.2. Internationale Haltung in Energiefragen
6.3.3. Vergleich
7. Übergreifende Ergebnisinterpretation der Vergleiche
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die brasilianische Energiepolitik zwischen 2003 und 2013, um Diskrepanzen zwischen innenpolitischen energiepolitischen Maßnahmen und der außenpolitischen Positionierung des Landes als Akteur im internationalen Energieregime zu identifizieren und zu erklären.
1. Einleitung
Brasilien steht als eines der aufstrebenden Schwellenländer des 21. Jahrhunderts vor der Herausforderung eines stark ansteigenden Energiebedarfs gekoppelt mit hohem Wirtschaftswachstum. Dabei wird das Land vor die Herausforderung eines ressourcenschonenden Wachstums gestellt, welches eine nachhaltige Entwicklung des Energiesektors impliziert. Trotz der privilegierten Position Brasiliens im Bereich der „sauberen“ Energieerzeugung ist die Energiepolitik ein Spannungsfeld, indem traditionelle und wirtschaftspragmatische Interessen zunehmend mit sozialen und ökologischen Interessen konkurrieren. Dazu in Beziehung steht Brasiliens Engagement im internationalen Energieregime sowie im für den Handlungszusammenhang Energie relevanten Klimaregime.
Die Ausrichtung der Energiepolitik unterliegt in Brasilien daher einem komplexen, von vielseitigen innergesellschaftlichen und internationalen Forderungen geprägten Zusammenspiel. Einerseits sind das Erreichen von Versorgungssicherheit, die Sicherstellung einer preiswerten Energieversorgung und die Ausweitung des Energieangebots die Prämissen der brasilianischen Energiepolitik, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes voranzutreiben. Die von den traditionellen Wirtschaftseliten des Landes geforderte und oftmals praktizierte Wachstums- und Niedrigpreispolitik im Energiesektor lässt sich dabei nicht immer mit den international geforderten Prinzipien einer nachhaltigen Energieerzeugung vereinbaren. Andererseits versucht das Land, die Förderung erneuerbarer Energien voranzutreiben. Dabei leistet es durch seinen relativ „sauberen“ Energiemix einen beachtlichen Beitrag zu den weltweiten Bestrebungen einer Verringerung des Anteils fossiler Energiequellen in der Energieerzeugung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsproblematik, den theoretischen Rahmen (Systemtheorie) und die Hypothesen der Arbeit vor.
2. Die brasilianische Energiepolitik im historischen Rückblick: Dieser Abschnitt bietet einen geschichtlichen Überblick von 1900 bis 2003, um die Entwicklung der energiepolitischen Grundlagen Brasiliens nachzuvollziehen.
3. Energierelevante Ausgangssituation: Hier werden Daten zu Energiemix, Energieressourcen und zum Energieverbrauch analysiert, um den Status quo zu Beginn des Untersuchungszeitraums zu bestimmen.
4. Brasiliens Engagement im internationalen Energieregimekomplex: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Energieregimekomplexes und ordnet Brasiliens Rolle sowie seine außenpolitischen Ambitionen ein.
5. Forderungen und Ziele der brasilianischen Energiepolitik: Dieser Teil analysiert die Forderungen verschiedener gesellschaftlicher und internationaler Akteure und deren Einfluss auf den Binnenselektionsprozess.
6. Energiepolitische Maßnahmen und internationale Positionierung: Das Kernkapitel vergleicht in drei Zeiträumen die tatsächlich umgesetzten energiepolitischen Maßnahmen mit der außenpolitischen Positionierung Brasiliens.
7. Übergreifende Ergebnisinterpretation der Vergleiche: Hier werden die Ergebnisse der drei Zeiträume zusammengeführt und auf ihre Übereinstimmung mit den aufgestellten Hypothesen geprüft.
8. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen für die brasilianische Energiepolitik.
Brasilien, Energiepolitik, Außenpolitik, Erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit, Binnenselektion, Energieregime, Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, Biokraftstoffe, Erdölförderung, Wasserkraft, Klimaschutz, Soft Balancing, Systemtheorie
Die Arbeit untersucht, wie Brasilien zwischen 2003 und 2013 seine Energiepolitik gestaltete und wie sich diese innenpolitischen Prioritäten zu seiner Positionierung auf der internationalen Bühne verhielten.
Die Schwerpunkte liegen auf der nationalen Energieversorgung, dem Einsatz erneuerbarer Energien, der Bedeutung von fossilen Brennstoffen (insbesondere Erdöl) und dem diplomatischen Agieren Brasiliens in internationalen Klimaverhandlungen.
Es wird untersucht, ob und inwieweit die brasilianische Regierung in der Lage war, ihre nationalen energiepolitischen Interessen mit ihren außenpolitischen Zielen und internationalen Verpflichtungen in Einklang zu bringen.
Die Autorin nutzt eine systemtheoretische Perspektive, um den „Binnenselektionsprozess“ von Forderungen zu analysieren, ergänzt durch eine qualitative Inhaltsanalyse von Regierungsdokumenten und Experteninterviews.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die Interessen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie einen detaillierten Vergleich von innenpolitischer Energiepolitik und außenpolitischer Rhetorik in drei Zeitabschnitten zwischen 2003 und 2013.
Brasilianische Energiepolitik, internationale Kooperation, Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien, Zielkonflikte, politische Systemtheorie.
Die Arbeit kritisiert, dass Großwasserkraftwerke zwar als „saubere“ Energiequelle nach außen hin propagiert werden, intern jedoch erhebliche soziale und ökologische Konflikte auslösen, die oft nicht adäquat gelöst werden.
Die Erdölförderung wird als ein wichtiger wirtschaftspolitischer Pfeiler identifiziert, der jedoch in einem Spannungsfeld zur klimapolitischen Rhetorik und den Zielen einer nachhaltigen Transformation des Energiesektors steht.
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