Bachelorarbeit, 2016
119 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitende Gedanken
2 Das Jugendalter
2.1 Somatische Veränderungen im Zuge der Pubertät
2.1.1 Körperlich sichtbare Veränderungen
2.1.2 Hormonelle Veränderung
2.1.3 Entwicklung des Gehirns
2.2 Psychosoziale Entwicklungsprozesse, Chancen und Risiken im Jugendalter
2.2.1 Entwicklungsphasen und -aufgaben
2.2.2 Selbstkonzept und Identitätsentwicklung im Jugendalter
2.2.3 Psychosexuelle Entwicklung
2.2.4 Die Bedeutung von Familie und Peergroups im Jugendalter
2.2.5 Kognitive Prozesse
2.3 Soziale Lebenswelten Jugendlicher Ergebnisse der Sinusstudie
2.3.1 Lebenswelttypologie der Sinus-Studie 2016
2.3.2 Reflexion und Kritik am Modell der Lebenswelttypologie
3 Psychisch belastete Jugendliche, Erklärungsmuster und Umgang
3.1 Störungsbilder im Jugendalter
3.2 Psychoanalytische Perspektive
3.3 Systemische Perspektive
3.4 Perspektive und Umgang der Sozialen Arbeit mit belasteten Jugendlichen
4 Rechtliche Grundlagen des §35a SGB VIII
4.1 Situation in Deutschland
4.2 Rechtlicher Umgang mit dem Begriff der Seelischen Behinderung
4.3 Prüfung der Leistungsvorraussetzungen durch Jugendhilfe und -psychiatrie
4.3.1 Prüfung der Teilhabebeeinträchtigung
4.3.2 Leistungsanspruch und Hilfeart
4.4 Ambivalenzen des §35a SGB VIII
4.4.1 Zuständigkeiten
4.4.2 Einheitlichkeit und gemeinsames Vorgehen der Hilfesysteme
4.4.3 Verhältnis von §35a zu § 27ff. SGB VIII
4.4.4 Kritik am Begriff der Seelischen Behinderung
5 Systeme der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Stationären Jugendhilfe
5.1 System der Jugendhilfe im Allgemeinen
5.1.1 Auftrag der Sozialen Arbeit in der Jugendhilfe
5.1.2 Stationäre Jugendhilfe
5.2 System der Kinder- und Jugendpsychiatrie
5.3 Kooperationsbedarf zwischen den Systemen
6 Betrachtung der Situation aus der Perspektive der Lebensweltorientierung
6.1 Lebensweltorientierung in der Jugendhilfe
6.1.1 Lebensweltorientierung und die Hilfeempfänger der §35a SGB VIII
6.2 Kritik am lebensweltorientierten Ansatz
7 Empirische Studie: Was zeigt die Perspektive betroffener Jugendlicher im Bezug auf ihre Lebenswelt?
7.1 Grundlagen der Studie
7.1.1 Darstellung der Forschungsmotivation
7.1.2 Bisheriger Forschungsstand
7.2 Studiendesign
7.2.1 Durchführung des Interviews
7.3 Auswertung und Ergebnisdarstellung
7.3.1 Darstellung der Zusammenfassenden Inhaltsanalyse
7.3.2 Darstellung der Kernaussagen
7.4 Ergebnisinterpretation
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswelt und die Erfahrungen von Jugendlichen, die Leistungen nach § 35a SGB VIII beziehen und sich in einem Spannungsfeld zwischen der stationären Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie bewegen, mit dem Ziel, deren Perspektive für eine Optimierung der Kooperation beider Systeme nutzbar zu machen.
Fallbeispiel Kathrin
Kathrin (18 Jahre) wendet sich an eine psychologische Beratungsstelle für Jugendliche. Sie besucht die 12. Klasse eines Gymnasiums und stellt sich wegen einer Bulimie Symptomatik vor. Kathrin ist die Jüngere von zwei Kindern. Ihr zehn Jahre älterer Bruder, Christoph leidet von Geburt an an einer schwerwiegenden Form der spastische Tetraparese, und ist rund um die Uhr sowohl auf den Rollstuhl, als auch auf die Hilfe von dritten angewiesen. Beide Kinder wohnen noch im Hause der Eltern. Kathrins Vater ist vollzeit berufstätig und ihre Mutter arbeitet halbe Tage. Auch wenn beide Eltern kein Abitur gemacht haben, sind die Erwartungen an ihre Tochter sehr groß. Kathrin erzielt überdurchschnittlich gute Leistungen in der Schule und ist in den Punkten Selbstständigkeit und Selbstorganisation ihren Altersgenossen deutlich voraus. Kathrins Mutter kommt diese Tatsache deutlich entgegen, da sie immer wieder betont, dass Christoph ein „Fulltime-Job“ ist und sie daher wenig Zeit für anderes habe. Kathrin arbeitet neben der Schule als Kassiererin in einem Supermarkt und einmal im Monat bei einem Modegeschäft. Sie spielt Geige und nimmt dafür noch Unterrichtsstunden und nimmt am wöchentlichen Blockflötenspielkreis der Musikschule teil.
