Magisterarbeit, 2004
209 Seiten, Note: 1,8
Einleitung
1. Qualitätsforschung
1.1. Einordnung des Qualitätsbegriffes
1.1.1. Definition
1.1.2. Grundvoraussetzungen für journalistische Qualität
1.2. Qualität in der journalistischen Praxis
1.2.1. Problematik der Qualitätssicherung
1.2.2. Grundgesetz und Landespressegesetze
1.2.3. Pressekodex
1.3. Wissenschaftliche Betrachtungsebenen der Qualitätsforschung
1.4. Qualitätskriterien
1.5. Fazit
2. Der Islam in den Medien
2.1. Bilder und Stereotype
2.2. Islam als Feindbild?
2.3. „Ismen“: Fundamentalismus, Islamismus und Terrorismus
2.4. Der Islam in den Medien – Forschungsüberblick
2.4.1. Ursachen und Ausprägungen des Islambildes in den Medien
2.4.2. Empirische Forschung zum Islambild in den Medien
2.5. Islamberichterstattung nach den Anschlägen vom 11. September 2001
2.6. Fazit
3. Hypothesen
4. Zur Methode
4.1. Auswahl der Medien
4.2. Untersuchungszeitraum und Stichprobe
4.3. Vor- und Nachteile der quantitativen Inhaltsanalyse
4.4. Kategorienbildung
4.4.1. Formale Kriterien
4.4.2. Inhaltliche Kriterien
4.5. Der Codiervorgang
4.6. Überprüfung des Messinstruments
4.6.1. Pretest
4.6.2. Reliabilität und Validität des Messinstruments
5. Ergebnisse
5.1. Formale Kriterien
5.2. Die Islam-Berichterstattung vor und nach dem 11. September 2001
6. Schlusswort
Die Arbeit untersucht, wie sich die Qualität der Berichterstattung über den Islam in vier überregionalen deutschen Tageszeitungen durch das prägende Ereignis der Anschläge vom 11. September 2001 verändert hat, um festzustellen, ob ein systematischer Qualitätsverlust eingetreten ist.
2.1. Bilder und Stereotype
Nach Boulding, der den Begriff Image stark geprägt hat, hängt das menschliche Verhalten von Vorstellungen ab, die sich durch die Gesamtheit aller Erfahrungen des betreffenden Menschen gebildet haben. Teil dieser Vorstellungen oder Bilder sei die Überzeugung des Einzelnen, dass andere Menschen über ähnliche oder gleiche Vorstellungen und Bilder verfügen würden. Der Mensch glaube also, nicht alleine mit seinen Bildern zu stehen, sondern fühle sich mit diesen in einem größeren Kreis von Menschen integriert. Informationen könnten diese Bilder formen, verändern, aufklären, aber auch verunsichern.
Das bedeutet, dass auch Medieninformationen einen Einfluss auf diese Bilder ausüben können. Denn Medien geben Erfahrungen aus zweiter Hand weiter und wirken so auf die Bilder der Rezipienten ein. Besonders deutlich wird diese Wirkung bei Themen, zu denen bisher keine Bilder gebildet wurden, wie zum Beispiel bei fremden Kulturen, zu denen im Alltag kein Kontakt besteht. Dort übermittelt das Medium die Ersterfahrung. Die Intensität des Einflusses der Medien auf die Rezipienten ist in der Medienwirkungsforschung zwar nicht unumstritten, für die vorliegende Untersuchung ist aber festzuhalten, dass Medien zumindest einen Anteil an den Bildern der Rezipienten haben können.
Einleitung: Die Einleitung erläutert das Forschungsinteresse und die Relevanz der Analyse des Islambildes in deutschen Medien im Kontext der Anschläge vom 11. September 2001.
1. Qualitätsforschung: Dieses Kapitel definiert journalistische Qualität und erörtert theoretische Ansätze sowie Kriterien zur Messung von Qualität in der journalistischen Praxis.
2. Der Islam in den Medien: Es wird der theoretische Hintergrund zum Islambild, Stereotypen und Feindbildern untersucht sowie ein Überblick über bestehende Forschung gegeben.
3. Hypothesen: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen werden Hypothesen zur Entwicklung der Qualität der Islam-Berichterstattung nach den Anschlägen abgeleitet.
4. Zur Methode: Hier wird das Forschungsdesign, die Medienauswahl, das Kategoriensystem und die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse dargelegt.
5. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die empirischen Ergebnisse der Inhaltsanalyse vorgestellt und die aufgestellten Hypothesen überprüft.
6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Erkenntnisse zur Qualitätsentwicklung und ordnet die Ergebnisse in den medienwissenschaftlichen Kontext ein.
Journalistische Qualität, Islambild, Inhaltsanalyse, 11. September, Terrorismus, Medienberichterstattung, Stereotype, Feindbild, Fundamentalismus, Ausgewogenheit, Vielfalt, Sachlichkeit, Presse, Zeitungen, Qualitätssicherung.
Die Arbeit analysiert die Qualität der Islam-Berichterstattung in überregionalen deutschen Tageszeitungen im Kontext der Anschläge vom 11. September 2001.
Die zentralen Themen sind journalistische Qualitätskriterien, die mediale Konstruktion von Islambildern, Feindbildern und die Auswirkungen von Ereignissen auf die Berichterstattung.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob sich die Qualität der Berichterstattung über den Islam direkt nach den Anschlägen verschlechtert hat und ob sich ein systematischer Qualitätsverlust nachweisen lässt.
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von 917 Zeitungsartikeln durchgeführt, um die Qualität anhand definierter Kriterien messbar zu machen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Qualitätsforschung und der Bildforschung, leitet Hypothesen ab, stellt das methodische Vorgehen vor und präsentiert schließlich die empirischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind journalistische Qualität, Islambild, 11. September, Inhaltsanalyse, Feindbild, Terrorismus und Stereotype.
Im Gegensatz zu früheren Arbeiten, die sich primär auf das Nahostbild konzentrierten, untersucht diese Arbeit explizit die Auswirkungen eines spezifischen, prägenden Ereignisses (11. September) auf das Islambild im Inland.
Die Arbeit fokussiert sich auf die drei Kriterien Ausgewogenheit, Vielfalt und Sachlichkeit, um die journalistische Qualität in der Islam-Berichterstattung operational zu bewerten.
Die Untersuchung zeigt, dass zwar in den Aspekten Vielfalt und Ausgewogenheit Verluste zu verzeichnen sind, jedoch insgesamt kein eindeutiger, flächendeckender Qualitätsrückgang bestätigt werden kann.
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