Nach außen hin wirkt Kathrin wie eine hübsche, schlanke, sehr höfliche und leistungsstarke junge Frau. Allerdings ist die Situation in der Familie konfliktbehaftet. Vor allem die Mutter macht einen unzufriedenen, stellenweise auch frustrieten Eindruck. Zusätzlich berichtet Kathrin davon, dass sie sich oftmals sehr kontrolliert fühlt und beispielsweise ihr Zimmer nicht abschließen darf. Der Vater ist aufgrund seines Vollzeitjobs immer erst abends zu Hause und dann auch immer stark erschöpft, sodass er fast jeden Tag vor dem Fernseher einschläft. Da er allerdings Kathrins Vertrauter ist, gerade wenn es um Konflikte mit der Mutter geht, telefonieren beide oft während der Arbeitszeit. Kathrin ist altersgemäß entwickelt, allerdings ist sie durch die Bulimie stark untergewichtig (50kg bei einer Größe von 1,78m) und daher sehr beeinträchtigt. Ihre Menstruation setzte beispielsweise vor einigen Monaten komplett aus. Seit dem 14. Lebensjahr zeigt Kathrin anfangs temporär, doch in immer regelmäßigeren Abständen Symptome einer Bulimie Erkrankung.
1 Einleitende Gedanken: Die Einleitung beleuchtet die hohe Prävalenz psychischer Beeinträchtigungen bei Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe und betont die Notwendigkeit einer besseren Kooperation zwischen Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie unter Einbeziehung der Sicht der Betroffenen.
2 Das Jugendalter: Dieses Kapitel betrachtet das Jugendalter unter bio-psychosozialen Aspekten, inklusive pubertärer Entwicklungen, Entwicklungsaufgaben und der diversen Lebenswelten basierend auf der Sinus-Studie.
3 Psychisch belastete Jugendliche, Erklärungsmuster und Umgang: Es werden Störungsbilder im Jugendalter sowie psychoanalytische und systemische Perspektiven zur Erklärung und Intervention bei psychischen Belastungen dargestellt.
4 Rechtliche Grundlagen des §35a SGB VIII: Das Kapitel erläutert die gesetzliche Eingliederungshilfe, die statistische Situation in Deutschland und diskutiert kritisch die Ambivalenzen und Definitionsfragen bei der Umsetzung.
5 Systeme der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Stationären Jugendhilfe: Es erfolgt ein systematischer Vergleich der beiden Institutionen hinsichtlich Auftrag, Zielgruppe und Finanzierung sowie eine Reflexion über den bestehenden Kooperationsbedarf.
6 Betrachtung der Situation aus der Perspektive der Lebensweltorientierung: Hier wird der lebensweltorientierte Ansatz von Hans Thiersch auf die Jugendhilfe angewandt und hinsichtlich seiner Anwendbarkeit auf die Zielgruppe des § 35a SGB VIII geprüft.
7 Empirische Studie: Was zeigt die Perspektive betroffener Jugendlicher im Bezug auf ihre Lebenswelt?: Die qualitative Studie, ihr Studiendesign und die Auswertung der Interviews werden präsentiert, um die Perspektive der Jugendlichen auf den Hilfeprozess direkt abzubilden.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung von Bindung und Beziehungsarbeit als zentrales Element der Sozialen Arbeit und plädiert für eine konkretere Gestaltung des § 35a SGB VIII.
§35a SGB VIII, Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Stationäre Erziehung, Systemtheorie, Psychoanalyse, Bindung, Krisenintervention, Partizipation, Jugendalter, psychische Störungen, Eingliederungshilfe, Empirische Forschung.
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von stationärer Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie bei der Unterstützung von Jugendlichen, die Leistungen nach § 35a SGB VIII erhalten, mit einem besonderen Fokus auf die Perspektive der betroffenen jungen Menschen.
Die zentralen Themen sind die bio-psychosoziale Entwicklung im Jugendalter, die rechtlichen und institutionellen Strukturen der Eingliederungshilfe, der systemische und psychoanalytische Umgang mit psychischen Belastungen sowie die Lebensweltorientierung in der Jugendhilfe.
Die Arbeit möchte die Perspektive von Jugendlichen, die Lebenserfahrung in beiden Hilfesystemen gesammelt haben, erfassen und aufzeigen, wie diese Sichtweise zur Optimierung der Zusammenarbeit der Hilfesysteme beitragen kann.
Der Autor führt eine qualitative empirische Studie durch, bei der narrative und problemzentrierte Interviews mit Jugendlichen aus einer intensivpädagogisch-klinischen Wohngruppe geführt und inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Jugendalter, rechtlichen Grundlagen (§ 35a SGB VIII) und systemtheoretischen Ansätzen, gefolgt von einer detaillierten Darstellung und Interpretation der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie §35a SGB VIII, Jugendhilfe, Jugendpsychiatrie, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Systemtheorie, Bindung und Partizipation charakterisiert.
Die Ergebnisse der Sinus-Studie 2016 werden genutzt, um die vielfältigen Lebenswelten Jugendlicher zu differenzieren und aufzuzeigen, wie Jugendliche ihre Zukunft, Werte und Freizeit gestalten, was als Grundlage für eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit dient.
Die Jugendlichen empfinden die stationäre Jugendhilfe meist als freier und alltagsnäher, während die Jugendpsychiatrie oft als trister und durch weniger Wahlmöglichkeiten bei Aktivitäten gekennzeichnet wahrgenommen wird.
Der Autor unterstreicht die Bedeutung der Beteiligung Jugendlicher am Hilfeprozess, da nur durch eine echte Einbeziehung der eigenen Einschätzungen der Jugendlichen eine tragfähige, lebensweltorientierte Hilfe gelingen kann.
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